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Chronik ab August 2005


Besser: lesen!

Die kommerzielle Kunstszene Leipzigs hat sich aus dem Sozialraum verabschiedet und in den Mikrokosmos der ehemaligen Baumwollfabrik eingesponnen, um ihre Kräfte zu bündeln.

Wir halten Stellung!
Ab Juli 2005 finden Sie uns in der Brockhausstr. 56 in Schleußig, einem der schönsten Leipziger Wohnviertel, dem Elster und Pleiße den Charakter einer Flußinsel verleihen.

Was sich durch den Umzug nicht ändern wird:
Wie bisher werden wir uns nicht auf die Suche nach dem „reinen, für sich stehenden Werk“ begeben, das sich im Nachhinein allzu häufig als Produkt einer Mode entpuppt. Wie bisher werden wir Raum bieten für die genreübergreifende Begegnung, wo sich – nicht nur – (kunstinteressierte) Literaten und (literarisch interessierte) Künstler treffen können, um sich bei ausgesuchten Weinen auszutauschen oder auszuspannen.

Was sich ändern wird:
Ab August öffnen wir die Galerie von Dienstag bis Sonnabend ab 20 Uhr.

Wir feiern am Freitag, den 5. 8. 2005, ab 19 Uhr
mit Bildern vom Umbau, Film und Lesung

Ab September 2005 bieten wir eine Alternative zum ARD-Filmmittwoch: eine Reihe herausragender vergessener Filme bzw. Autorenfilme, auf die Sie im Kino oder Fernsehen vergebens warten.

Im September: Für Freunde der russischen Sprache - sowjetische Filmklassiker bei ERATA

Präsident Putins Deutschkenntnisse, die er in geheimer Mission in Dresden dereinst erworben hat, versetzte (West-) Deutschland in Erstaunen und brachte Gerhard Schröder zu der Erkenntnis, daß sein Freund Wladimir Dresden besser kenne als er selbst... Wir sind der Meinung, es ist höchste Zeit, daß Sachsen vom großen Bruder lernt und im Gegenzug seine Russischkenntnisse wieder etwas aufpoliert. Immer mittwochs zeigen wir ab 19.30 Uhr sowjetische Streifen im Original, die zu internationalen Filmklassikern wurden.

Die Filme laufen in der russischen Originalfassung. Zu Beginn wird eine Einführung in deutscher Sprache gegeben. Kommentare und Gespräche im Anschluß sind willkommen.

23. 9. 2005
Vernissage
offizielle Eröffnung der Galerie Erata in der Brockhausstraße 56

Peter Piechaczyk, Farbe und Quarktaschen – rhythmus-inspirierte Malerei und Graphik

Die Kunst von Peter Piechaczyk, Mitglied der berüchtigten Künstlergruppe „Querschlag“, läuft gegen den Leipziger neorealistischen Trend. Anleihen bei den Kubisten und der klassischen Moderne verhelfen dem Künstler zu Leichtigkeit und südlich erscheinenden Farben.

„Er hat keine Dusche und auch kein warmes Wasser. Von der vollsanierten Südvorstadt-Wohnung mit Badewanne ist er in das Rotlichtviertel Dessauer Straße gezogen. Ob dieser Radikalumzug jetzt wieder eine von Peter Piechaczyk’s Kunstaktionen ist, könnte man sich fragen. Für seine Freunde, Bekannte und für einige Kommilitonen der HGB jedenfalls, sind seine ausgefallenen Ideen ein Markenzeichen. Es ist schon passiert, daß Piechaczyk und sein Freund Michael Goller ihr übliches Werkzeug bei Seite legten und stattdessen mit den Füßen malten. Nach und nach hat Piechaczyk in seinen Bildern die räumliche Tiefe herausgenommen, sein Stil ist außerdem durch leicht surreale Darstellung, durch helle, wilde Farben gekennzeichnet. Thematisch ist sein Ziel Bewegung festzuhalten, das Leben und Gefühle zu spiegeln, er erzählt kaum Geschichten in seinen Bildern, sondern macht rhythmische, musikalische Zustandsaufnahmen. Piechaczyk malt seine Bilder zügig, aber nicht spontan.“ (Melanie Arns)

„Das meiste hab ich schon ewig im Kopf oder woanders, im Unbewussten. Es lässt sich nun mal nicht alles sofort auf die Leinwand bringen, manche Themen sind hartnäckig, einiges greife ich erst nach Jahren wieder auf.“
(P. P.)

Literaturherbst in Schleußig

Von Mitte Oktober bis Mitte Dezember können Sie freitags unsere Autoren und Übersetzer mit ihren druckfrischen Werken erleben. Den „Anfang“ bildet – im Wortsinn – der fulminante Roman von Yvette K. Centeno, die Goethe, Brecht und Celan ins Portugiesische übersetzte und international für ihre Pessoa-Studien bekannt ist. Im November begrüßen wir den Preisträger der diesjährigen Schiller-Ehrung Christoph Meckel, der sich sowohl als Dichter und Prosaautor als auch als Graphiker einen Namen gemacht hat. Neben den gestandenen Autoren haben auch Debüts ihren Platz im Programm.


14. 10. 2005, 20 Uhr
Buchpremiere
Yvette K. Centeno, Anfang - Lesung mit Markus Sahr

Eine Frau in Lissabon, zwischen Familie, Arbeit und dem unwidersteh­lichen Wunsch nach einem ursprünglichen Atmen, nach Anfang. Sie könnte “Irrlicht“ heißen oder “Schicksal“, “Destiny”, “D.”, ebenso “Granada”, “Granat”, die rote Farbe des Lebens. In ihrem amourösen Briefwechsel mit einem Amerikaner unterschreibt sie mit “y” (gelesen “why”), “es ist die Frage schlechthin” - wa­rum? Für jeden dieser Namen spricht etwas; gegen sie aber spricht, daß sie vereinheitlichen, auf ein Gesicht reduzieren, wo “die Frau” mehrere Gesichter hat - und damit auch mehrere Namen haben müßte oder keinen.

Yvette K. Centeno geboren 1940, lebt in Lissabon. Sie übersetzte Shakespeare, Goethe, Stendhal, Brecht und Celan ins Portugiesische. An der Universidade Nova lehrt sie als Germanistin vergleichende Literaturwissenschaft. Auf Deutsch erschien 2004 “Im Garten der Nußbäume”. Der Übersetzer Markus Sahr stellt das Buch vor.

21. 10. 2005, 20 Uhr
Buchpremiere
Michael Goller, Peter Piechaczyk, Das Malbuch – Buchpremiere und Finissage

“das buch ist einfach kult. schon vor der veröffentlichung ist es in künstlerkreisen kult gewesen. es ist verrückt und trotzdem tiefsinnig. es ist bestimmt nicht gut geschrieben. auf keinen fall. es ist ohne ende durchgeknallt. einfach kult. und es ist sehr poppig. es gibt da ja kategorien. pop1 pop2 pop3 und das malbuch ist so ungefähr pop5. es ist brutal. sexi­stisch. aber auch liebevoll und zärtlich. vor allem aber ironisch.” (p. p.) – In einer autobiographischen „Art Fiction“ kolportieren die Maler Michael Goller und Peter Piechaczyk ihren Spagat zwischen Alltag, Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Verrücktsein, ein Buch, das Lust macht auf Kunst.

23. 10. 2005, 16 Uhr
Buchpremiere im Café „Tausendschönchen“
in der Tegeler Str. 25, Berlin

Roland Lampe, Glück ist das Ende aller Poesie

Wie kurz oder lang darf Kurzprosa sein? Wo endet die Lyrik, wo beginnt es, dramatisch zu werden? Kein Wort zuviel, keines zuwenig. Da sitzt einer in der Bahn und wundert, ja, empört sich, daß ihn eine schöne Frau „einfach nicht anlächelt“. Oder er hockt zu Hause am Kamin und träumt sich ans Fenster „mit dem Stein in der Hand“.

28. 10. 2005, 20 Uhr
Buchpremiere
Gesche Blume, Lilith im blauen Kleid – Buchpremiere

Eine halb gerauchte Ziga­rette auf einem Blumenuntersatz. Der Duft von Eichenmoos im Textil eines nassen Kleides aus der Jahrhundertwende. Der Rest einer geschälten und halb gegessenen Orange, die in den Rinnstein gerollt ist. Jemand, der vergißt, daß er Tomatensuppe bestellt hat, während er noch in die rote Farbe vertieft ist, am Fenster sitzt, vor dem es weiter regnet. – Facettenreiche Alltagssituationen, in Nichts aufgelöst, das sind die Erzählungen von Gesche Blume – denn in einem Zeitalter der Auflösung leben wir. Dekadenz, hätten ihre Figuren gern gesagt. Gesche Blume behauptet von sich, sie sei schon im Koma auf diese Welt gekommen und seither nicht mehr wirklich erwacht.

„Die Prosa von Gesche Blume hat etwas Lyrisches, zugleich philosophisch Tastendes. Ein weites Feld für Assoziationen wird aufgeschlagen und vieles bleibt schwebend. Gerade für die kurze Prosaform ein sehr geeigneter Stil.“ (Constanze John)

2. 11. 2005, 20 Uhr
Film-Mittwoch
Kurzfilm-Surreale

4. 11. 2005, 20 Uhr
Vernissage
Christoph Meckel, Passage – Druckgraphik

Meckels Graphikzyklus “Passage” bildet den Anfang einer insgesamt auf zehn Bände angelegten Edition seiner “Weltkomödie in Bildern”. Wie in einem surrealen Comicstrip agieren die Figuren vor einer Kulisse aus verödeten Fabrikbeton­landschaften, Flugzeugfriedhöfen, riesigen Grasfeldern und ummauerten Großstadtvierteln. Die drastische Zeichensprache dieser Bilder-Geschichten, die zuweilen Einflüsse von Callot über Grosz bis zu Klee und Chagall zeigt, macht auf groteske Weise gleichermaßen Un­gerechtigkeit und Zorn, Verzweiflung und Hoffnung, Gelächter, Güte, Zeit und Zeit­ver­derben sichtbar.

Seit 1956 ist Christoph Meckel parallel als Graphiker und Schriftsteller tätig und bereits mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet – darunter der Rainer-Maria-Rilke-Preis für Lyrik (1978), der Georg-Trakl-Preis (1982), der Kasseler Literatur-Preis für Grotesken Humor (1993) und den Weimarer Schillerring (2005).

11. 11. 2005, 20 Uhr
Lesung
Roland Lampe, Glück ist das Ende aller Poesie

Wie kurz oder lang darf Kurzprosa sein? Wo endet die Lyrik, wo beginnt es, dramatisch zu werden? Kein Wort zuviel, keines zuwenig. Da sitzt einer in der Bahn und wundert, ja, empört sich, daß ihn eine schöne Frau „einfach nicht anlächelt“. Oder er hockt zu Hause am Kamin und träumt sich ans Fenster „mit dem Stein in der Hand“.

18. 11. 2005, 20 Uhr
Buchpremiere
Axel Helbig, Gottes Denksofa fraßen unsere Herzwanzen - 33 Verführungen zur Literatur der Moderne

Von Lorca und Apollinaire über Beckett, Pound und Schwitters bis zu Ginsberg – Helbig stellt in seinen Essays herausragende Wortkünstler der modernen Literatur vor. Er spürt ihrer Sprache, ihren Geschichten, ihren Figuren und ihrem Leben nach. Aus all dem ist eine Textsammlung entstanden, die den Leser auf eine skurrile und kurzweilige Reise durch die literarische Moderne mitnimmt.

19. 11. 2005, 15 Uhr
Märchenstunde mit Didi
Hans Fallada: Geschichten aus der Murkelei

Theatermacher Dietmar Voigt erzählt Märchen für große und kleine Leute.

23. 11. 2005, 20 Uhr
Film-Mittwoch
Kurzfilm-Surreale

25. 11. 2005, 20 Uhr
Buchpremiere
Inger Kock, Flüsternder Eukalyptus – Erzählungen

Inger Kocks Texte sind ein zerbrechliches Flüstern und aufgehobene Schreie. Dabei beherrscht die in Concepcion (Chile) geborene Autorin das Deutsche ebensogut wie ihre spanische Muttersprache. Das Spiel mit Wörtern flicht sie auf eine ganz besondere Weise ihre Geschichten ein.

26. 11. 2005, 15 Uhr
Buchpremiere
Constanze John & Lene Christiane Werner: Aber noch war das Glück

Ein Mann und eine Frau haben sich gefunden. Sie leben miteinander in einer Landschaft mit gelbem Haus, einem Brunnen und brüllendem Vieh. Eines Tages verläßt der Mann das gelbe Haus, um Teewasser zu holen. So beginnt die Geschichte einer Reise in einer Welt neben der Welt – samt Heimkehr. Aber noch war es das Glück... Zu diesem Prosastück der Autorin Constanze John schuf die Leipziger Malerin Christiane Werner Farbdrucke. Das aufwendig ausgestattete Buch erschien 2005 im Viktoria-Verlag Meißen.

30. 11. 2005, 20 Uhr
Film-Mittwoch
Kurzfilm-Surreale

3. 12. 2005, 15 Uhr
Märchenstunde mit Didi
Nordische Trollmärchen

Theatermacher Dietmar Voigt erzählt Märchen für große und kleine Leute.

3. 12. 2995, 20 Uhr
Daniel Dexter – Neue Texte, neue Lieder

„Die haben das Laub einfach zusammengekehrt. Eine Horde Ein-Euro-Jobber. Ich habe sie kommen sehen und mich nicht von der Stelle gerührt. Jetzt ist die ganze Wiese kahl, bis auf jenes winzige Blatt, das sich direkt unter meinem Arsch befunden haben muß.“
Auf ihrer Reise durch die Zone entdecken die beiden Sirianer Trevor und Kaitlin Möglichkeiten, ihren 30-Stunden- All-Tag zu heiligen. Der Blick von außen. Daniel Dexter, Ikone des staubigen Untergrunds, singt, spricht, schreit und flüstert sich in verteilten Rollen durch 15 Jahre Eigensinn.

7. 12. 2005, 20 Uhr
Film-Mittwoch
Kurzfilm-Surreale

9. 12. 2005, 20 Uhr
Vernissage und Lesung
Andrea Lange, Holzschnitte
Illustrationen zu Silvio Pfeuffer “Tausend Sonnen sind eine vermisste Million” und andere Arbeiten

Silvio Pfeuffer revanchiert sich für die Illustration seiner Texte und schreibt Gedichte zu Holzschnitten von Andrea Lange. Heute sind sie zu hören. Pfeuffers am technischen Zeitalter erprobte Sprache legt die Absurditäten des Banalen bloß. Mann und Frau bleiben bei ihm an Lappen hängen, die aus Rätseln geschnitten sind, wenn sie Sex auf Skiern machen, sich moralisch hinrichten, von der Mono­gamie des Regens doof werden, sich Orgasmen wie bevormundete Quallen auf den Rücken setzen, sich nur dann nicht verraten, wenn sie schweigen, und sich gehen lassen, wenn sie sich nichts angehen.

14. 12. 2005, 20 Uhr
Film-Mittwoch
Kurzfilm-Surreale

16. 12. 2005, 20 Uhr
Buchpremiere
Viktor Kalinke: Gottes Fleisch, Teil 1

Drei Jahre stecken in diesem Essay, nun ist der erste Band erschienen. Der Autor stellt das Buch vor und lädt ein zum Streit.
„Von Identität zwischen Mensch und Gott kann in keiner Religion die Rede sein, und auch die christlichen Kirchenväter haben sich rasch von dieser Implikation der Christus-Idee abgewandt. Die Bewegung der Religion auf das Ziel hin, den Menschen nach dem Vorbild Gottes zu veredeln, stumpft die Richtungsneutra­lität möglicher Entwicklungsdialektiken ab, wie sie beispielsweise der altchinesische Daoismus beobachtet hat. Entwicklung wird nicht mehr genommen, wie sie verläuft, sondern hinsichtlich eines anstrebenswerten Zielzustandes, der stets unerreichbar bleibt, gewertet: die Vergöttlichung des Menschen. Mit der Identifikation von Gott und dem historischen Menschen Jesus von Nazareth, vermittelt über die Idee der Jungfrauengeburt und Gotteskindschaft, unternimmt das Christentum den Versuch, profane Familienverhältnisse heilig zu sprechen, raubt dem Überirdisch-Gött­li­chen jedoch seine transzendente Würde. Dieses Buch geht den latenten Prägungen nach, die das Christentum unserer ‚aufgeklärten’ westlichen Lebensweise vererbt hat.“

17. 12. 2005, 15 Uhr
Märchenstunde mit Didi
Märchen der Romantik

Theatermacher Dietmar Voigt erzählt Märchen für große und kleine Leute.

17. 12. 2005, 19 Uhr
Adventsingen der Gesangklasse Iris Donner


Unsere Veranstaltungen zur Leipziger Buchmesse 2006

In unseren Verlagsräumen und an unserem Stand im Bereich “Buch + Kunst” können Sie mit uns ins Gespräch kommen und in unsere neuen Bücher hineinschnüffeln. Besuchen Sie uns!

Stand C 519, Halle 5


Donnerstag, 16. 3. 2006, 14 Uhr
Leseforum Halle 5, C606
“Donna Juana”: Tanja Heinze liest aus ihrem neuen Roman

Das Buch handelt von einem weiblichen Don Juan, von betrogenen Ehefrauen im streitbaren Dialog mit Gott und der Welt - eine gelungene Gesell­schafts­satire!

20 Uhr
Edition Erata
“Fluchtkind”: Reinhard Bernhof stellt seinen neuen Roman vor

Improvisation auf der Geige: Foigel Ilia

21 Uhr
Ausstellungseröffnung
“Neue Linien” : konkrete Kunst von Susanne Werdin

Feiern Sie mit uns die Ausstellungseröffnung (mit Musik und Versteigerung)
"Variation über ein Geheimnis: Sichtbarwerden des Unsichtbaren. Die Welt besteht nicht aus Quadraten, aber deren Zusammenstoßen, Überlappen, In- und Auseinanderfallen ist ein sichtbares Gleichnis für das, was fortwährend geschieht. Susanne Werdins Exerzitien führen in dieses Gleichnis ein." (Elmar Schenkel)

Freitag, 17. 3. 2006, 11 Uhr
Leseforum Halle 5, C606
und 20:30 Uhr
Edition Erata
“Westliche Wasser” : Buchpräsentation mit dem bosnischen Schriftsteller Murat Baltic
Übersetzerin: Barbara Nollmann, Moderation: Silke Brohm

Baltic erzählt von einem rätselhaften Fremden aus Jerusalem, der durch Zeiten und Länder, Träume und Visionen wandert, um nach einer Arznei gegen den Schmerz und den Haß zu suchen. Sails Weg führt nun zu den Deutschen.

13:30 Uhr
Forum International, Messe Halle 4, D403
Kleine Sprachen – große Literaturen

Lesung mit Eugenijus Ališanka (LT) und Tamas Jonas (HUN),
Moderation: Katharina Narbutovic

14 Uhr
Leseforum Halle 5, C606
Fernando Pessoa : Über Juden- und Freimaurertum

Der Übersetzer Markus Sahr stellt die deutsche Erstveröffentlichung dieses wichtigen Fragments aus dem Nachlaß Pessoas vor, Moderation: Viktor Kalinke

15:30 Uhr
Leipzig liest Forum, C606
Ralph Grüneberger: Politessenblut - Männergeschichten

Grüneberger überrascht durch die Vielfalt der sprach­lichen und stilistischen Möglichkeiten – das ist von höchster Güte, ist beste deutsche Prosa.

18-19:30 Uhr
Polnisches Institut
Kleine Sprachen – große Literaturen

Lesung mit Guntis Berelis (LV), Auguste Corteau (GR), Miljenko Jergovic (HUNG), Herkus Kuncius (LT), Ervin Ounapuu (EST) & Jani Virk (SI)

Sonnabend, 18. 3. 2005, 14 Uhr
Leseforum Halle 5, C606
Peter Gehrisch präsentiert : “Hans-Theodors Karneval oder Das Federnorakel”, Roman

Die Flucht aus dem Bombeninferno Dresdens – gesehen mit den Augen eines Kleinkindes, dem das Geschehen wie ein mör­derischer Karneval erscheint – Absurditäten der Nachkriegsjahre, Schule und Junglehrerdasein in der DejDejEr formen das Bühnenbild für ein erzählerisches Varieté, das gesellschaftlichen und politischen Ereignissen in travestie­render Weise Gestalt verleiht – nach der Art barocker Romane.

14:45 Uhr
Forum International, Messe Halle 4, D403
Kleine Sprachen – große Literaturen

Lesung mit Herkus Kuncius (LT) & Marek S. Huberath (PL)
Moderation: Hans-Christian Trepte

20 Uhr
Edition Erata
Fernando Pessoa : Über Juden- und Freimaurertum

Der Übersetzer Markus Sahr stellt die deutsche Erstveröffentlichung dieses wichtigen Fragments aus dem Nachlaß Pessoas vor, Moderation: Viktor Kalinke

22 Uhr
Edition Erata in Zusammenarbeit mit “Books from Lithuania” (Kultusministerium Litauen)
Litauische Lesenacht: Lietuva, Literatur und andere Lustbarkeiten - Herkus Kuncius & Eugenijus
Ališanka zu Gast bei ERATA
Spielleiterin: Mala Vikaite

Herkus Kuncius löst die ökonomischen Probleme unserer Zeit, indem er im Mund seines Romanhelden, eines dekadenten Bernsteinvolkskünstlers, Edelsteine und die nimmermüde Hoffnung auf Reichtum wachsen läßt. Doch bald schon entpuppt sich die adrette Zahnärztin, die bei der Bergung seiner Schätze behilflich ist, als Mitglied einer großen Familienverschwörung...

Sonntag, 19. 3. 2005, 14 Uhr
Edition Erata
Peter Gehrisch präsentiert : “Hans-Theodors Karneval oder Das Federnorakel”, Roman

19. 4. 2006, 20 Uhr
Die Langsamkeit des Schnitts
Slow motion cinema 1:
Dziga Vertov: Entuziazm (Simfonija Donbassa), 1930 (1972), 65 min

21. 4. 06, 20 Uhr
Frühjahrsbestellung 1
Katrin Heinau liest aus ihrem neuen Erzählband „Vier Männer“

„Bevor ich die vier Erzählungen schrieb, habe ich mich gefragt: wie komme ich an die Erinnerung, an die Innensicht einer dritten Person, zumal wenn es sich um einen Mann handelt? So sind diese Erzählungen eine Art Übung im Männerverstehen geworden. Alle vier Männer befinden sich in einem Moment der Krise, des Übergangs. Ihr äußerer Handlungsspielraum ist beengt, sie befinden sich in einem Hotelzimmer, einem Krankenbett, in der Schlaflosigkeit oder unter einer schwarzen Brille. Die Erinnerung, die angestoßen wird, ist von Lektüre bestimmt: sie haben, wie auf einem klassischen Porträt, sozusagen ein Buch in der Hand.“

Katrin Heinau beweist, daß Frauen auch Geschichten über Männer erzählen können, ohne sie der Häme eines falsch verstande­nen Feminismus preiszugeben.

26. 4. 2006, 20 Uhr
Die Langsamkeit des Schnitts
Slow motion cinema 2:
Jonas Mekas: Walden. Diaries, Notes and Sketches, 1969, 180 min

28. 4. 2006, 20 Uhr
Vernissage
Christiane Lene Werner (Leipzig): „Gitterplätze“ (Zeichnungen und Drucke)

In dieser Ausstellung werden neben Tuschezeichnungen vor allem kombinierte Druckgrafiken gezeigt. Dabei handelt es sich durchgehend um Unikate, bei denen aus Holz geschnittene Motive und Flächen eingefärbt, gedruckt und mit anderen Materialien kombiniert sind.

3. 5. 2006, 20 Uhr
Uraufführung
„Kleine Tode“, 8 min, Luxus Film 2006, R & D: Mala Vikaite, Viktor Kalinke

Das Reich der Mitte bereitet sich auf ein „chinesisches Jahrhundert“ vor und schreckt, um dieses Ziel zu erreichen, nicht vor der Kalkulation zahlloser Toter zurück. Dies offenbart eine Geheimrede von Chi Haotian, Chinas Ex-Verteidigungsminister, aus der im Film ausführlich zitiert wird. Der Film nimmt eine Reihe grotesker Todesarten vorweg und konterkariert die alptraumhaften Geheimpläne als ungewollten Witz.

Die Uraufführung des Filmes findet am 5. 5. im Rahmen des Filmfests in Schwerin statt.

5. 5. 2006, 20 Uhr
Lesung
Thomas Böhme liest aus „Dämmerung mit Dingen“ (Erzählung)

Ein Rilke-Motiv und eine zum Sperrgebiet erklärte Insel. Alker und Bell – ein ungleiches Paar – unterwegs nach Norden, denn Norden bedeutet, den längeren Atem zu haben. Sie haben eine Vereinbarung getroffen. Die Vereinbarung lautet: Nur einer von beiden kehrt zurück.

Fünf Jahre nach Erscheinen von „Dämmerung mit Dingen“ (Druckhaus Galrev) liest Thomas Böhme erstmals in Leipzig aus dieser Erzählung.

12. 5. 2006, 20 Uhr
Lesung im Literaturcafe (Haus des Buches)
„Durch jede Stunde durch jedes Wort blutet die Wunde der Schöpfung fort ...“

Friedemann Berger, Thomas Böhme, Roland Erb, Carl Christian Elze, Adel Karasholi, Viktor Kalinke & Andreas Reimann lesen zu Ehren von Gottfried Benn.

13. 5. 2006, 20 Uhr
Lesung & Buchpremiere
Sascha Heße: Bewegungen des Zweifels

In Fragmenten und Aphorismen – Formen, die dem Trümmerhaften unserer hiesigen Existenz entsprechen sollen – werden in vorliegendem Buch jene elementaren Fragen behandelt, die sich dem menschlichen Bewußtsein von jeher aufdrängen – die Fragen nach dem Woher und Wohin, dem Warum und Wozu, nach der Wahrheit, nach Gott und dem Tod. Der Autor legt Wert darauf, im Offenen nicht nur zu beginnen, sondern auch zu enden. Wirklichkeit läßt sich für ihn nicht in eine Weltanschauung einschließen. Enthält sein Denken Widersprüche, so gilt ihm dies gerade nicht als Makel – vielmehr als untrügliches Zeichen des Versuchs, wahrhaftig zu sein.

19. – 21. 5. 2006
Europa-Tage in Lwowek Slaski (Polen)
„Brunnen-Mund“

Lesungen mit Peter Gehrisch, Wojciech Izaak Strugala, Viktor Kalinke, Volker Sielaff, Marek Sniecinski u.a. zum gleichlautenden Motto aus Rilkes „Sonette an Orpheus“

2. 6. 2006, 20 Uhr
Vernissage
Jens Ossada: Der Mensch und sein System – Malerei und Objekte

Zwischen Plan und Ergebnis steht der Bauch und so ist es nicht verwunderlich, daß bei dieser Darstellung von Kunstobjekten und Lyriktexten zu Themen wie z.B. Gesellschaft, Krieg und Konsum ein starkes, kritisches Bauchgefühl durchscheint. Ob als experimenteller Materialkünstler, analytischer Vulkaniersohn oder lyrischer Wortfetzenreiher – ossada reißt mit den hier gezeigten Objekten und den im Themenkomplex „Der Mensch und sein System“ entstandenen Gedichten Mauern aus Tabus, Moral und Gesetzen ein und sucht das Dahinter. Suchen Sie mit.

Zur Vernissage erklingt Musik von Peter Piek. Michael Goller liest aus dem legendären „Malbuch“ und hält die Laudatio.

14. 6. 2006, 20 Uhr
Slow motion pictures
Deutsch-Ossig
Dokumentarfilm von Bernd Mast

Nach Fotografien von Matthias Lüttig, 1994

Deutsch-Ossig, ein dazumal sozialistisches Dorf in der Lausitz, wird leer gezogen, wird weggebaggert. Die Bilder sprechen für sich. Kein Wort fällt. Ravels „Bolero“ treibt es auf die Spitze.

„Glück auf, machs gut“
Dokumentarfilm von Bernd Mast und Constanze John, 2002

Eine Steinkohlenkokerei mitten in der Stadt. Die letzte auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Vor fünfzehn Jahren wurde sie geschlossen. Der Filmemacher und Fotograf Bernd Mast/ Zwickau und die Schriftstellerin Constanze John/ Leipzig dokumentieren einen Endpunkt sächsischer Industriegeschichte.

16. 6. 2006 , 20 Uhr
Lesung
Udo Tiffert: Liebe ist so übel nicht

Udo Tiffert hat seine Geschichten von 2002 bis 2005 in einem Band zusammen gefaßt. Sie spielen in Berlin, in der Lausitz, an Flüssen, auf Brücken. Menschen versuchen ihr Verhältnis zu Nächsten zu erhalten, zu verbessern. Tiffert unterbricht diese Lesung mit aktuellen (fast) erfundenen
Nachrichten, Akutsatire und rahmt sie mit einem Gedicht. Poesie und Humor sitzen auf der Vortreppe und sonnen sich.

6. 7. 2006, 18 Uhr
Musizierstunde mit Jens Lübeck

18. 9. 2006, 20 Uhr
Haus des Buches
Stevan Tontic: "Handschrift aus Sarajevo"

Stevan Tontic (1946) kehrte nach fast neun Exiljahren in Deutschland (1993 – 2001) nach Sarajevo zurück, wo er einst Philosophie studierte und als Verlagslektor arbeitete. Sein in der belagerten Stadt geschriebener Lyrikband Handschrift aus Sarajevo machte ihn in mehreren Sprachen bekannt. Die deutsche Übersetzung ist bei «Landpresse» (Weilerswist 1994, 1995, 1998) und in der Edition Erata als Hörbuch (2004) erschienen und wurde mit dem Horst-Bienek-Förderpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und dem Preis der Stadt Heidelberg «Literatur im Exil» ausgezeichnet.

22. 9. 2006, 20 Uhr
Vernissage
Angela Hohlfeldt (Stuttgart, Zürich) “...gostopgo… Standbilder und SeismoGraphien”

Ein Bild ist ein Zu-Stand eines Entwicklungsprozesses, der unterbrochen wurde. In einem bestimmten Moment. Nicht früher, nicht später. Andere in dieser künstlerischen Verwandlung enthaltenen Zustände waren oder sind potentiell. Gewöhnlich unsichtbar. In ”...gostopgo… Standbilder” werden aus der Fülle von Möglichkeiten Momente des laufenden digitalen Gestaltungsprozesses von der Künstlerin ausgewählt, gespeichert und sichtbar gemacht. Zum einen laden Drucke ein zum Verweilen im Zustand. Zum andern werden die Standbilder als bewegte Folge gezeigt. Der Betrachter vollzieht somit den Wandel - das stete Werdenvergehen – einer komplexen Gestalt nach, er ahnt, wie viele potentielle Bilder er übersah und sieht ein, dass es am Ende einer solchen Reihe kein Ende gibt.

24. 9. 2006, 15 Uhr
Künstlergut Prösitz
im Rahmen der “Sächsischen Literaturtage”

Viktor Kalinke: "Die Kunst : den Ort zu finden" - Liebesgedichte und Kurzprosa

Kalinkes Texte protokolliert subjektiv, was unter dem Stichwort Globalisierung einer Einheitskultur zum Opfer zu fallen droht. Seine Lyrik balanciert zwischen Entrücktheit und irdischer Lust, sie entfaltet eine Fülle sinnlicher Gesten und Szenerien: Doppelbödigkeit zwischen Ironie und Endzeitstimmung, schalkhafte Improvisation, Spagat zwischen exi­sten­zieller Philosophie und Lautakrobatik. Jeder der Texte baut seine eigene, oft faszinierende Wirkung auf, in ihrem Zusammenklang erzeugen sie geradezu hypnotische Wirkungen auf den Hörer, den ein Wirbel von Assoziationen erwartet; er kann sie weiterspinnen, die Brüche wahrnehmen und ihren Sinn ergründen...

“Kalinke schreibt über Städte und Reisen, Schnittpunkte, über Orte, Helden und Dichter, aber auch über ganz ­Intimes.” (Heinz Weißflog, Ostragehege 34)

“Kalinkes expressive Poetik kennzeichnet eine komplizierte, feinsinnige Lexik, deren ungewöhnliche Verkürzungen um die existenziellen Fragen des Seins kreisen, ohne jedoch den Menschen zu vergessen, der gleichsam über das Alltägliche gesetzt wird.” (Tatjana Graus, in: Topos, Zeitschrift für Philosophie und Literatur, Moskau, 07 / 2005)

27. 10. 2006, 20 Uhr
Lesung
Ron Winkler (Berlin) präsentiert Billy Collins (New York): “Schnee schaufeln mit Buddha”

Collins Gedichte sind Akte der Ent­banalisierung, Entdeckungen eines mit selbstironischem Humor ausgerüsteten Träumers, der die Kunst des Ertrinkens beherrscht, eine Historie des Wetters verfaßt und die Vögel von Arizona zu adressieren vermag. Billy Collins schreibt nicht nur Poesie, er erzählt sie auch.

3. 11. 2006, 20 Uhr
Lesung
Franz Hodjak (Usingen): Was wäre schon ein Unglück ohne Worte, Aphorismen

Dieses Buch enthält eine Auswahl von Notizen und Eintragungen, die sporadisch seit nunmehr etwa dreißig Jahren entstanden und wie ein lockeres Tagebuch geführt worden sind. Das Buch lädt ein, etwas zu finden, was man gar nicht gesucht hat.

10. 11. 2006, 20 Uhr
Vernissage
Frank Nitsche (Aschersleben): Ptolemäisches Karussell, Radierungen und Malerei

12. 11. 2006, 20 Uhr
Doppellesung
Polnisches Institut
(in Zusammenarbeit mit „Literarische Arena e.V.)

Birute Mar (Vilnius): Texte aus Litauen

1969 in Kaunas geboren, hat nach ihrem Studium am St.-Petersburger Institut für Theater, Musik und Filmkunst am Akademie-Theater Vilnius und am Litauischen Nationaltheater gearbeitet. Ihr erster Gedichtband “Nichtabgeschickte Briefe” erschien 1995, der zweite “Solo” – 2001. Ihr Essay-Band “Kokoro” aus dem Jahre 1999 versammelt Reiseeindrücke aus Japan. Birute Mar schreibt außerdem für Oper, Theater und Film und tritt in von ihr selbst inszenierten Stücken für eine Person auf.

Viktor Kalinke (Leipzig): Gediminas’ Kinder

Kalinke liest aus den Texten, die während seines Aufenthaltes in Litauen entstanden sind. “Beinahe ein Gedichtsreisebuch, skizzenhaft wie die schönen und eindringlichen Arbeiten von Delacroix aus Nordafrika.” (Grit Díaz de Arce, Berlin)

17. 11. 2006, 20 Uhr
Doppellesung
Katrin Heinau (Berlin): Evakuierung, Roman

Mit dem Blick der Berlinerin in Sachsen registriert die Autorin Sonderbares und Kurioses der städtischen Kunstszene, in der reale Personen wie Helden von einem anderen Planeten erscheinen.

Utz Rachowski (Reichenbach): Meine Sommer, meine Winter und das andere, Hörbuch

Der Autor erzählt in seiner poetischen Prosa von Kindheit, Freundschaft, Liebe, Verrat und Exil.

24. 11. 2006, 20 Uhr
Lesung
Guillaume Apollinaire: Bestiarium

Thomas Eichhorn liest aus den schalkhaften Etüden des französischen Wegbereiters der Avantgarde. »Ein poetisches Divertimento« – Apollinaires Bestiarium läßt sich wohl kaum besser als mit seinen eigenen Worten be­schreiben: ein poetisches Spiel, Zerstreuung und Ergötzlichkeit in einem. Hier ist der Text in der meisterhaften Neuübersetzung von Thomas Eichhorn zu hören.

1. 12. 2006, 20 Uhr
Doppellesung
Die Dresdner Nacht

Uwe Nösner (Dresden): Die gekreuzigte Zeit, Gedichte

Für Uwe Nösner ist die Dichtung eine Möglichkeit, den gelebten Augen­blick ins Unermeßliche zu steigern, das meßbar Zeitliche – das ist: das Vergängliche – zu bezwingen.

Peter Gehrisch (Dresden): Tunnelgänge, Gedichte

Die Wahrnehmung, die Welt bestehe als ein transzen­dentes System von Tunnelgängen, ist bei Peter Gehrisch in der Kindheit entstanden. Prä­natale Ängste, Beklemmung und konkrete Bedrohung während der Bombenabwürfe auf Dresden kennzeichnen seinen Erfahrungshintergrund.

2. 12. 2006, 20 Uhr
Lesung
Elke Erb (Berlin) und Marek Sniecinski (Wroclaw): Dichterin trifft Übersetzer trifft Übersetzerin trifft Dichter

oder "Wenn Literatur deutsch und polnisch zu Wort und Literaten ins Gespräch kommen" - ein Abend der lyrischen Extraklasse veranstaltet mit Unterstützung der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen im Rahmen des Projektes "Begegnungsdreieck Sachsen – Polen – Litauen" der Literarischen Arena e.V.

8. 12. 2006, 20 Uhr
Vernissage
Nuno Félix da Costa: Spiegelungen und Überschreibungen: Faust / Prometheus und Goethe / Pessoa

Der portugiesische Künstler und Psychiater Nuno Felix da Costa hat sich von einem bisher unveröffentlichten Prometheus-Fragment Pessoas inspirieren lassen und spielt im Zyklus „Spiegelungen und Überschreibungen“ bildhaft mit (un)möglichen Verbindungen zwischen Goethe und Pessoa.

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut kuratiert Holger Brohm (Humboldt-Universität, Berlin) diese Ausstellung. Da Costa gelingt mit großflächig übermalten Fotografien Pessoas und Goethes eine künstlerische Annäherung an dessen Selbstvervielfältigung in unterschiedliche Autorenpersönlichkeiten (Heteronyme). Zur Eröffnung liest Markus Sahr aus den Fragmenten Pessoas.

14. 12. 2006, 19 Uhr
Weihnachtssingen
der Gesangklasse Iris Donner (geschlossene Veranstaltung)

15. 12. 2006, 20 Uhr
Lesung
Herberto Helder: Die Schritte ringsum, Erzählungen

Der Übersetzer Markus Sahr stellt den ersten auf Deutsch erschienenen Band des portugiesischen Meistererzählers vor. “Die Schritte rings­um” repräsentieren die Schritte eines Menschen, der in luzider Weise versucht, den Sinn seiner Existenz herauszufinden, da ihm vom Transzendenten her keine Antwort zuteil wird.

 

Leipziger Buchmesse 2007

Nun ist sie wieder da, die alljährliche Sintflut von Neuerscheinungen rund um die Buchmesse. Wieder werden unzählige neue Bücher vorgestellt, gepriesen, beworben. In dieses tosende Meer an bestsellerverdächtigen, kollektivbeglückenden und natürlich nie zuvor da gewesenen literarischen Sensationen setzen wir unsere
kleinen Inseln, Inseln der Freiheit. Jede Insel entführt in ihre eigene Welt und wer an unserer Odyssee teilnimmt, erlebt eine Reise im Namen der Freiheit: von den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs, über die langen Jahre des Untergrundkampfes zu dieser noch namenlosen Epoche nach der Postmoderne. Die Inselausflügler wandern dabei fernab der touristischen Pfade, die Route führt vielmehr durch allerlei Schutt und Geröll der jüngeren Geschichte.

Erstmals zeigen wir in diesem Frühjahr einen Dokumentarfilm, in dem zeitgenössische Dichter und Dichterinnen, u.a. Christoph Meckel und Yvette K. Centeno, über ihr poetisches Handwerk berichten.

22.03.2007, 16:00 Uhr

Viktor Kalinke: DichterSehen, Teil 1
Dichterinnen und Dichter geben vor laufender Kamera Auskunft über den kreativen Prozess: Orte, Anfänge,
biographische Brüche, das Verhältnis zu Körper und Bild sowie der Umgang mit dem Literaturbetrieb - Thomas
Kunst, Katrin Heinau, Wojciech Izaak Strugala, Gertrud Katzenstein und Silvio Pfeuffer
Ort: Leipzig liest Forum Halle 5, Stand D504

22.03.2007, 17:00 Uhr

Viktor Kalinke: DichterSehen, Teil 2
Christoph Meckel, Yvette Centeno, Thomas Böhme, Mila Haugova
Ort: Leipzig liest Forum Halle 5, Stand D504

22.03.200, 20:00 Uhr

Thomas Böhme: Widerstehendes
Lesung und Ausstellungseröffnung
Fotografien zufällig entdeckter Objekte, an denen das Beharrungsvermögen fasziniert oder die Flüchtigkeit, ihre Beschädigungen und Zerstörungen, ihr Fehl-am-Platze-Sein. Zu jeden Foto hat Thomas Böhme ein Prosastück geschrieben, in dem er über die Herkunft des Abgebildeten spekuliert und ins Erzählen kommt: von der Geschichte hinter den Dingen.
Ort: Edition + Galerie Erata

22.03.2007, 22:00 Uhr

Viktor Kalinke: DichterSehen - Premiere !!
Neun Dichertinnen und Dichter geben vor laufender Kamera Auskunft über den kreativen Prozeß: Orte, Anfänge, biographische Brüche, das Verhältnis zu Körper und Bild sowie der Umgang mit dem Literaturbetrieb -Christoph Meckel, Yvette Centeno, Thomas Böhme, Mila Haugova, Thomas Kunst, Katrin Heinau, Wojciech Izaak Strugala, Gertrud Katzenstein und Silvio Pfeuffer.
Ort: Edition + Galerie Erata

In Anwesenheit des Regisseurs sowie Autoren.

23.03.2007, 16:30 Uhr

Krzysztof Siwczyk: Im Reich der Mitte
Antimetaphysisch, antimetaphorisch, antinarratorisch - diese Texte wirken. Lesung polnisch-deutsch, übersetzung: Andre Rudolph.
Ort: Leipzig liest Freizeitforum, Halle 3, Stand F400
In Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Leipzig

23.03.2007, 17:00 Uhr

Manuel Alegre: Rafael
Manuel Alegre, Vize-Präsident des portugiesischen Parlaments, ist der Berufung nach Dichter. Heute stellt er in Leipzig die deutsche Erstausgabe seines autobiographischen Romans vor und erzählt vom Leben im Untergrund, vom Exil in Algerien und Frankreich und vom Kampf gegen die Salazar-Diktatur.
deutsche Übersetzung: Markus Sahr
Ort: Leipzig liest Forum International, Halle 4, Stand B412
In Zusammenarbeit mit „Die Fähre e. V.“

23.03.2007, 20 Uhr

Manuel Alegre: Rafael
Manuel Alegre, Vize-Präsident des portugiesischen Parlaments, ist der Berufung nach Dichter. Heute stellt er in Leipzig die deutsche Erstausgabe seines autobiographischen Romans vor und erzählt vom Leben im Untergrund, vom Exil in Algerien und Frankreich und vom Kampf gegen die Salazar-Diktatur. deutsche Übersetzung: Markus Sahr
Ort: Haus des Buches
In Zusammenarbeit mit „Die Fähre e. V.“

23.03.2007, 22:00 Uhr

Viktor Kalinke: DichterSehen
Neun Dichterinnen und Dichter geben vor laufender Kamera Auskunft über den kreativen Prozeß: Orte,
Anfänge, biographische Brüche, das Verhältnis zu Körper und Bild sowie der Umgang mit dem Literaturbetrieb - Christoph Meckel, Yvette Centeno, Thomas Böhme, Mila Haugova, Thomas Kunst, Katrin Heinau, Wojciech Izaak Strugala, Gertrud Katzenstein und Silvio Pfeuffer.
Ort: Edition + Galerie Erata

24.03.2007, 15:15 Uhr

Peter Dombrowski: Velates
Velates ist ein Kauz, der die These zu leben scheint, daß Naivität und intellektuelle Durchtriebenheit nicht nur friedlich koexistieren, sondern darüber hinaus eine reizvolle Symbiose eingehen können. Köstliche Geschichten von Herrn V.
Ort: Congress Center Leipzig - Mehrzweckfläche 4

24.03.2007, 15:40 Uhr

Oliver Bendel: Nachrückende Generationen

Nelli und ihre Freundin Sara langweilen sich auf Partys, klauen in einer Boutique, sie haben Cyber- und Telefonsex und begehen beinahe einen Raubüberfall auf offener Straße. Sie verabreden sich im Chat mit einem Mann, der sie fast vergewaltigt. Und doch geht es irgendwie weiter, ganz anders, als man vermutet.
Ort: Congress Center Leipzig - Mehrzweckfläche 4

24.03.2007, 16:05 Uhr

Gerhard Weinreich: Schwichtenbergs letztes Spiel
Die Geschichte des desertierten Wehrmachtsoffiziers Paul Schwichtenberg, der 1945 in Hinterpommern die Vertreibung miterlebt. Als die Rote Armee einmarschiert, erscheint Schwichtenberg der Tod, mit dem er eine Partie Schach um sein Leben spielt.
Ort: Congress Center Leipzig - Mehrzweckfläche 4

24.03.2007, 16:30 Uhr

Viktor Kalinke: DichterSehen
Christoph Meckel, Yvette Centeno, Thomas Böhme, Mila Haugova, Thomas Kunst, Katrin Heinau, Wojciech Izaak Strugala, Gertrud Katzenstein und Silvio Pfeuffer.
Ort: Congress Center Leipzig - Mehrzweckfläche 4

24.03.2007, 18:30 Uhr

Krzysztof Siwczyk: Im Reich der Mitte
Vom Ansatz her antimetaphysisch, antimetaphorisch, antinarratorisch wirken diese Texte in ihren Pointen
dennoch erzählerisch und existenziell. Den Hörer erwarten Lakonie und spannende Registerwechsel. Lesung polnisch-deutsch, übersetzung: Andre Rudolph.
Ort: Polnisches Institut Leipzig
In Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Leipzig

24.03.2007, 20:00 Uhr

Erata-Literaturnacht: Neue Prosa
Peter Dombrowski, Oliver Bendel, Gerhard Weinreich
Drei literarische Debüts: Hier verschaffen sich neue Stimmen mit zwei Romanen und Kurzgeschichten
Gehör.
Ort: Edition + Galerie Erata

24.03.2007, 23:00 Uhr

Viktor Kalinke: DichterSehen
Neun Dichterinnen und Dichter geben vor laufender Kamera Auskunft über den kreativen Prozeß: Orte, Anfänge, biographische Brüche, das Verhältnis zu Körper und Bild sowie der Umgang mit dem Literaturbetrieb. - Christoph Meckel, Yvette Centeno, Thomas Böhme, Mila Haugova, Thomas Kunst, Katrin Heinau, Wojciech Izaak Strugala, Gertrud Katzenstein und Silvio Pfeuffer.
Ort: Edition + Galerie Erata

25.03.2007, 10:30 - 11:00 Uhr

Axel Helbig: Der eigene Ton - Gespräche mit Dichtern

Der Ausgangspunkt für die Entstehung dieses Buches war die Neugier des Lesers. Aber auch das Verlangen, gerade mit jenen Autoren ins Gespräch zu kommen, deren Bücher etwas abverlangen und verunsichern. Beteiligte Autoren: Arnold Stadler, Norbert Gstrein, Herta Müller, Reinhard Jirgl, Franz Hodjak, Günter Kunert, Christoph Meckel, Adolf Endle, Elke Erb, Ilma Rakusa, Katja Lange-Müller, Kathrin Schmidt, Peter Gehrisch, Raoul Schrott, Christoph Wilhelm Aigner, Christian Lehnert, Kurt Drawert, Marcel Beyer, Lenka Reinerova
Ort: Leipzig liest Forum Halle 5, Stand D504

30. 3. 2007, 20 Uhr

Margit Kraus: "Sanft"
Lesung

11.04.2007, 20:00 Uhr

Viktor Kalinke: DichterSehen
Neun Dichterinnen und Dichter geben vor laufender Kamera Auskunft über den kreativen Prozeß: Orte, Anfänge, biographische Brüche, das Verhältnis zu Körper und Bild sowie der Umgang mit dem Literaturbetrieb. Zu sehen sind: Christoph Meckel, Yvette Centeno, Thomas Böhme, Mila Haugova, Thomas Kunst, Katrin Heinau, Wojciech Izaak Strugala, Gertrud Katzenstein und Silvio Pfeuffer.

18. 4. 2007, 19 Uhr

Gerhard Weinreich: Schwichtenbergs letztes Spiel
Die Geschichte des desertierten Wehrmachtsoffiziers Paul Schwichtenberg, der 1945 in Hinterpommern die Vertreibung miterlebt. Als die Rote Armee einmarschiert, erscheint Schwichtenberg der Tod, mit dem er eine Partie Schach um sein Leben spielt.
Ort: Galerie auf Zeit, Dortmund, Viktoriastraße 14

4. 5. 2007, 20 Uhr

Jenny Feuerstein (Köln): „Traumstille. Orte“ - Vernissage und Buchpremiere
Die Künstlerin zeigt eine ausgewählte Reihe von Schwarzweiß-Fotografien aus ihrem aktuellen lyrisch-fotografischen Buchband „In meiner Tasche aus Gedanken“. Der nahe Blick auf die Dinge – der Ausschnitt/der Anschnitt aber auch der Blickwinkel und die jeweilige Lichtsituation – entrückt alles Gesehene seiner Wirklichkeit, zeigt es im Traum und in der Realität zugleich.

4. 5. 2007, 22:00 Uhr

Viktor Kalinke: DichterSehen
Neun Dichterinnen und Dichter geben vor laufender Kamera Auskunft über den kreativen Prozeß: Orte, Anfänge, biographische Brüche, das Verhältnis zu Körper und Bild sowie der Umgang mit dem Literaturbetrieb. Zu sehen sind: Christoph Meckel, Yvette Centeno, Thomas Böhme, Mila Haugova, Thomas Kunst, Katrin Heinau, Wojciech Izaak Strugala, Gertrud Katzenstein und Silvio Pfeuffer.

17. - 20. Mai 2007

Mainzer Minipressen-Messe, Stand J35
Erata ist auf der legendären Kleinstverlags-Messe mit einem Stand vertreten und präsentiert die aktuellen Künstlerbuch-Editionen - ein Grund mehr, an diesem Wochenende einmal am Mainzer Rheinufer entlangzubummeln.

24. - 28. Mai 2007

Litauisch-deutschen Übersetzerwerkstatt
Mala Vikaite beteiligt sich an der Übersetzer-Werkstatt im Thomas-Mann-Haus Nida (Litauen), arrangiert von "Books from Lithuania". Von ihr sind bei ERATA erschienen: Herkus Kuncius - Ornament, Gintararas Grajauskas - Knochenflöte, Laurinas Katkus - Tauchstunden.

25. - 27. Mai 2007

„Ich bin der Zauberer des Staubs“
Europatage in LWÓWEK ŚLĄSKI (LÖWENBERG) & JAGNIĄTKÓW (AGNETENDORF)
Schirmherr: Steffen Heitmann, Präsident der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
mit: Krystyna Lars, Stefan Chwin, Gdańsk; Andreas Altmann, Berlin; Wilhelm Bartsch, Halle; Hans van de Waarsenburg, Maastricht, Antonin Bajaja, Zlín, Jana Stroblová, Prag, Wojciech. Izaak Strugała, Lwówek Śląski

27. 05., 14 Uhr

Peter Gehrisch: Tunnelgänge, Gedichte (deutsch / polnisch)
Peter Gehrisch und sein Übersetzer Józef Zaprucki stellen die polnische Ausgabe des Gedichtbandes "Tunnelgänge" vor.
Ort: Gerhart-Hauptmann-Haus (JAGNIĄTKÓW - AGNETENDORF)

8. 6. 2007, 20 Uhr

Andreas Hegewald (Dresden): any new dimensions - Ledige Sätze
Neue Zeichnungen - Vernissage & Buchpremiere
Lineaturen im fleischlosen Antlitz aus der Fremde des Aussehens oder doch im nach vorn drängenden Geschiebe einer Handschrift bis an den Rand des Punkts ...

8. 6. 2007, 22:00 Uhr

Viktor Kalinke: DichterSehen
Neun Dichterinnen und Dichter geben vor laufender Kamera Auskunft über den kreativen Prozeß: Orte, Anfänge, biographische Brüche, das Verhältnis zu Körper und Bild sowie der Umgang mit dem Literaturbetrieb. Zu sehen sind: Christoph Meckel, Yvette Centeno, Thomas Böhme, Mila Haugova, Thomas Kunst, Katrin Heinau, Wojciech Izaak Strugala, Gertrud Katzenstein und Silvio Pfeuffer.

22. 6. 2007, 20:00 Uhr

Gerhard Weinreich: Schwichtenbergs letztes Spiel
Die Geschichte des desertierten Wehrmachtsoffiziers Paul Schwichtenberg, der 1945 in Hinterpommern die Vertreibung miterlebt. Als die Rote Armee einmarschiert, erscheint Schwichtenberg der Tod, mit dem er eine Partie Schach um sein Leben spielt.
Ort: Buchhandlung Kuhn in Feucht, Hauptstraße 55

7. 7. 2007, 18:00 Uhr

Orpheus versammelt die Geister in der Edition Erata
Ein wahrhaft mythologisches Treffen

Die Dresdner Zeitschrift für Literatur und Kunst OSTRAGEHEGE, benannt nach der gleichnamigen angesandeten Elbinsel, ruft ihre Geister nach Schleußig, auf die Leipziger Elsterinsel. Dort hat die EDITION ERATA ihren Sitz. Gemeinsam laden OSTRAGEHEGE und ERATA zur literarischen Sommernacht.

Autoren der Anthologie "Orpheus versammelt die Geister" sowie Autoren und Freunde der Zeitschrift OSTRAGEHEGE tragen ihre Texte vor. (Bei gutem Wetter im Freien.)

Es wird nicht nur ein Fest für die Ohren, sich der Beschwörungsmagie heutiger Wortkünstler hinzugeben, sondern auch ein Fest der Begegnung und Sinne. Hier trifft sich, wer etwas zu sagen hat.

Es lesen: Thomas Böhme, Wjatscheslaw Kuprijanow, Udo Grashoff, Judith Zander, Mara Genschel, Carl-Christian Elze, Katrin Merten, Silke Brohm, Viktor Kalinke, Silvio Pfeuffer, Andreas Altmann, Jens Rosch, Uta Wiedemann, Roza Domascyna, Jayne-Ann Igel, Undine Materni, Jens Wonneberger, Kerstin Becker, Katrin Heinau, Patrick Beck, Inger Kock, Sergej Birjukov, Gesche Blume, Andreas Hegewald

19. 7. 2007, 18 Uhr

Musizierstunde mit Jens Lübeck

3. 9. 2007, 19:30 Uhr

Gerhard Weinreich liest aus"Schwichtenbergs letztes Spiel"
Ort: Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, Königswall 18

28. 9. 2007, 20 Uhr

Gerhard Weinreich (Dortmund) liest: Schwichtenbergs letztes Spiel
Die Geschichte des desertierten und als Pfarrer verkleideten Offiziers Schwichtenberg auf seiner Flucht aus Pommern. Gerhard Weinreich gibt bei der Lesung Einblick in seine "Kopfwerkstatt" als Schriftsteller.

 

12. 10. 2007, 20 Uhr

Stefanie Golisch (Monza) präsentiert: Charles Wright "Worte sind die Verringerung aller Dinge"
Lesung
Die Übersetzerin Stefanie Golisch aus Monza präsentiert den ersten deutschsprachigen Gedichtband des in Amerika gefeierten Lyriker Charles Wright, der für seine Arbeiten unter anderem mit dem Pulitzer Prize for
Poetry und dem National Book Award ausgezeichnet wurde. "Mich interessieren drei Dinge, in der Lyrik wie im Leben: Landschaft, Sprache und die Idee des Göttlichen." Aus diesem Dreigestirn entwickelt sich
Wrights poetisches Universum. In seinen schönsten Gedichten läßt Wright die Dinge sprechen, ohne sie zu bewerten. Dabei bewegt er sich maßgeblich im Umkreis des fernöstlichen Denkens, das von jeher den alltäglichen Dingen des Lebens Würde zuerkennt. Den Gegenpol dazu bildet ein unruhiges Ich, das
seine Wurzeln in unserer westlichen Zivilisation weder verleugnen kann noch will.

Charles Wright: geb. 1935 in Pickwick Dam, Tennessee, Präsident der Academy of American Poets, Professor an der University of Virginia, wurde für sein Werk mit dem Pulitzer Prize for Poetry und dem National Book Award ausgezeichnet.

21 Uhr

Reinhard Sandner: Ausstellung „tangens h-moll“
Vernissage
Der in Dresden lebende und arbeitende Künstler Reinhard Sandner ist ein erzählender Maler. Seine Werke sind geprägt von Erlebtem und Erfahrenem, von Konflikten und Fragestellungen aus widersprüchlichen Empfindungen. Er setzt seine Figuren gestenreich und unverschlüsselt ein und gibt so Befindlichkeiten über Körperhaltung und Form wieder. Seine Bilder sind geprägt von stillen, fast nachdenklichen Farben und dem Spiel mit Hell und Dunkel.

Die Ausstellung wird bis zum 1. November in den Galerieräumen der Edition ERATA zu sehen sein.

22 Uhr

Reinhard Sandner & Lothar Sprenger: „Rauchzeichen“ (25 min)
Film
"Rauchzeichen" ist eine poetische Filmreise durch eine Landschaft, die noch lebhafte Spuren des Braunkohleabbaus trägt. Es ist auch eine Erkundung von Sinnlichkeit und Würde alter Gemäuer. Gedreht haben ihn zwei bildende Künstler: der Maler Reinhard Sandner und der Fotograf Lothar Sprenger. Ihre
gemeinsame Vorliebe für ausgedehnte Spaziergänge um Lauchhammer und ihre Einsichten über die Geschwindigkeit der Wandlungen brachten sie auf die Filmidee. Wortlos und bildgewaltig erzählen Sandner und Sprenger von Menschen, verwehtem Ruß und einer Landschaft, die es so nicht mehr gibt. Der
Film entstand zwischen 1994 und 1997. Als er geschnitten wurde, begann man mit den Einebnungen und Sprengungen.

 

14. 10. 2007, 13 Uhr 30

Carlos A. Aguilera (Frankurt) stellt vor: Theorie der chinesischen Seele
Der mehrfach preisgekrönte und aus Kuba emigrierte Autor Carlos A. Aguilera erzählt eine Stunde über die Insel in der Karibik, die Freiheit des Wortes und stellt seinen endlich auf Deutsch, in der Edition ERATA erschienenen Roman vor.
Ort: Buchmesse Frankfurt, Internationales Zentrum, 5.0 D 901

16 Uhr

Katrin Heinau (Berlin) stellt vor: Der Papst ist ein Schwede
Eine Frau aus Polen erzählt sich bis an das Bett ihrer Zuhörerin in Berlin. Es geht um das Eigene und Fremde, um Auschwitz und Krakau, um Sprache. Eine zärtliche Annäherung.
Ort: Buchmesse Frankfurt, Leseinsel JUNGE VERLAGE, Halle 3.1 D145

 

17. 10. 2007, 20 Uhr

Carlos A. Aguilera im Gespräch mit Jürgen Nendza: Theorie der chinesischen Seele
In der Reihe „Kosmos Literatur“ werden internationale Autoren mit muttersprachlichen Texten und deutschen Übersetzungen vorgestellt. Das Projekt will dabei auch über die europäischen Grenzen hinaus zu lebhaften Begegnungen mit Schriftsteller/innen führen, die für ganz unterschiedliche Schreibkulturen, Traditionen und Denkungsarten stehen. Auf diese Weise fließen in Aachen Beispiele der Literaturen aus aller Welt zu einem kleinen literarischen Kaleidoskop zusammen.
Ort: Aachen liest, Ein Projekt der VHS Aachen und des Heinrich Böll Hauses Langenbroich

 

31. 10. 2007, 20 Uhr

Gerhard Weinreich (Dortmund) liest: Schwichtenbergs letztes Spiel
Die Geschichte des desertierten und als Pfarrer verkleideten Offiziers Schwichtenberg auf seiner Flucht aus Pommern. Gerhard Weinreich gibt bei der Lesung Einblick in seine "Kopfwerkstatt" als Schriftsteller.
Ort: HOMbrucher BUCHhandlung, Harkortstr. 71, 44225 Dortmund

 

2. 11. 2007, 20 Uhr

Gregor Nitzsche: mondmilch (Gedichte)
Vernissage und Lesung
Diese Ausstellung ist nicht nur für Frauen. Doch die Graphiken zu Gregor Nitzsches Gedichtzyklus „mondmilch“, stammen von vierzehn Künstlerinnen: Astrid Bredereck, Ulrike Dornis, Bettina Haller, Susann Hoch, Elke Hopfe, Margarete Lindau, Stephanie Marx, Gudrun Petersdorff, Irina Rössler, Gabriele Sperlich, Katrin Stangl, Susanne Theumer, Judith Weißig und Susanne Werdin. Zur Vernissage sind die Originale zu sehen und die Gedichte, begleitet von musikalischen Improvisationen, zu hören.

"Zu einer ersten Zusammenarbeit mit einem Graphiker kam es 2002 im Rahmen einer Veröffentlichung im Kunstverein Aschersleben. Sven Großkreutz, ein Freund meines Bruders, studierte damals an der HGB in Leipzig. So entstand ein originalgraphisches Buch mit Radierungen. Daraus resultierte mein Wunsch eigene Graphik-Lyrik-Mappen herauszugeben. Im Laufe der Jahre entstanden dann mehrere Mappen mit verschiedenen Künstlern. Da an Kassette No. 2 "mondenworten" nur männliche Künstler beteiligt waren, griff ich die Idee von K. G. Hirsch auf, Mappe No. 3 "Mondmilch" nur mit Künstlerinnen zu gestalten. Ein Grund meiner Aktivitäten als Herausgeber sind die sehr eingeschränkten Möglichkeiten, Lyrik überhaupt zu veröffentlichen. Sehr froh bin ich immer wieder über die Bereitschaft der Künstler, meine Projekte so selbstlos zu unterstützen." (G.N.)

Zur Eröffnung der Austellung liest Heinz Barth (Halle) mit musikalischen Improvisationen von Gregor Nitzsche

22 Uhr

Eröffnung des Kurt-Wolff-Buchdepots
Im traditionellen Buchhandel haben unabhängige Verlage im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Konsumenten kaum eine Chance. Wenn von überall her Informationen auf den Leser einprasseln, versucht er sich abzuschotten und schlägt einen Bogen um das anstrengende Medium Buch.

Wie schafft es der Leser, wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden? Nicht die unübersichtliche Ramschkiste, sondern die qualitätsbedachte Auswahl hilft dem anspruchsvollen Leser, sich im Dschungel des Marktes zu orientieren.

Hier ergreifen wir die Initiative und widmen einen Raum unserer Galerie Büchern aus konzernunabhängigen Verlagen mit literarischen und zeitgeschichtlichen Programm, die sich der Kurt-Wolff-Stiftung verbunden fühlen.

Kurt Wolff (1887 - 1963):
gründete 1913 in Leipzig den wichtigsten Verlag für expressionistische Literatur, verlegte u.a. Franz Kafka und Georg Trakl. Einige Schriftsteller wie Franz Werfel und Kurt Pinthus arbeiteten als Lektoren im Verlag. Die Bücher zeichneten sich durch eine hochwertige und schöne Ausstattung aus. Durch ihre moderaten Preise waren sie auch für finanziell weniger betuchte Käufer erschwinglich. Die unabhängigen Verlage, die sich in der Kurt-Wolff-Stiftung engagieren, fühlen sich bis heute diesem Anspruch verpflichtet.

Stöbern und staunen Sie im Kurt-Wolff-Buchdepot oder unter www.k-w-d.de - hier finden Sie die spannendsten Buchproduktionen aus dem deutschsprachigen Raum. Beteiligte Verlage: A1 Verlag, Antje Kunstmann, Aviva Verlag, be.bra verlag, Christoph Links Verlag, Das Wunderhorn, Edition Nautilus, Merlin Verlag, Transit Verlag, Urs Engeler Editor, Wallstein Verlag, Zu Klampen! sowie verschiedene Handpressen mit Künstlerbüchern.

26. 11. 2007, 20 Uhr

Ulrich Zieger "Der Bürgermeister" - ein Solo
Der Autor in der Hauptrolle. Endlich ! Ein außerordentlich verstiegener Vortrag - die Ansprache eines Unparteiischen am Rande des Haifischbeckens. Machen Sie die Probe nach der Aufführung! Genießen Sie die Erstaufführung in der Türfüllung der Edition ERATA!

Ulrich Zieger ist als Schriftsteller („Willkommen und Abschied“) und Übersetzer (Jean Genet: „Ein verliebter Gefangener“) bekannt. Sein Talent als Schauspieler stellt er an diesem Abend unter Beweis - eine unvorstellbare Geschichte, in der sich absurdeste Provinzbeschreibungen zu einer vom Wahnsinn regierten Welt zusammenfügen.

Ulrich Zieger:
Geboren 1961 in Döbeln/Sachsen. Lebte seit 1981 in Ostberlin, wo er für einige Jahre u.a. der freien Theatergruppe "Zinnober" angehörte und die literarischen Zeitschriften "Schaden" und "Verwendung" mitherausgab. Im Frühjahr 1989 Ausreise und Umzug nach Montpellier/Frankreich. Seit 1990 zahlreiche Veröffentlichungen im Berliner Verlag Druckhaus Galrev. Sein Werk umfasst mehrere Gedichtbände, Theaterstücke, Erzählungen und einen Roman. Gemeinsam mit dem Musiker Bert Wrede schuf er drei Hörspiele. Seit 1998 lebt Ulrich Zieger in Berlin.

Preise: Nicolas-Born-Preis für Lyrik, Förderpreis zum Brandenburger Literaturpreis, Förderpreis zum Jakob-Michael-Reinhold-Lenz-Preis für Dramatik der Stadt Jena, Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung

7. 12. 2007, 20 Uhr

Katrin Heinau, Ulrich van Loyen, Jorge de Sena (Markus Sahr), Viktor Kalinke
Literaturabend

Drei Autoren und ein Übersetzer lesen an diesem Abend aus ihren aktuellen Neuerscheinungen und stellen sich der Diskussion: Katrin Heinau erzählt die Geschichte einer Polin, die sich in Berlin bis ans Bett einer Bekannten redet, um dann mit ihr nach Krakau aufzubrechen. Ulrich van Loyen's Romanzen behandeln Zwischenstationen, auf der Stelle tretende Romanansätze, in denen die großen Aufbrüche zu kleinen, die endgültigen Lieben zu Affären mutieren. Markus Sahr präsentiert "Die Großkapitäne "Großkapitäne" des bedeutenden portugiesischsprachigen Erzähleres Jorge de Sena, von dem nach zwei Suhrkamp-Bänden nun das dritte Prosabuch in deutscher Übersetzung vorliegt. Frisch erschienen ist auch der zweite Teils des als Trilogie geplanten Essays "Gottes Fleisch" (endlich!). Viktor Kalinke beleuchtet darin die Spuren, die das Verhältnis von Mann und Frau in antiken Rechtsbüchern hinterlassen hat.

22 Uhr

Torsten Pfeffer (Leipzig): dem nur zeit elf (Malerei)
Vernissage

Auf verschiedenen Leinwandformaten werden die unterschiedlichsten Raumperspektiven untersucht und entgegen aller Gesetzmäßigkeit zu einander in Beziehung gesetzt. Die bekannten Fixpunkte zur visuellen Orientierung sind in Auflösung begriffen. Wo befinde ich mich als Betrachter und wo ist sicherer Halt? Es bleibt die Frage wie unwahscheinlich bzw. spekulativ diese Acrylgemälde tatsächlich sind. Wo ist denn nun oben und wo unten?

Torsten Pfeffer:
geb. 1977 in Leipzig, Studium: klassische Musik an der Hochschule für Musik Köln (Abteilung Aachen) sowie der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, lebt und arbeitet seit 2004 als freischaffender bildender Künstler und Musiker in Leipzig, letzte Projekte: Kompositionsauftrag der Wagnergesellschaft, Leipzig zu den Wagnerfesttagen 2007 / Uraufführung am 20.05.07, Filmmusik zum Dokumentarfilm "Dichtersehen" von Viktor Kalinke

8. 12. 2007, 20 Uhr

Gesangschule Iris Donner präsentiert: Neue Talente
Weihnachtssingen


13.03.08, 12:00-12:30, Forum International Halle 4, B502

Nina Chabias: Guttapercha des gänsehäutigen Gehänges
Ü: Henrike Schmidt
»Chabias« ist der vielleicht rätselhafteste und zugleich anstößigste Name in der russischen Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. (Sergej Birjukov)

13.03.08, 12:30-13:00 , Forum International Halle 4, B502
Carlos Aguilera: Theorie der chinesischen Seele
Ü: Udo Kawasser
"... diese phantastische Reise durch China ist vor allem eine wunderbare Reise durch die totalitäre Geisteshaltung." Idalia Morejón, Encuentro de la cultura cubana, Spanien

13.03.08, 20:00, ERATA / Kurt-Wolff-Depot
Nina Chabias: Guttapercha des gänsehäutigen Gehänges
Lesung und Ausstellungseröffnung
Ü: Henrike Schmidt, Zeichnungen von Djioma Djumabaeva
»Chabias« ist der vielleicht rätselhafteste und zugleich anstößigste Name in der russischen Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. (Sergej Birjukov)
Zur Buchpremiere wird die Ausstellung mit Zeichnungen der St. Petersburger Künstlerin Djioma Djumabaeva mit Arbeiten zur Chabias sowie mit Arbeiten des Berliner Künstlers Jan Brokof zu "Vendelzeit" von Katrin Heinau eröffnet.

14.03. 08 10:30 Uhr, Leseinsel Junge Verlage Halle 5, D200
Ulrich van Loyen: Stilles Weites Land
“Ulrich van Loyens Erzählungen erinnern an den magischen Realismus eines Gabriel Garcia Marquez.“ (Tomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachrichten)

14.03. 08 16:30 Uhr, Leseinsel Junge Verlage Halle 5, D200
Marc Degens: Hier keine Kunst

14.03.0817:00 – 18:00 Uhr, Forum International Halle 4, B502
Autoren aus Serbien, Rußland und Mazedonien

Miloš Crnjanski: Ithaka
Ü: Viktor Kalinke
Einer der herausragendsten Vertreter der serbischen Moderne wird hier mit seinem fulminanten Debüt, das während des Ersten Weltkriegs entstand, erstmals in deutscher Sprache vorgestellt.

Wjatscheslaw Kuprijanow: Im Geheimzentrum
Ü: Peter Steger

Ivan Dodovski: Der große Koffer
Ü: Will Firth
Mit feiner Ironie und viel Wortwitz begleitet Dodovski seine Protagonisten durch die soziale Krisenzone des Systemwechsels in Ex-Jugoslawien.

14.03. 08, 18:30 – 20:00, Polnisches Institut
Bittgesuche und andere Obsessionen - Polnische Schwingungen in der Leipziger Luft
Urszula Koziol, Marek Sniecinski, Katrin Heinau
Ü: Peter Gehrisch, Bettina Eberspächer
in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Leipzig
Urszula Koziołs Bittschriften mit ironischer Nebenbedeutung fußen auf jüngster Geschichte und gewähren Einblick in die Tiefenstruktur polnischer Identität. Die Verführungskraft der Erzählungen Marek Sniecinskis steckt in der Wahrnehmung des Lesers, selbst Gegenstand der Lektüre des Autors zu sein. Katrin Heinau erzählt von einer fiktiven Reise nach Polen, erzählt in einer Nacht. Eine junge Polin redet sich bis ans Bett ihrer stummen Zuhörerin, die in der Fremde mit ihrer Neigung zu Frauen konfrontiert wird.

14.03.08 ab 20 Uhr, ERATA / Kurt-Wolff-Depot

Geheimnisse der slawischen Seele
ERATA Literaturnacht
mit Roland Lampe, Ulrich van Loyen, Bärbel Klässner, Marek Sniecinski, Katrin Heinau, Wjatscheslaw Kuprijanow, Carlos Aguilera, Marc Degens, Urszula Koziol

15. 03.08 11:30, Leseinsel Junge Verlage Halle 5, D200
Bärbel Klässner: Der zugang ist gelegt
„später wollte ich die sprache durch mich selbst ersetzen das musste misslingen die sprache ersetzte mich durch nichts ungesprochen blieben die nächte“

15. 03.08 17:00, Markt 11 - Innenstadt
Geheimnisse der Seele eines Verlags – ERATA im Gespräch mit Henner Kotte


15.03. 08, 20 Uhr, ERATA / Kurt-Wolff-Depot

"Kurs Südost"
in Zusammenarbeit mit SO_Übersetzen - Verein zur Förderung literarischer Übersetzungen aus slawischen Sprachen Südosteuropas e.V.

Eine Gruppe von literarischen Übersetzern aller Altersklassen auf „Kurs Südost“ – das verspricht Entdeckungen aus Ländern, die mehr als Kriegstraumata und Balkanfolklore zu bieten haben: Witz, Ironie und tiefere Bedeutung, Mutterwitz, Selbstironie und abgründige Erfahrungen, Aberwitz, Hinterfotzigkeit und eine unglaubliche Vielfalt ...

Es lesen:
Viktor Kalinke: „Ithaka“ von Miloš Crnjanski
Ann Catrin Apstein-Müller: „Tito, Amor Mio“ von Marko Sosič
Susanne Böhm-Milosavljević: „Auf gepackten Koffern“ von Igor Štiks
Klaus Detlef Olof: “Der Kalender der Mayas” von Zoran Ferić
Brigitte Döbert: "Drei Tannen" von Namik Kabil
Will Firth: "Deutschunterricht" von Ivan Dodovski
Andrea Meyer-Fraatz: "Bauerngambit" von Boris Greiner
Matthias Jacob: "Das Wissen vom Nichts" von Stanko Andrić
Blanka Stipetic: "Der Fuchs im Labyrinth" von Miomir Petrović
Patricia Fridrich: "Konstantin der Gottesfürchtige" von Simo Mraović

Viktor Kalinke - Miloš Crnjanski: Ithaka

Einer der herausragendsten Vertreter der serbischen Moderne wird hier mit seinem fulminanten Debüt, das während des Ersten Weltkriegs entstand, erstmals in deutscher Sprache vorgestellt.

Ann Catrin Apstein-Müller- Marko Sosič: Tito, Amor Mio
Marko Sosić wurde 1958 in Triest geboren, studierte Regie in Zagreb, hat unter anderem zwei Romane geschrieben und ist derzeit künstlerischer Leiter des Ständigen Slowenischen Nationaltheaters in Triest. Sein Roman Tito, amor mijo schildert das Leben einer slowenischen Familie in Triest Ende der Sechzigerjahre aus der Sicht eines etwa zehnjährigen Jungen.

Susanne Böhm-Milosavljević - Igor Štiks: Auf gepackten Koffern

Igor Štiks wurde 1977 in Sarajevo geboren und lebt momentan in Chicago.Für seinen Erstlingsroman Ein Schloss in der Romagna erhielt er 2000 den kroatischen Slavic-Preis, 2006 folgte der Ksaver Sandor Gjalski-Preis für den Roman Elijahova stolica. In der Erzählung Auf gepackten Koffern schildert der Ich-Erzähler die bewegte Geschichte seiner Familie im 20. Jahrhundert und die Bedeutung gepackter Koffer für die Zukunft.

Brigitte Döbert - Namik Kabil: Drei Tannen
Namik Kabil ist ein erfolgreicher Drehbuchautor, Romancier undTheaterschriftsteller, der auf dem diesjährigen Filmfestival von Sarajevo für sein Szenario zu einem Dokumentarfilm den ersten Preis bekommen hat. Mit seinem Bühnenstück Drei Tannen greift er eines der schwierigsten Kapitel bosnisch-herzegowinischer Verhältnisse auf: Es spielt im Srebrenica der Jahre 2004, 1997 und 1988.

Will Firth - Ivan Dodovski: Deutschunterricht
Ivan Dodovski, geboren 1974 in Bitola, Mazedonien, ist Publizist, lebt zurzeit in England und schreibt an seiner Doktorarbeit im Bereich der Literaturwissenschaft.In der Erzählung Deutschunterricht versetzt ein pensionierter Arzt eine mazedonische Provinzstadt in helle Aufregung.

Patricia Fridrich - Simo Mraović: Konstantin der Gottesfürchtige

Simo Mraović wurde 1966 geboren und studierte Russistik und Kroatistik in Zagreb. Seine Gedichte wurden ins Italienische, Polnische und Ungarische übersetzt. Der Roman Konstantin der Gottesfürchtige (2002) handelt von einem in Kroatien lebenden Serben und seinen Empfindungen, als sich Kroatien 1991 für unabhängig erklärt. In einem Rückblick erzählt er von seinem Vater, der einen hohen Posten bei der jugoslawischen Armee innehatte und den Gedanken von Freiheit und Brüderlichkeit auf eine sehr persönliche Weise umzusetzen verstand.

Matthias Jacob - Stanko Andrić: Das Wissen vom Nichts
Stanko Andrić, 1967 in Strizivojna geboren, studierte Französisch und Latein an der Universität Zagreb. Sein 1995 in Form eines Wörterbuchs erschienener Prosaband Das Wissen vom Nichts versammelt kürzere geistreiche philosophische bzw. sophistische Texte, die zwischen fiction und faction, Logik und Paradoxon, oszillieren.

Andrea Meyer-Fraatz - Boris Greiner: Bauerngambit
Bauerngambit beschreibt die Metamorphose des unfreiwilligen Uhrmachers Boris Greiner (*1959) zum Autor des vorliegenden Romans und schaut dabei auf ein „halbes“ Leben in sich verändernden Zeitumständen zurück.

Klaus Detlef Olof - Zoran Ferić: Der Kalender der Mayas
Zoran Ferić, 1961 in Zagreb geboren, studierte an der Philosophischen Fakultät von Zagreb und arbeitet derzeit als Gymnasialprofessor für Kroatisch. Ein Erzähler doppelbödiger Kurzprosa und Romane voller Paranoia, Sex und Humor. Der Roman Der Kalender der Mayas handelt von einer Gruppe von Pensionisten, die beschlossen haben, ihre letzte Klassenreise zu wiederholen. Zwölf an der Zahl, besteigen sie in Opatija das Schiff, in der Hoffnung auf gutes Gelingen und erneuerte Jugend. Doch es erwartet sie eine Kette komischer und mysteriöser Geschehnisse, die ihre Kreuzfahrt zu einer Reise ins Metaphysische werden lässt.

Blanka Stipetić - Miomir Petrović: Der Fuchs im Labyrinth
Miomir Petrović, 1972 in Belgrad geboren, schreibt Romane und Theaterstücke. In seinem Werk behandelt er universelle menschliche Fragen vor dem Hintergrund europäischer und serbischer Geschichte. In Der Fuchs im Labyrinth beseitigt ein Psychologe Leichen und ein Mörder rettet Kunstwerke. Zwei Epochen, zwei Männer, eine Frage: Ist das Böse unser Schicksal?

16. 03.08 10:30, Leseinsel Junge Verlage Halle 5, D200
Katrin Heinau: Der Papst ist ein Schwede
Eine Frau aus Polen erzählt sich bis an das Bett ihrer Zuhörerin in Berlin. Es geht um das Eigene und Fremde, um Auschwitz und Krakau, um Sprache. Eine zärtliche Annäherung.

16. 03.08 14:30, Museum in der "Runden Ecke", Dittrichring 24, ehem. Stasi-Kinosaal
Peter Gehrisch: Hans-Theodors Karneval oder Das Federnorakel
Ein bilderpraller Roman, der die Geschichte von 1945 bis zum Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei 1968 auf eigenwillig-närrische Weise beleuchtet, ohne daß der Ernst des Geschehenen dabei verloren geht.

17. 3. 2008, 19.30 Uhr, Frauenzentrum Weimar, Johanna-Schopenhauer-Str. 21
Bärbel Klässner: Der zugang ist gelegt
Lesung mit anschließender Feier

19. März 2008 um 20 Uhr, Stadtbücherei Stuttgart, Max-Bense-Saal
Konrad-Adenauerstr. 2, 70173 Stuttgart
3durch3. reihe sprachkunst: Hartmut Geerken - Sergej Birjukov - Valeri Scherstjanoi
In der Reihe "3durch3" treffen sich diesmal die russische und deutsche Sprachkunst. Sergej Birjukov ist einer der wichtigsten Vertreter und Kenner der gegenwärtigen russischen Poesie-Avantgarde. Valeri Scherstjanoi, international renommierter Schrift- und Lautpoesiekünstler entführt in sein Lautland. Beide begegnen dem Dichter, Jazzmusiker und Mykologen Hartmut Geerken und seiner Feier des Genitivs. (Die Reihe 3durch3 wird vom Kunsttempel in Kassel, der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadtbücherei Stuttgart veranstaltet.)

11. – 13. 4. 2008
Bücher beflügeln - Literatur und nachhaltige Entwicklung
Tagung in Villigst
Unter dem Thema „Bücher beflügeln – Literatur und nachhaltige Entwicklung“ bieten wir den Teilnehmern und Autoren die Möglichkeit sich über den Zusammenhang und das Zusammenspiel von Literatur und Entwicklung auszutauschen. Eingeladene Autoren sind: Carlos Aguilera aus Kuba und Kiran Nagarkar aus Indien. (Veranstalter: litprom | Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. & Evangelische Akademie in Iserlohn)

12.4. 2008, 22 Uhr, Ort: Mosaik, Oranienstr. 34, 10999 Berlin
Katrin Heinau, Oliver Bertz & Günter Wagner lesen aus "Vendelzeit"
Lange Buchnacht in der Oranienstraße

17.4. 2008, 20.00 Uhr. Ort: Literaturcafé im Haus des Buches, Leipzig
Tim Hagemann liest aus seiner Übersetzung Kierkegaards Berliner Tagebücher
Moderation: Markus Sahr

Tim Hagemann (Tübingen) liest aus seiner Übersetzung des ersten Berliner Tagebuchs des großen dänischen Theologen und Philosophen (in: S. K., Schriftproben, Philo Verlagsgesellschaft 2005). Kierkegaard war beinahe so stark an Kopenhagen gebunden wie Kant an Königsberg. Die weite Welt konzentrierte sich für ihn in einem einzigen Punkt - Berlin. Unmittelbarer Anlass für seine erste Reise dorthin war die skandalträchtige Lösung seiner Verlobung und sein Bedürfnis, für eine Weile unterzutauchen. In Berlin arbeitet er an seinem ersten Opus und besucht die Vorlesungen Schellings. Seine Notizen lassen miterleben, wie die Bewältigung der gescheiterten Verlobung in die Genese von "Entweder - Oder" mündet.

Veranstaltung des Sächsischen Vereins zur Förderung literarischer Übersetzung "Die Fähre" e.V.

18. 4. 2008, 20 Uhr, Theater "Verlängertes Wohnzimmer", Frankfurter Allee 19, Berlin
Roland Lampe: Alles dreht sich um nichts
An der Schnittstelle zwischen Kurzprosa, Lyrik und Aphorismus bettet der Berliner Autor seine Beobachtungen zwischen hintersinnige Gedanken und feinsinnigem Humor - treffsicher auf den Punkt gebracht.

24. 4. 2008 20 Uhr, Stadtbibliothek Essen, Hollestr. 3
Bärbel Klässner: Der zugang ist gelegt
„später wollte ich die sprache durch mich selbst ersetzen das musste misslingen die sprache ersetzte mich durch nichts ungesprochen blieben die nächte“

27.4. 2008, 18 Uhr, Ort: Nachbarschaftsgalerie der KungerKiezInitiative, Karl-Kunger-Str. 15, 12435 Berlin
Katrin Heinau liest aus "Der Papst ist ein Schwede"

18.5. 2008, 19 Uhr, Ort: Café 46, Waller Heerstr. 46, 28217 Bremen
Lesung aus "Der Papst ist ein Schwede"
Eine Veranstaltung von wort:injektion und Bremer Literaturkontor

23.5. 2008, 20 Uhr, ERATA
Hein Semke: Bestiarium-Calendarium
Vernissage und Buchpremiere, musikalische Improvisation von Thérese Himmel, Theresa Balté - die Witwe des Künstlers - reist zur Vernissage von Lissabon nach Leipzig

Das Bestiarium-Calendarium ist ein Blockbuch in Format 80 x 52,5 cm. Es besteht aus einem Umschlag und 174 Blättern mit Text und Filzstift-Zeichnungen auf Papier. Es ist eines von acht Künstlerbüchern, die Hein Semke 1970 gestaltete. "Dies ist ein Buch zum Sehen, Lesen und Hören. Denn die Reime und Rhythmen der Verse und Sprüche nach einem einfachen Geschmack ergänzen das Vergnügen der Sinne und erweitern seine Dimension. Jeder Monat des Kalendariums wird eröffnet von einer exotischen Figur, Vogel-Schlange (das Feste und das Flüchtige in der Sprache der alten Alchimisten), eingerollt in sich selbst und dabei ihren Schwanz verschlingend, wie ein Ouroboros, der auf geheimnisvolle Weise die Lektion der Zeit verkündet: er kreist, geht vorüber und kehrt zurück in einem ewigen kosmischen Tanz." Yvette K. Centeno

Der Hamburger Hein Semke ist 1919 an anarchistischen Aufständen beteiligt und wird für 6 Jahre ins Zuchthaus gesperrt. Nach seiner Entlassung studiert er Kunst und emigriert nach Lissabon. Zwischen 1958 und 1986 gestaltet er seine 34 Künstlerbüch er. Sie vereinen Texte, Aquarelle, Zeichnungen, Monotypien, Holzschnitte und Collagen und entwickeln seine immer wiederkehrenden Themen – religiöse, politische, ästhetische Reflexion; Feier der Frau und der Liebe; Zauber der Natur: Blumen, Bäume, Fische; Gesellschafts- und Selbst-Satire. Von unterschiedlichem Umfang und zumeist großformatig bieten sie ein Gesamtbild von der reichen Persönlichkeit des Künstlers. 1972 veranstaltet die Gulbenkian Stiftung eine Retrospektive seines Werkes. 1991 stellt das Nationale Kachel-Museum sein keramisches Oeuvre aus. Die Bundesrepublik Deutschland verleiht ihm
1978 das Bundesverdienstkreuz; Portugal 1990 den Orden des Infante D. Henrique. Seitdem scheint er vergessen. Der ERATA Literaturverlag würdigt den Künstler postum mit der Reproduktion seines "Bestiarium-Calendarium" - der ersten deutschsprachigen Buchpublikation von Hein Semke.

27. 5. bis 13. 7. 2008
Wjatscheslaw Kuprijanow kommt aus Moskau, geht auf Lesereise
und macht Station in Tübingen (27. 5.), Stuttgart (28. 5.), Maeck (30. 5.), Marburg (1. 6.), Saarbrücken (3. 6.), Bad Homburg (6. 6.), Erlangen (10. 6.), Ansbach (11. 6.), Passau (11. und 12. 6.), Berlin (16. und 17. 6.), Lyrik Park (13. 7.)

13. 6. 2008, 20 Uhr, ERATA
Jacinto Lucas Pires (Portugal) kommt nach Leipzig
Leipziger Studierende lesen die Übersetzung seiner Texte, es wird ein Kurzfilm gezeigt
Eine Veranstaltung des Instituto Camões, Universität Leipzig

Zum Autor:
Jacinto Lucas Pires wurde am 14. Juli 1974 in Porto (Portugal) geboren. Er hat an der Katholischen Universität von Lissabon Jura und an der New Yorker Film Academy Film studiert. 1996 veröffentlichte er sein erstes Buch und arbeitet heute als Theater- und Filmschaffender. Für zwei Kurzfilme hat er das Drehbuch geschrieben und Regie geführt: Cinemaamor (1999) und B.D. (2004). Für Cinemaamor (Kinoliebe) erhielt er den Kino-Klub-Preis auf dem luso-brasilianischen Filmfestival in Santa Maria da Feira. Da seine Bücher bisher noch nicht in Deutschland erschienen sind, laden wir Sie ein, im portugiesischen Original und in deutscher Übersetzung ausgewählte Auszüge aus seinen Werken zu hören. Auf Initiative des Instituto Camões befindet sich Lucas Pires zur Zeit auf Lese- und Vortragsreise durch verschiedene deutsche Städte, die ihn u.a. nach Hamburg, Berlin, Köln und Mainz führt und die er mit dem Abend in Leipzig am 13. Juni beenden wird.
Das Programm sieht die Vorstellung des Künstlers, die Lektüre von Ausschnitten aus den Erzählungen "L" und
"Palavras" (Wörter) sowie die Vorführung des Kurzfilms Cinemaamor (20 min) und im Anschluß eine offene Diskussionsrunde vor.

17. 6 2008 20.00 Uhr Jena, Schillers Gartenhaus
Bärbel Klässner: „Der zugang ist gelegt – allons!“
Lesung zusammen mit Wulf Kirsten und Willem von Toorn
eine Veranstaltung des Lese-Zeichen e.V.

20. 6 2008 20.00 Uhr Berlin, Cafè Viridis
Bärbel Klässner: „Der zugang ist gelegt“
Verein zur Steigerung der Lebensqualität e.V.

27. 6 2008 ab 20.00 Uhr, ERATA-Sommerfest
Emeka Udemba: Chicken kings, Metal kings, Market kings
Vernissage und Buchpremiere

Am 27. Juni ists soweit: wir steigern die Inflation der Hof- und Gartenfeste, feiern unser diesjähriges Sommerfest, eröffnen am selben Abend die Photographie-Ausstellung "Chicken kings, Metal kings, Market kings" des nigerianischen Künstlers und Kurators Emeka Udemba, und verlieren uns sprachakrobatisch in "denkpornos". Verkappte und echte Dichter reisen an, falsche und spielerische Identitäten werden enttarnt, Poesiekurzfilme gezeigt: alles dreht sich um die Nr. 1 der gedruckten Ausgabe von INSKRIPTIONEN - das Podium diskutiert über die Vergabe des Titels und wahrlich, es darf gestritten werden. Für Trink- und Essbares ist gesorgt, für ganz Standhafte gibts Russkyi Standard.

Den konkreten zeitlichen Kontext von Lagos / Nigeria überschreitend, lassen diese Fragmente “visueller Ikonographie” ihren Ursprung hinter sich, um neue Geschichten zu erzählen. Die Intention dieser Arbeiten
ist es, in den Raum jenseits der Sprache zu gelangen. Die Bilder verlagern ihre Perspektive im Auge des Betrachters von malerischen Szenerien zum Bewußtsein um die Räume und Prozesse, denen sie ihre Existenz verdanken.

Inskriptionen Nr. 1: denkporno
Party zur Publikation der ersten Ausgabe von Inskriptionen mit Beiträgen von crysantheme, Kraba vel Job, Katrin Heinau, Patrick Beck, Viktor & Zhenja, Andreas Hegewald u.v.m.

Diese Anthologie geht einen Schritt zurück: vom scheinbar flüchtigen Medium des Netzes, virtuell, universell ausgebreitet, mit einem Serverausfall unrettbar verloren, zurück zum Holzmedium des Buches, behäbig aufs Papier gedruckt, durch limitierte Auflage nur einem ausgewählten Kreis zugä,nglich. Das Buch kommt ohne Codes und Decodierung aus, die konkrete Sprache genügt. Dem Papier fehlt, was das Netz ermöglicht: die Unmittelbarkeit der Bezugnahme. Räumliche Entfernungen zwischen den Autoren spielen keine Rolle, ebensowenig zeitliche. Diese Anthologie, die sich als sinnlich greifbares Resultat eines virtuellen Prozesses versteht, vereint kein Sammelsurium, kein vom Herausgeber gebündeltes Nebeneinander, keine Parallelen, die sich hypothetisch im Unendlichen schneiden, aber in res niemals berühren. Die Texte dieser Anthologie bewahren den Atem, das Keuchen und Seufzen aus dem Moment ihrer Entstehung.

4. 7. 2008, 19 Uhr, Uni Halle, Philosophische Fakultät II: Seminar für Slavistik, Innenhof
Teatr DADAZ: Auf den Seiten der Avantgarde / Po stranicam Avangarda
Präsentation des Buches von Nina Chabias: Guttapercha des gänsehäutigen Gehänges
mit Sergej Birjukov

11. 7. 2008

16-18 Uhr
Musizierstunde der Klasse Jens Lübeck

20 Uhr
Wjatscheslaw Kuprijanow liest in Leipzig: Das Geheimzentrum

6.-10. 8. 2008, Budapest, International Cultural Artistic Foundation

SEA AND WORDS, WHICH SEPARATE AND UNITE: International reunion of Poets

Mehrsprachige Lesung u.a. mit Viktor Kalinke in Budapest, Pilisjászfalu, Esztergom und Muzsla

17. 10. 2008, 20 Uhr
Gustavo Machado: Moçambique (Fotografie)

Im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs präsentiert der Fotograf Gustavo Machados in Leipzig die Perspektive eines Portugiesen auf das heutige Mosambik. Die Arbeiten entstanden im Rahmen eines Projektes von Médicos do Mundo – Portugal (“Ärzte der Welt”) entstanden die Fotografien im Rahmen eines Projektes in den Provinzen Matola und Namaacha. Wärme und Lächeln kontrastieren mit dem Leiden und der Zerbrechlichkeit der von der HIV-Epidemie gepeinigten Menschen.

Gustavo Machado wurde 1983 in Porto geboren, er studierte zunächst moderne Sprachen und Literatur und schloß 2005 ein Studium der Fotografie und audiovisuellen Kommunikation an. Seine Arbeiten wurden auf dem “ASEF Forum for Young Photojournalists”, organisiert von World Press Photo, in Manila und am Polytechnischen Institut in Porto gezeigt.

Zur Eröffnung der Ausstellung sind Gedichte von Glória de Sant’Ana und Ana Mafalda Leite gelesen und Klänge aus Afrika zu hören. Im Anschluß liest der Übersetzer Markus Sahr aus den Erzählungen „Die Großkapitäne“ von Jorge de Sena.

Die Ausstellung wird vom Instituto Camões, Portugal, in Zusammenarbeit mit ERATA, veranstaltet.

Em Ano de Diálogo Intercultural a exposição de Gustavo Machado transporta até Leipzig a visão de um português sobre Moçambique, mais concretamente sobre as regiões de Matola e Namaacha em colaboração com os Médicos no Mundo – Portugal. As imagens colocam sorrisos em paridade com o sofrimento, cores vivas e quentes com as fragilidades do homem. Gustavo Machado é um fotojornalista do Porto, as imagens moçambicanas. No dia da inauguração leremos poemas de Glória de Sant’Ana e Ana Mafalda Leite em contexto de sons e imagens africanas.

18. 10. 2008, 11 Uhr, Frankfurt am Main, Stand der Republik Serbien
"Ithaka" vom Milos Crnjanski, vorgestellt von Stevan Tontic und Cornelia Marks
Moderation: Vida Ognjenovic (Präsidentin des Serbischen PEN)

Donnerstag 23. Oktober, 20:00 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e. V.
Daniela Danz stellt die Dichterin und Fotografin Jenny Feuerstein vor

1. November, 20.00 Uhr, im Café Bahnwärterhäuschen Tharandt
Patrick Beck liest aus "Swantegard"

ERATA wird zehn. Wenn mich als Kind jemand gefragt hätte, was ich nach der Schule werden wolle - ich wäre niemals auf die Idee gekommen zu antworten: Ich werde Verleger. War es vor der Wende die politische Restriktion, die, wenn es ginge, schon den Gedanken an selbständiges Publizieren verboten hätte, so ist es in der Gegenwart die Absurdität des übersättigten Buchmarktes, der eine Verlagsgründung in eine Don-Quichotterie verwandelt. Einen Verlag zu betreiben, ist vor allem: eine Art des Reisens, eine Fahrt erster Klasse durch Ideenlandschaften; einen Verlag zu betreiben, heißt, Gefährte zu sein auf Wanderungen, die im Kopf stattfinden, heißt, Menschen zu begegnen, in Tiefen einzudringen, zuweilen in Abgründe - und dabei Form zu finden.

Am 14. November werden wir feiern.

14. 11. 2008, 20 Uhr
ERATA wird ZEHN - Geburtstagsparty mit Überraschungen

- Sascha Heße wird "Den Anker in die Luft werfen" - Aphorismen
- Markus Sahr liest aus "erdnah" von Yvette K. Centeno - Gedichte
- Susanne Detering liest aus "Sieben Mädchenblicke auf dieselbe Landschaft" von Esther Tusquets
- Patrick Beck bringt "Swantegard" zu Gehör

Im Anschluß: "Leipzig sucht den Supadichta" - open space mit Heidi Elkenreich empfiehlt unveröffentlichte Texte: "Das müssen Sie lesen!"

18. November, 20.00 Uhr, in der Buchhandlung Lesezeichen Dresden
Patrick Beck liest aus "Swantegard" - Hörbuchpremiere

23. 11. 2008, 11 Uhr, Informationszentrum "Europa Direct", Neumarkt, Josef-Haubich-Hof 1, Köln
Serbische Kulturtage: "Ithaka" vom Milos Crnjanski, vorgestellt von Stevan Tontic und Viktor Kalinke

28. 11. 2008, 20 Uhr - Doppellesung
Olaf Velte (Wehrheim) liest "Von Raabe zu den Rauhen Gärten" (Prosa und Gedichte)
"Träumt Raabe"
Veltes Erzählung nähert sich Wilhelm Raabe, der seit der Chronik der Sperlingsgasse ein bekannter und beliebter Schriftsteller war. 1862 siedelt er mit seiner Frau nach Stuttgart, der damaligen deutschen Literatur-Hauptstadt, und hofft, hier weiter voran zu kommen. Wichtige Bekanntschaften entstehen - man trifft sich in Künstlergesellschaften und an Stammtischen. Während Raabes erste Tochter zur Welt kommt und er stur an seinen Prosa-Arbeiten schreibt, verschärft sich die politische Lage. Preußen und Österreich beanspruchen die Vorherrschaft in Deutschland, die Debatten werden erbittert. Raabe ergreift mit seinen norddeutschen Bekannten die Partei von Bismarck und steht bald isoliert im Süddeutschen. Velte hat bei alledem den Moment der ästhetischen Entscheidung im Auge, in welchem Raabe seine erzählerische Grundhaltung von der des gern gelesenen Unterhaltungs-Autors zu einer harschen Version des Realismus verschiebt. Bald arbeitet er mit modernen Mitteln der Zeit- und Perspektivensprünge - und verliert einen Gutteil seiner Leserschaft. Am Tage der deutschen Mobilmachung 1870 verlassen die Raabes ihre Wahlheimat Stuttgart.

"Schindäcker rauhe Gärten"
Velte liest aus seinem neuen Lyrikband, der im Frühjahr verlegt wurde. Von dem kleinen Weltkreis im hessischen Taunus geht die Reise nach Warmbronn, Halberstadt, Kütten, Swinemünde, London, Krumau und retour in die alte Landschaft am Fuße des Limes. Die Wegenetze weiten sich ins Historische und lassen längst versunkene Lieder erklingen. Das Ende markiert bei günstigem Verlauf ein Tabak-Raucher-Blues.

Olaf Velte: 2003, Förderpreis der Deutschen Schillerstiftung, lebt in Wehrheim

Christine Pfammatter (Leuk) liest aus „Zuviel Sonne“ (Erzählungen)
Immer wartet jemand. Wir alle warten. Wir warten auf den Bus, den Flieger, wir warten auf Antwort, Lob und Zuneigung. In der Erzählung “Das Zimmer“ wartet eine Frau. Sie wartet auf den Geliebten. Aber wo? Sie wartet in einem “vernachlässigten Haus“. Und zieht sich im Zimmer aus, wo es nur einen Stuhl und eine Matratze gibt. Der Mann aber, auf den sie wartet, wird nicht kommen. Sie bleibt allein. Sie weiß das. Es gibt keine Illusionen. Das Ende einer Beziehung. Ein leerer Raum in einem abbruchreifen Haus. Hier haben sie sich geliebt. Als könnte die Liebe die Umwelt ändern, als wäre Liebe unfähig, die Vernachlässigung zu akzeptieren, verwandelt sich das schäbige Zimmer in ein Paradies. In Pfammatters Momentaufnahmen, die eine göttliche Komödie weiterschreiben, öffnen sich die Geschichten durch Beiläufiges: Das letzte Rendezvous im vernachlässigten Haus, dieses Warten wird zu einem ganzen Leben. Ein heruntergekommenes Haus ist, was es ist. Eine kaputte Beziehung ist, was sie ist. Das weiß Pfammatter, das weiß die Wartende. Aber sie gestaltet die Liebe nach der Liebe, sie gestaltet – nicht anders als wir auch – nicht zuletzt die Sprache, der wir die Erinnerung verdanken.

5.12.2008, 19.30 Uhr, Frauenbibliothek MonaLiesA, Haus der Demokratie Leipzig
Bärbel Klässner (Essen): Der zugang ist gelegt

5. 12. 2008
Weihnachtssingen der Gesangklasse Iris Donner

bis zum 5. 3. 2009 : Ausstellung
Rita Lü: "Wandern in Erbauungsschluchten / Arbeiten zur Literatur"
Rita Lü arbeitet und experimentiert mit alten und neuen Medien und Techniken. Ihre Bilder und Installationen spüren den unsichtbaren, aber wirkungsvollen Mechanismen und Kräften nach, in deren Spannungsfeld der Mensch steht. Bei der Untersuchung der Frage, welche Einflüsse das individuelle wie das gesellschaftliche Dasein bestimmen, spielen in ihren Arbeiten immer wieder literarische Aspekte eine Rolle. Die Ausstellung in der Galerie Erata stellt Installationen und Zeichnungen vor, die in Auseinandersetzung mit Literatur entstanden sind, oder die Literatur provokativ, subversiv, berührend und komisch als Sinn- und Gestaltungselement einsetzen. Zu sehen sein wird u.a. die Fotosynthesenreihe „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, die mit den Mitteln von Zeichnung und experimenteller Fotografie zu einem Parforceritt in eine Herzhöhle unserer Zivilisation einlädt: den Haushalt.

ie 23-teilige Bild/Textinstallation „Kopftücher-Kreuze“ zu Clara Viebigs 1908 erschienenem Roman „Das Kreuz im Venn“ stellt die Frage nach der Definitionsmacht religiöser Grundsätze für individuelles und gesellschaftliche Verhalten, während die übermalten Buchseiten der Installation „Die Leiden der Tugend / De Sade überzeichnet“ den Zusammenhang von Lust, Macht und Gewalt mit unerwarteter Komik thematisieren. Zu sehen sind weiterhin Arbeiten aus dem „Vanitas-Zyklus“ und neue Zeichnungen.

Freitag, 20. 2. 2009, 22.00 Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus
UNERHÖRT oder ZUNGENDREIMALEINS - Patrick Beck liest Texte aus "Inskriptionen No. 1"
Die Schriftsteller Martina Hefter, Volker Sielaff und Patrick Beck lesen ihre Gedichte, Erzählungen, poetischen Prosastücke. Zwei Schauspieler interpretieren diese Texte, lesen, sprechen, rezitieren. Davor und dazwischen gibt es Live-Lichtmalerei der Künstlerin Claudia Reh, mit dem Sound von Balog, Erik Heyde. Die Bühne richtet Friederike Lettow ein. Texte zum Hinhören in der Reihe neubaunacht des Staatsschauspiels.

Lesen ist auch: Übersetzen. Rauschen der Wörter, vom Kopf in den Körper. Wie einer oder eine liest, davon will dieser Abend erzählen. Und wie der eine anders liest als der andere. Der Dichter anders als der Schauspieler. Der andere Schauspieler anders als der eine Dichter. Wann wird, aus demselben Text, ein anderer? Und wie geht sie: die Verwandlung des Gedichts in der Stimme?

In Kooperation mit Literaturforum Dresden e. V.

23.-27. 2. 2009 in Bremen, Saarbrücken, Düsseldorf, Dresden und Berlin

Jean-Michel Maulpoix auf Lesereise durch Deutschland: Eine Geschichte vom Blau

- Montag, 23. 2., 19h30, Bremen, Institut Français, Contrescarpe 19
- Dienstag, 24. 2., 19h30, Saarbrücken, Lesung mit Karlheinz Stierle, Villa Europe, Kohlweg 7
- Mittwoch, 25. 2., 19h, Düsseldorf, Médiathèque de l'Institut français, Bilker Str. 7-9
- Donnerstag, 26.2., 19h30, Dresden, Institut français, Kreuzstr. 6
- Freitag, 27. 2., 19h30, Berlin, Institut français, Kurfürstendamm 211

Eine Geschichte vom Blau
Prosagedichte. Aus dem Französischen von Margret Millischer

„Es ließe sich denken, dass jemand eine Monographie des Blau schriebe.“ Rainer Maria Rilke

Vordergründig geht es um die Farbe Blau: „Eine scheue Farbe ist es, ohne Hintergedanken, Vorahnungen und Absichten, die sich dem Blick nicht jäh aufdrängt wie Gelb oder Rot, sondern ihn an sich zieht, ihn nach und nach zähmt, ihn kommen läßt, ohne ihn zu drängen, so daß er in sie eintaucht und in ihr versinkt, ohne es zu bemerken.“ Blau ist die Farbe des Himmels und des Meeres. Aber: „Eigentlich ist es keine Farbe, eher eine Tönung, ein Klima, ein besonderes Klingen der Luft.“ Es geht um Stimmungen, um impressionistische Momentaufnahmen, denen wir in uns nachspüren können. Es geht um das ungestillte und unstillbare Verlangen, um die Sehnsucht nach der Liebe, nach den Göttern, die in unserem Kopf nicht sterben, darum, daß wir niemals von der Liebe erlöst sein werden. Es geht um die großen Menschheitsfragen von Liebe und Tod, um den Zwiespalt zwischen erlebter Vergänglichkeit und ersehnter Unendlichkeit. Vergeblich, aber ungebrochen versuchen wir, mit Worten dagegen anzuschreiben.

„Man möchte sie auswendig lernen, diese Gedichte, die so durchsichtig und klar sind wie die Kleinen Prosagedichte von Baudelaire!“ Catherine Portevin

Buch und Veranstaltungen wurden ermöglicht mit freundlicher Unterstützung des französischen Außenministeriums, vertreten durch die Französische Botschaft in Berlin.

 

LEIPZIGER BUCHMESSE 2009

Sie finden uns tagsüber in Halle 5, Stand E201 und abends zu unseren Veranstaltungen unter dem Motto "Wohnrecht im Paradies"

12. März 2009 16:00 - 17:00 Uhr Café Europa, Halle 4, Stand D505
Edo Popovic, Max Maldacker, Velibor Čolić: Schwarzer Humor und die südosteuropäische Wirklichkeit
In diesem Frühjahr erscheinen zwei Romane, die die südosteuropäische Wirklichkeit auf höchst eigene Weise reflektieren: Bei Alberto von Velibor Colic (ERATA) und Die Spieler von Edo Popovic (Verlag Voland & Quist). Colic schreibt eine Parabel auf die multikulturelle europäische Gegenwart, die zu einer Hommage an die vielen anonymen Opfer des bosnischen Krieges wird, während Popovic in einer Parodie des kriminalistischen Genres die Verstrickungen zwischen Politik, Medien und Mafia im heutigen Kroatien analysiert. Beide Bücher erscheinen im Rahmen des Projekts TRADUKI, einem europäischen Netzwerk für Literatur und Bücher. Die Übersetzerin und Mitarbeiterin der S. Fischer Stiftung Alida Bremer stellt die beiden Autoren und das Projekt TRADUKI in einem Gespräch vor.

Donnerstag, 12.03.09, 20:30 Uhr, ERATA

Wohnrecht im Paradies 1: ERATA-Doppellesung mit Herbert Kollenz „Marmotta“ und Gesche Blume „Untemperiert“

Herbert Kollenz erzählt in seinem Roman von einem akademischen Helden, den Nahrungsergänzungsmittel fit machen für sein Altersglück in jenem Sommer, in dem Italien in Deutschland Fußball-Weltmeister geworden ist. Und sie haben es nicht bemerkt...

Gesche Blumes Erzählungen handeln von Eiswürfeln und Heizlüftern, lüsternen Herrenbeinen und frisierten Baroninnen.

Zur Doppellesung eröffnen wir die Ausstellung „Wiederkehr“ mit Zeichnungen von Marion Quitz.

Wiederkehr ist eine Übertragung des niedersorbischen Liedtitels Stoj ta lipa ins Deutsche. Ihre Liebe zur Niederlausitz und zur sorbischen Sprache, die vom Aussterben bedroht ist, drückt die Künstlerin neben Ihren Bildern in Ihren Interpretationen sorbischer Lieder aus, die sie auf der Gitarrenlaute begleitet.

“Räume, die im Nichts enden und weite Ebenen lassen an Wüste denken oder an einen gefrorenen Raum. Schweigen und Stille kann als ihr zentrales Thema aufgefaßt werden, wenn man in den Grafiken den Beziehungen zwischen den Gauklern, Schlangen, verwandelten Tieren und Personen nachspürt. Sind diese mit Zeichentusche inszenierten lautlosen Stücke sozusagen das Echo der ge hörten und gelesenen Geschichten aus früheren Jahren?” Richard Künzel (Programmdirektor Goethe-Institut)

13. März 2009 11:00 - 13:45 Uhr Forum Kleine Sprachen - große Literaturen, Halle 4, Stand D401
Velibor Čolić, Dragan Velikic, Georgi Gospodinov, Nikos Themelis, Ildikó Lovás - Die Erfindung des Balkans: Politik, Geschichte und literarische Fiktion
Moderation: Alida Bremer


13. März 2009 15:30 - 16:45 Uhr Forum Kleine Sprachen - große Literaturen, Halle 4, Stand D401

Ildikó Lovás, Velibor Čolić - Zugang zur Adria: James Bond in der Batschka
Moderation: Dagmar Schruf

Freitag, 13.03.2009, 20:30 Uhr, ERATA

 

in Zusammenarbeit mit:

Wohnrecht im Paradies 2: ERATA-Hörbuch-Nacht mit Miloš Crnjanski „Ithaka“ (Nachdichter: Viktor Kalinke) & Oliver Bendel „Nachrückende Generationen“

Eine Hörbuchpremiere als Film: „Ithaka“ ist keine harmlose Gedichtsammlung für den Nachttisch, „Ithaka“ ist die grausame Abrechnung mit dem alten Mitteleuropa und aktueller denn je zum Verständnis der fortwährenden Konflikte auf dem Balkan. Zu hören ist die Originalstimme von Crnjanski, der Nachdichter Viktor Kalinke, gepaart mit Filmdokumenten aus dem Ersten Weltkrieg.

In „Nachrückende Generationen“ verabreden sich Nelli und Sara im Chat mit einem Mann, der sie zu Hause fast vergewaltigt. Als Nelli schließlich Robert Gewalt antut, scheint dies für beide das Ende zu sein. Und doch geht es irgendwie weiter, ganz anders, als man vermutet. Tatort-Schauspieler Johannes Gabriel hat in knapp vier Stunden den Roman von Oliver Bendel eingesprochen.

Sonnabend, 14.03.2009, 20:30 Uhr, ERATA

Wohnrecht im Paradies 3: ERATA-Übersetzer-Nacht mit Margret Millischer (Wien), Jan Weinert (Berlin), Sergej Birjukov (Halle), Margitt Lehbert (Hörby), Michael Kegler (Frankfurt), Elmar Schenkel (Leipzig)

Eine kongeniale Shakespeare-Nachdichtung, Erstübersetzungen von Don Coles & Les Murray, heiter-melancholische Kurzprosa des Portugiesen Gonçalo M. Tavares, „Eine Geschichte vom Blau“ des Franzosen Jean-Michel Maulpoix, der ein Versprechen Rilkes eingelöst hat und die Entdeckung des russisch-jüdischen Dichters Leonid Aronson.

Mitveranstalter: Die FÄHRE - Sächsischer Verein zur Förderung literarischer Übersetzung e.V., Edition Rugerup, Verlag der Apfel

Sonnabend, 14.03. 2009, 14:00 - 15:00 Uhr, Halle 4, Stand D500

Miloš Crnjanski heute
Reihe Literatur Mittel- und Osteuropas

Cornelia Marks und Stevan Tontić im Gespräch über die deutsche Übersetzung von Crnjanski´s "Ithaka". Veranstalter: Kulturministerium der Republik Serbien

Sonnabend, 14.03.2009, 17:00 Uhr, Ort: Leseinsel JUNGE VERLAGE, Halle 5

Mitveranstalter: TRADUKI - Übersetzungen aus, von und in Südosteuropa

Velibor Čolić: Bei Alberto, Übersetzerin: Alida Bremer

In Albertos Kneipe treffen sich Verlierer und großherzige Clochards, auf dem Bahnhof Poe in der fiktiven Stadt Narseille, irgendwo zwischen Sarajevo, Dubrovnik und Marseille. Online-Beschreibung: In Albertos Kneipe treffen sich Verlierer und großherzige Clochards, auf dem Bahnhof Poe in der fiktiven Stadt Narseille, irgendwo zwischen Sarajevo, Dubrovnik und Marseille. Krieg und Tod werden gleich zu Beginn als etwas angekündigt, das sich später ereignen wird, als Katastrophe, die auf brutale und tragische Weise auch das Schicksal der „Kinder vom Bahnhof Poe" kennzeichnet. Sie hängen zwischen den Wänden der Kneipe herum, in der man Jazz und Rock hört, Majakowski, Baudelaire und Bukowski zitiert, im Viertel der Ausländer, Einsamen und Verrückten, eine groteske Gesellschaft von Trinkern, Junkies, Kranken, Betrügern und Huren verschiedenster Hautfarbe und Nation. Manchmal klingen sie wie Tom Waits, gelegentlich strippen sie zu „White Rabbit", ihre Schicksale sind oft bizarr bis an die Grenze des Unwahrscheinlichen, doch ihre „Dämmerzone" ist eine letzte Zuflucht vor dem, was der Krieg dieser Stadt gebracht hat. Velibor Čolić fragt sich durch die Oberfläche bis zu den grundlegenden Werten von Gut und Böse hindurch, seine obskure Narseiller Bahnhofskneipe ist Erkennungsmelodie genug, um die – wie es an einer Stelle heißt – „Apostel des für immer verlorenen westlichen Paradieses" anzurufen.

Zu den Autoren:

Leonid Aronson: geb. 1939 in Leningrad, studierte an der Pädagogischen Hochschule, schrieb Drehbücher für Dokumentarfilme. Seine Gedichte sind Zeit seines Lebens­ nicht erschienen. gest. 1970. Seine Poesie betritt man wie einen Garten. Vor langer Zeit angelegt und sorgfältig durchdacht, später von seinem Gärtner verlassen. Leonid Aronson schreibt über ganz gewöhnliche Dinge, die ihn selbst und jeden von uns umgeben, aber er sieht sie verändert, verwandelt, denn „in Abwesenheit hat man ihm Wohnrecht im Paradies gegeben“. Diese außergewöhnlich seltene Eigenschaft wurde von Nikolai Gogol als Poesie in Superlativen bezeichnet: „Je gewöhnlicher das Thema, desto größer soll der Dichter sein, um das Ungewöhnliche zu gewinnen und dabei soll dieses Ungewöhnliche eine absolute Wahrheit sein.“

Oliver Bendel: 1968 in Ulm geboren. Nach dem Studium der Philosophie und Germanistik sowie der Informationswissenschaft an der Universität Konstanz erfolgte die Promotion im Bereich Wirtschaftsinformatik an der Universität St. Gallen. Oliver Bendel arbeitete in Deutschland und in der Schweiz als Projektleiter und leitete technische und wissenschaftliche Einrichtungen an Hochschulen. Er veröffentlichte ab 1984 Gedichte in Anthologien verschiedener Verlage und in namhaften Zeitschriften (z.B. neue deutsche literatur, ndl).

Gesche Blume: geb. 1967 in Wolfenbüttel, Studium der Literaturwissenschaften in Hannover, Marburg und London, Promotion über Irmgard Keun, lebt in Leipzig und studierte am Deutschen Literaturinstitut

Velibor Čolić: geb. 1964 in Bosnien, desertierte 1992 aus der Kroatisch-Bosnischen Armee und floh ins politische Exil nach Frankreich, lebt heute als Journalist in der Bretagne. Čolićs Wurzeln in seiner Heimat Bosnien sind genauso spürbar wie ein französisches Weltbürgertum. In Albertos Kneipe treffen sich Verlierer und großherzige Clochards, auf dem Bahnhof Poe in der fiktiven Stadt Narseille, irgendwo zwischen Sarajevo, Dubrovnik und Marseille.

Don Coles: 1928 geboren, studierte bis 1955 in Toronto und Cambridge und verbrachte zehn Jahre in Europa, vor allem in Skandinavien. Nach einigen Versuchen mit Prosa begann er 1966, Poesie zu schreiben, und erst acht Jahre später erschien sein erster Gedichtband. Es folgten sieben weitere Bände und zahlreiche Übersetzungen aus dem Schwedischen und Norwegischen. Er zählt zu den interessantesten Dichtern Kanadas, seine Lyrik lebt von genauen Beobachtungen, menschlicher Wärme und einer bald ironischen, bald klassischen Nachdenklichkeit.

Miloš Crnjanski: geb. 1893 in Csongrad (Ungarn), studierte Philosophie und Kunstgeschichte in Wien, Belgrad und Paris, erzwungenermaßen k.u.k. Offizier im ersten Weltkrieg, Anarchist und Sozialist, zahlreiche Romane, Reisebeschreibungen, Dramen und Essays, übersetzte klassische chinesische und japanische Lyrik, Verfilmung des Romans Seobe durch Aleksandar Petrovic, gründete 1922 verschiedene Zeitschriften, u.a. Puteve (Wege) mit M. Ristic, ab 1928 Kulturattaché in Berlin, Rom und Lissabon für das Königreich Jugoslawien, 1934 Herausgabe von Ideje (Ideen), Emigration nach London, 1965 Rückkehr nach Belgrad, starb 1977 in Belgrad. Miloš Crnjanski zählt zu den herausragenden Autoren der serbischen Avantgarde. Ihm ist es gelungen, die Schlachtfelder des ersten Weltkriegs zu überleben und eine Zuflucht zu suchen in imaginären Welten. Seine poetische Prosa hat die moderne serbische Literatursprache geradezu erschaffen. Die Ursprünge Crnjanskis liegen jedoch in der Lyrik.

Robin Fulton: 1937 auf Arran, einer Insel im Südwesten Schottlands, geboren. Die Familie des Vaters stammte vom Grenzgebiet zwischen England und Schottland und aus Edinburgh, die der Mutter aus Sutherland und Caithness. Er besuchte die Grundschule auf der Insel Arran und in Glasgow, ging in Sutherland aufs Gymnasium und studierte an der Universität Edinburgh. Nach dem Studium zog er 1973 nach Stavanger, Norwegen, wo er bis heute mit seiner Frau lebt und an der Universität von Stavanger unterrichtet. Fulton veröffentlichte eine Vielzahl von Poesie- und Essaybänden. 1967 bis 1976 gab er die Zeitschrift Lines Review und deren Buchreihe heraus. Bekannt ist er nicht nur als Dichter, sondern als herausragender Übersetzer skandinavischer Lyrik ins Englische.

Viktor Kalinke: geb. 1970 in Jena, Studium der Psychologie und Mathematik in Dresden, Leipzig und Beijing, 1995 Kreativitäts-Preis der Hans-Sauer-Stiftung, 2001 Promotion, seit 2007 Professur, lebt als Psychologe, Autor und Verleger in Leipzig, zuletzt: Nachdichtung der Ithaka-Texte von Miloš Crnjanski

Michael Kegler: 1967 geboren, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Liberia und Brasilien. Er arbeitete unter anderem als Buchhändler und Journalist und übersetzt seit Ende der 90er Jahre aus dem Portugiesischen.

Herbert Kollenz: geboren 1949 in Schwetzingen, Abitur in Heidelberg, Scheffel-Preis für besondere Leistungen in Deutsch, 1969 – 1985 Volontariat und Ausbildung zum Antiquar, Spezialist für Alte u. Neue Kunst und Dekorative Graphik in einem Auktionshaus, 1986 – 1991 Studium der Germanistik und Philosophie, M.A., Unterricht in Deutsch als Fremdsprache an der Universität Gießen, Lehrbeauftragter am Internationalen Studienzentrum der Universität Heidelberg, 2007 Preisträger des Wettbewerbs »Heidelberg sucht den Super-Dichter« In Marmotta erzählt er die Geschichte einer Liebe zwischen einer jungen Italienerin und ihrem Lehrer. Sie ist Mitglied einer Vierer-Bande von Studentinnen, die sich vorgenommen haben, den besten Mann zu finden: Er muß interessant und mindestens zehn Jahre älter sein. Sie ist Stipendiatin an seiner Hochschule. Den sie sich als Opfer ausgeguckt hat, könnte ihr Vater sein. Nahrungsergänzungsmittel machen ihn fit für sein Altersglück in jenem Sommer, in dem Italien in Deutschland Fußball-Weltmeister geworden ist. Und sie haben es nicht bemerkt. Natürlich stellt er sich die Frage, was diese Göre eigentlich von ihm will. Als sie ihm ihre Heimat, die Orte ihrer Jugend zeigt, „verbrennt“ er, da er die Hitze der Insel und ihre Jugend nicht erträgt. Der Egoismus des Schlafs wird fort- und zu Ende geführt in die Einsamkeit, die Trennung im „großen Schlaf“.

Margitt Lehbert: 1957 als Tochter deutscher Eltern in Genf geboren. Sie wuchs dort und in Washington D.C., Mexico City und Bonn auf. 1976 machte sie an der Deutschen Schule, Washington D.C. Abitur und studierte anschließend an der Universität Konstanz Philosophie und Deutsch. 1980 setzte sie mit vergleichenden Literaturwissenschaften an der University of Iowa fort und schloß ihr Studium 1986 mit einem "Master of Fine Arts (Translation)" ab. Sie zog 1988 nach Berlin, wo sie als freie Übersetzerin arbeitete und unter anderem an der Freien Universität unterrichtete. Heute lebt sie mit ihrer Familie auf einem Bauernhof in Südschweden, übersetzt und arbeitet als Verlegerin. Unter anderem erschienen auf deutsch Übersetzungen von Les Murray, Elizabeth Bishop, Paul Muldoon (mit Hans-Christian Oeser), Carol-Ann Duffy und Don Coles, auf englisch Sarah Kirsch und Georg Trakl.

Jean-Michel Maulpoix: geb. 1952 in Montbéliard, Literaturprofessor in Paris / Nanterre, leitet eine Literaturzeitschrift und veröffentlicht Essays und poetische Werke seit vielen Jahren in den renommierten französischen Verlagen Mercure de France und Poésie / Gallimard. „Man möchte sie auswendig lernen, diese Gedichte, die so durchsichtig und klar sind wie die Kleinen Prosagedichte von Baudelaire!“ Catherine Portevin

Margret Millischer: geboren 1957 in Wiener Neustadt/Niederösterreich, Studium am Dolmetschinstitut Wien (Französisch, Italienisch), Doppelstudium (Romanistik, Kunstgeschichte), Studium an der Ecole d‘Interprètes et de Traducteurs ESIT in Paris, seitdem Tätigkeit als Übersetzerin, langjährige Zusammenarbeit mit dem Verlag Anton Schroll, Dissertation über „Die Rezeption Lou Andreas-Salomés in Italien“, Lehrbeauftragte am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien

Les Murray: Nachkomme schottischer Einwanderer, wurde 1938 auf einer Farm in Bunyah, New South Wales, geboren. Er studierte Sprachen in Sydney, arbeitete in Canberra als Übersetzer und reiste ausgiebig durch Europa. Seit 1974 lebte er als freier Schriftsteller in Sydney. 1986 konnte er die Farm seiner Eltern zurückkaufen und lebt seither mit seiner Familie in Bunyah. Murray wurde unter anderem mit dem Petrarca-Preis, der Queen's Gold Medal for Poetry und dem T.S. Eliot Prize geehrt; er ist einer der wichtigsten Dichter englischer Sprache. Derek Walcott formuliert seine Bewunderung so: "Es gibt keine Poesie in der englischen Sprache, die so verwurzelt ist in ihrer Heiligkeit, so breitblättrig in ihren Freuden und doch so intim und umgangssprachlich." Und Joseph Brodsky: "Er ist ganz einfach der Mann, in dem die Sprache lebt."

Elmar Schenkel: geboren 1953 bei Soest/Westf., lebt seit 1993 in Leipzig als Anglist, Schriftsteller und Übersetzer. Er hat Arbeiten zu John Cowper Powys, Hugo Kükelhaus, zur modernen Lyrik, Reiseliteratur, Phantastik und zum Verhältnis von Literatur und Naturwissenschaften veröffentlicht und britische Lyrik übersetzt.

Gonçalo M. Tavares: 1970 in Luanda, Angola geboren, studierte Physik, Sport und Kunst und ist Universitätsdozent in Lissabon. Im Jahr 2000 erhielt er ein Literatur-Stipendium des portugiesischen Kulturministeriums und veröffentlichte daraufhin 2001 sein erstes Buch Livro de Dança. Seitdem erschienen in kurzer Folge bislang über 20 Bücher der verschiedensten Genres, die einer strengen Systematik
folgen, darunter als »Stadtviertel« angelegte Paraphrasen berühmter Persönlichkeiten (»Senhores«), wie Brecht, Valéry oder Walser sowie die als Tetralogie angelegten »schwarzen Romane«, von denen der dritte, Jerusalém, in Portugal mit dem »Prémio LER« sowie dem »Prémio José Saramago« gleich zwei der wichtigsten literarischen Auszeichnungen Portugals sowie in Brasilien den renommierten »Prémio Portugal Telecom« erhielt. Wasser, Hund, Pferd, Kopf wurde 2007 mit dem Preis der portugiesischen Schriftstellervereinigung APE für Kurzprosa ausgezeichnet. Es ist sein erstes Buch, das in deutscher Übersetzung erscheint.

Jan Weinert: geb. 1963 in Jena, lebt in Berlin, Jan Weinerts Anliegen ist, das Erhabene und Schöne, Gefühl, Rhythmus und Klang, und das überpersönliche lyrische Ich in die deutsche Dichtung zurückzubringen. Dafür arbeitet er mit einer von der Alltagssprache geläuterten, an den Traditionen geschulten, poetischen Hochsprache und mit mythischen Urbildern. Für ihn soll das Gedicht oder Lied nicht Spiegel der Zeit sein, sondern ins Ewige erheben.

Montag 16.03.2009 – 19:00 Uhr
Eckermann-Buchhandlung Weimar, Marktstraße 2
„Was gestern morgen war, ist heute – Frauen in der Zeit“

Mit Bärbel Klässner (Autorin), Christiane Dietrich (Supervisorin, Coach) und Christiane Kloweit (Kabarettistin).

Im Rahmen des Festivals "Abbruch, Umbruch, Aufbruch oder was? Akteure der Wendezeit in Thüringen geben Auskunft" (www.literarische-gesellschaft-thueringen.de), in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Thüringen

8. 5. bis 30. 6. 2009

Anne Büssow & Eckhard Froeschlin: „Schwarze Seite“
Radierungen & Künstlerbücher

Graphik und Buchdruck bilden Schwerpunkte im vielseitigen Schaffen des Künstlerpaares.

Im Jahr 1999 wurde Eckhard Froeschlin mit dem Graphikpreis der Porträtbiennale Tuzla (Bosnien Herzegovina) und dem Hans-Meid-Preis für Buchkunst ausgezeichnet.

Wir freuen uns, Arbeiten des in Baden-Württemberg lebenden und arbeitenden Künstlerpaares in Leipzig vorstellen zu können.

In seinen Radierungen porträtiert Eckhard Froeschlin bekannte Künstler, wie Henri Matisse, Max Beckmann, David Alfaro Siqueiros, Edvard Munch, Auguste Renoir, Edward Hopper und Vincent Van Gogh in ungewöhnlicher Intimität und zugleich Entrücktheit. Edvard Munch beispielsweise steht nackt und nur mit einem Hut auf dem Kopf in seinem Atelier in Ekely. Der alte Auguste Renoir wird sitzend in seiner Wohnzimmerbehausung dargestellt. Seine von schwerer Krankheit stark deformierte Hand vermag kaum den Pinsel zu halten. Den mexikanischen Wandmaler David Alfaro Siqueiros brachte seine engagierte Kunst ins Gefängnis von Lecumberri, wo er unbeirrt weitermalte und zum Symbol für Widerstand und Freiheit wurde.

Obgleich sich hinter jeder Figur, jeder Darstellung jeweils eigene, individuelle Geschichten verbergen, spiegeln alle Bilder die Isolation des Künstlers und eine auffallend enge, bedrängende Raumsituation wider. In ihnen „durchdringt Froeschlin Grundfragen der künstlerischen Existenz überhaupt.“ (Werner Meyer)

Daneben werden in der Ausstellung neue Arbeiten der Edition „Schwarze Seite“ gezeigt, der Künstlerbuchpresse, die Anne Büssow und Eckhard Froeschlin im Jahr 1990 gegründet haben. Für die Herstellung der Künstlerbücher wird Originaldruckgraphik mit Buchdruck im Handsatz kombiniert und per Abziehpresse auf ausgesuchte, teils handgeschöpfte Papiere gedruckt. Die Künstlerbücher der „Schwarzen Seite“ stellen eine eindrucksvolle Verbindung zwischen den Medien Wort und Bild her.

Sonntag, 17. Mai 2009, 11 Uhr, Museum Lindwurm in Stein am Rhein
Christine Pfammatter liest aus ihrem Erzählband "Zu viel Sonne"
In siebenundneunzig Miniaturen fängt Pfammatter das Leben ein: Der Schreibstift scheint ihr ständiger Begleiter – kunstvoll verwandelt sie beiläufige Beobachtungen in experimentelle Kürzestgeschichten. So entfaltet sich eine menschliche Komödie der besonderen Art, in der Leicht-Sinn und Schwermut und natürlich die Liebe ihren Platz haben. Christine Pfammatter erfindet ihre Geschichten nicht, sie findet sie: auf den Strassen, in sich selbst und in den Menschen, denen sie Tag für Tag begegnet. Die Autorin lebt und arbeitet zurzeit in der Künstlerwohnung Chretzeturm in Stein am Rhein.

21. bis 24. 5. 2009, Mainz, Rheinufer
ERATA auf der 20. Mainzer Minipressenmesse

3. Juni 2009, 11 Uhr, Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf / Polen
Patrick Beck stellt Swantegard vor

14. Juni 2009, Kollwitzplatz Berlin
ERATA auf dem 12. LITERATURFEST auf dem Kollwitzplatz

Die Durchführung unseres Literaturfestes, an dem Buchhandlungen, Bibliotheken, Antiquariate und wichtige Verlage aus Berlin teilnehmen, bildet einen weiteren Schwerpunkt unseres Vereins. Die Verlage stellen ihr Programm sowie ihre AutorInnen vor. Es findet so ein berlinweiter Austausch unter den Verlagen statt, der durch wichtige Gespräche mit dem interessierten Publikum bereichert wird.

Freitag, 3. 7. 2009, 18 Uhr
„paranoia, pink“
Inskriptionen No. 2 feiert sein Erscheinen

mit Texten von Patrick Beck, Kerstin Becker, Beke, Gesche Blume, Thomas Böhme, Albert Cahier, Maria Clara, crysantheme, Sascha Heße, Florian Stoelk, Immortelle, Andreas Hegewald, Herbert Kollenz, Thomas Kunst, Logik des Traums, Jens Rosch, Ralph Stieber & Tan Go, Zeichnungen von Rita Lü

Das Sommerfest ist eine Gelegenheit der anderen Art, Literatur und Autoren zu begegnen: beim Trinken, Essen, Tanzen – und fast wie nebenbei: beim Hören. Im 20. Jahr der Wende ist es uns ein besonderes Vergnügen, die Geheimen Identitäten mancher Autoren zu lüften … Das Fest wird musikalisch begleitet von Sascha Heße & Niklas Meier mit neuen "Fantasien für Klarinette und Klavier" – es wird zudem das letzte Fest unter der Flagge von „erata“ sein - nutzt die Chance !!

Zum Sommerfest eröffnen wir die Ausstellung Vertonte Gedichte von Viktor Kalinke. Inspiriert von der Herausgabe des altbabylonischen Kodex Hammurabi entstand die Idee, den Entwicklungsweg der technischen Reproduktion rückwärts zu beschreiten und zeitgenössische Texte auf Tontafeln zu drücken. Die Vertonten Gedichte werden mit Bleilettern von Hand in vorbereitete Tonplatten gesetzt und anschließend gebrannt: Es entstehen haltbare, zugleich fragile Unikate.

13.9. 2009, 22 Uhr
20.9.2009, 21 Uhr
27.9.2009, 22 Uhr


Katrin Heinau und ihr Hörspiel "Vendelzeit" auf ALEX Offener Kanal Berlin: "Tinnitus"

Mittwoch, 16. September 2009, 19:00 Uhr, BAIZ:

—- ES IST DOCH BLOSS GELD!

Grundlose Bedingungen im Zeitalter unbegrenzter Möglichkeiten.
Eine Lesung zur Woche des Grundeinkommens mit Ann Cotten, Ralph
Gabriel, Katrin Heinau, Viktor Kalinke, Annette Kaut, Kai Pohl,
Helko Reschitzki, Julia Trompeter und anderen.

BAIZ, Christinenstraße 1, Ecke Torstraße, U2 Rosa-Luxemburg-Platz

Mittwoch, 30. 9. 2009, 19.30, Kollwitz-Buchhandlung, Danziger Straße 59, Berlin-Prenzlauer Berg

BALKANSALAT
Die Zutaten: junge Literatur aus Bosnien, Bulgarien, Kroatien und Mazedonien.

Es lesen
- Blanka Stipetic aus dem Roman „Die fünfte Kolonne“ von Vlado Bulic (Kroatien)
- Will Firth aus dem Erzählband „Der große Koffer“ von Ivan Dodovski (Mazedonien)
- Ines Sebesta aus dem Roman „Man nannte ihn Ombre“ von Emil Tonev (Bulgarien)
- Cornelia Marks aus den Gedichten von Hadzem Hajdarevic und Mile Stojic (Bosnien-Herzegowina).

Es wird auch reichlich Gelegenheit zum Gespräch geben: über die Texte, Sprachen und Autoren, übers Übersetzen an sich, über „Gott und die Welt“.

 

8. Oktober 2009

Herta Müller wird der Literaturnobelpreis zugesprochen.

Sie habe „mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit“ gezeichnet, hieß es in der Würdigung. Begründet wurde die Vergabe des Nobelpreises mit der Intensität der von ihr verfassten Literatur. Von Herta Müller erschien im Leipziger Literaturverlag ein zwölfseitiges poetologisches Gespräch unter dem Titel "Das Leben läßt sich nicht fangen", das Axel Helbig mit der Schriftstellerin führte.

Herta Müller ist die erste Autorin des Leipziger Literaturverlags, die den Nobelpreis erhält.

9. Oktober bis 9. Dezember 2009

Im Schatten der Kolossalfiguren
Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung mit Sylvia Kabus, Kristian Pech, Horst Drescher und Reinhard Bernhof

In diesem Herbst durchbricht der Leipziger Literaturverlag seine strikte Ausrichtung auf belletristische und künstlerische Titel und bringt keine sogenannten Wenderomane, sondern drei Sondereditionen zu den historischen Ereignissen von 1989 heraus und eröffnet aus diesem Anlaß die Ausstellung „Im Schatten der Kolossalfiguren“.

Das gleichnamige Buch „IM SCHATTEN DER KOLOSSALFIGUREN“ versammelt wichtige Dokumente des Leipziger Aufbruchs im Herbst 1989, zur Rolle Leipziger Schriftsteller und des Einflusses der Stasi auf die Leipziger Literaturszene. Es geht um Zivilcourage und Ungehorsam, um Demokratie und Denunziation, Emanzipation und Duckmäusertum. Die Ursprünge der Leipziger Bürgerrechtsbewegung gerieten zunehmend in Vergessenheit oder wurden durch den Heldenstadtmythos und seine wendehalsigen Protagonisten verschleiert.

Die von Sylvia Kabus und Reinhard Bernhof herausgegebene Untergrundzeitschrift „UMFELDBLÄTTER“ aus den Jahren 1988/89 ist nicht im Schutz von Kirchendächern entstanden, sondern in Privatwohnungen. Die Texte von Wilhelm Bartsch, Thomas Böhme, Kurt Drawert, Horst Drescher, Volker Ebersbach, Elke Erb, Rolf Henrich, Dieter Mucke, Kristian Pech, Hans-Ullrich Prautzsch, Winfried Völlger reflektieren über Verantwortung gegen Naturzerstörung und lügnerische Verklärung, "ein gerade noch genügendes Vorhandensein von Natur", wie Kristian Pech es nannte.

Der Fotoband „DRESDEN 1. MAI 1989“ dokumentiert die letzte offizielle Maidemonstration, im Frühjahr vor der Herbstrevolution – sie erscheint heute harmlos, war eine friedliche Demonstration, keine Revolution. Die Staatsmacht zeigte sich in bunten Uniformen – in Ausgehuniform, nicht im Kampfanzug. Der Umzug bot ein Bild der Lächerlichkeit und jeder wußte es...

Zur Ausstellungseröffnung am 9. Oktober 2009 zeigen wir erstmals überhaupt das im September 1989 illegal in der Michaeliskirche aufgenommene Video von Peter Franke von einem der ersten Auftritte der Mitglieder des Leipziger Neuen Forums, als derartige Aktionen noch von Inhaftierung und Verfolgung bedroht waren.

Zur Ausstellungseröffnung und Buchpremiere lesen die Autoren Sylvia Kabus, Kristian Pech, Horst Drescher und Reinhard Bernhof.

 

Sa 10.10.2009 20:00, Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

China im Kopf
Ein Gespräch über imaginäre und reale Geographien im Modus des Schreibens und Phantasierens über China, mit: Byung-Chul Han, Carlos Aguilera, Li Dawei, Ariel Magnus, Christian Y. Schmidt. Moderation: Sabine Peschel
Eintritt frei, Sprachen Deutsch-Englisch-Chinesisch-Spanisch

Die kulturellen Netzwerke zwischen China und dem Rest der Welt pulsieren: Auch deutschsprachige Schriftsteller entdecken die Volksrepublik als literarisches Thema. Die Auseinandersetzung bringt Ungeahntes hervor. Welche Bilder verdichten sich in der deutschen und internationalen Gegenwartsliteratur? Inwieweit überschneiden sich dabei Selbst- und Fremdzuschreibungen von Autoren? Eingestimmt mit einem Vortrag des Kulturtheoretikers Byung-Chul Han zur „Zeit der Heimat“, diskutiert der runde Tisch aktuelle Chinabilder aus der Innen- und Außenperspektive.

Carlos Aguilera (*1970, Havanna) wurde 1995 mit dem Preis der UNEAC ausgezeichnet. 1997 Gründung der Untergrund-Zeitschrift „Diaspora(s)“. Seit 2003 lebt er in Deutschland; ihm wird bis heute die Rückkehr nach Kuba verweigert.
Li Dawei (*1963, Beijing) freier Autor für „Jintian“, lebt in Los Angeles. In seinem neuen Roman „Love, Revolution und wie Kater Haohao nach Hollywood kam“ (Knaus 2009) verwebt er Comic und Text.
Byung-Chul Han (*Seoul) Kulturphilosoph und Literaturwissenschaftler, Privatdozent an der Universität Basel. In „Hyperkulturalität. Kultur und Globalisierung“ (Merve Verlag 2005) stellt er Reflexionen zu asiatischen Denkräumen in der Globalisierung an.
Ariel Magnus (*1975, Buenos Aires) veröffentlichte er neben seinen Romanen „Sandra“ (2005), „La abuela“ (2006) einen Krimi im chinesischen Viertel von Buenos Aires „Un chino en bicicleta“ (2007 Literaturpreis Premio La otra Orilla).
Christian Y. Schmidt (*1956), freier Autor und Journalist, 1989-1996 Redakteur des Satire-Magazins Titanic. Seinen Alltag in Beijing dokumentieren der Roman „Allein unter 1,3 Milliarden“ (2006), die taz-China-Kolumne „Im Jahr des Ochsen“ und die Kolumnensammlung „Bliefe von dlüben“ (2009).

In Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse

 

21.10.2009, 19 Uhr, Stadtmuseum Dresden (Eingang Landhausstraße), Wilsdruffer Str. 2

15 Jahre Ostragehege, Buchpremiere "Skeptische Zärtlichkeit", Verlagspräsentation des Leipziger Literaturverlags

Am 21. Oktober 2009 wird die Zeitschrift für Literatur und Kunst OSTRAGEHEGE ihr 15-jähriges Bestehen mit einer Lesung im Stadtmuseum Dresden (Landhaus) feiern. 15 Jahre sind eine für Literaturzeitschriften beachtliche Zeit. Möglich geworden ist dieses Jubiläum durch die öffentliche Kulturförderung, die kreative Begleitung durch einen Beirat sowie durch die ungebrochene Neugier der wechselnden Redaktionen. Neugier auf das Neueste und Frischeste in der deutschen Literatur und auf das, was sich in den anderen Literaturen ereignet. Der Drang, die junge Szene zu beobachten und dem literarischen Debüt eine Tür offen zu halten, tat sein Übriges.
An diesem Abend werden die Dichter Dieter Krause (Dresden) und Marek Śnieciński (Wrocław) aus ihren Büchern und aus älteren Ausgaben von OSTRAGEHEGE lesen und zugleich neue Gedichte vorstellen. Aus Anlass der Präsentation des Bandes "SKEPTISCHE ZÄRTLICHKEIT" und der aktuellen Ausgabe von OSTRAGEHEGE, in welcher neue Lyrik aus Taiwan enthalten ist, werden – in Kooperation mit dem Literaturforum Dresden e. V. – die taiwanische Autorin und Übersetzerin Wei Tang (Teipeh) und der Dichter Volker Sielaff (Dresden) ihre Übersetzungen chinesischsprachiger Poesie aus Taiwan vorstellen und einen Einblick in die Lyrikszene von Taiwan geben. Während des Abends setzen Karla Pfützenreuter (Percussion) und Georg Wieland Wagner (große Trommel) musikalische Zäsuren mit zeitgenössischer Kompositionen und Improvisationen..


9. Oktober bis 4. Dezember 2009

Im Schatten der Kolossalfiguren
Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung mit Sylvia Kabus, Kristian Pech, Horst Drescher und Reinhard Bernhof

In diesem Herbst durchbricht der Leipziger Literaturverlag seine strikte Ausrichtung auf belletristische und künstlerische Titel und bringt keine sogenannten Wenderomane, sondern drei Sondereditionen zu den historischen Ereignissen von 1989 heraus und eröffnet aus diesem Anlaß die Ausstellung „Im Schatten der Kolossalfiguren“.

 

Das gleichnamige Buch „IM SCHATTEN DER KOLOSSALFIGUREN“ versammelt wichtige Dokumente des Leipziger Aufbruchs im Herbst 1989, zur Rolle Leipziger Schriftsteller und des Einflusses der Stasi auf die Leipziger Literaturszene. Es geht um Zivilcourage und Ungehorsam, um Demokratie und Denunziation, Emanzipation und Duckmäusertum. Die Ursprünge der Leipziger Bürgerrechtsbewegung gerieten zunehmend in Vergessenheit oder wurden durch den Heldenstadtmythos und seine wendehalsigen Protagonisten verschleiert.

Die von Sylvia Kabus und Reinhard Bernhof herausgegebene Untergrundzeitschrift „UMFELDBLÄTTER“ aus den Jahren 1988/89 ist nicht im Schutz von Kirchendächern entstanden, sondern in Privatwohnungen. Die Texte von Wilhelm Bartsch, Thomas Böhme, Kurt Drawert, Horst Drescher, Volker Ebersbach, Elke Erb, Rolf Henrich, Dieter Mucke, Kristian Pech, Hans-Ullrich Prautzsch, Winfried Völlger reflektieren über Verantwortung gegen Naturzerstörung und lügnerische Verklärung, "ein gerade noch genügendes Vorhandensein von Natur", wie Kristian Pech es nannte.

Der Fotoband „DRESDEN 1. MAI 1989“ dokumentiert die letzte offizielle Maidemonstration, im Frühjahr vor der Herbstrevolution – sie erscheint heute harmlos, war eine friedliche Demonstration, keine Revolution. Die Staatsmacht zeigte sich in bunten Uniformen – in Ausgehuniform, nicht im Kampfanzug. Der Umzug bot ein Bild der Lächerlichkeit und jeder wußte es...

13. November 2009, 20 Uhr

Jutta Pillat: Lyrische Porträts

Sprünge sind programmiert, auf die sich der Zuhörer einlassen sollte, wenn er Texte über die unterschiedlichsten Persönlichkeiten hört. Namen und Benennungen tauchen kurz, wie von einem Licht angestrahlt, auf, und sie versinken wieder. Ein Wesenszug wird angeleuchtet – ist es das kleine Glück eines Menschheitsvertreters, der gebrochene Laut eines Dichters, das blaue Bild eines Gesichtes, ein inwendiges Lachen oder die momenthafte Lebensart eines Künstlers, eines Kranken oder die eines Königs? In den minimalen Skizzen verstecken sich mitunter große, dramatische Geschichten, Verhaltensweisen, Lebensverläufe, Projektierungen, Beschreibungen, Wünsche. Jungfrau Johanna, der „König“ von Leipzig, Aphrodite, die Porzellankünstlerin, der Vertriebene, der Maler Neo Rauch, der Vater oder der Leukämiekranke - sie alle und andere werden versammelt sein bei dem Versuch eines lyrischen Figurenkabinetts - nicht aus Wachs, sondern aus Worten geformt.

Do. 19.11.09 um 19.30

Träumen -- Der inneren Bilderwelt begegnen
Lesung, Vortrag und Diskussion mit Jörg Prosch zum Buch von Almuth und Werner Huth

1. Träume - Botschaften einer unvertrauten Welt

2. Kurze Geschichte des Umgangs mit Träumen

3. Traumauslegung - Instrumentarien

4. Einübung der inneren Haltung

5. Bewährte Methoden der Traumdeutung

6. Ergebnisse der physiologischen Traumforschung

7. Merkmale des Traumbewußtseins

8. Träume alleine deuten

21. November. 2009, 17 Uhr, Literaturhaus Zürich

Christine Pfammatter, Paul Nizon und Christoph Simon lesen

21. November 2009, ab 16 Uhr, Werkstatt für Kunstprojekte (Karl-Heine-Str. 46, Leipzig), Literaturfestival textenet.de

Carsten Zimmermann liest aus "licht etc."

Das lyrische Subjekt in „licht etc.“ hält sich in scheinbar alltäglichen Gegenden auf. Es befindet sich bei feldern; es bewegt sich behutsam in den städten; es errichtet einen Beobachtungsposten im traumgeflecht – im Netz der Gedanken nämlich, die wir naiver Weise für die Welt halten. Es erforscht, je nachdem mit Ernst oder Humor oder einer unergründlichen Mischung, den Umgang mit Sprache, den Prozeß der Sinngebung, und es erforscht zugleich die rätselhafte Vertrautheit mit dem, was sich diesem Prozeß immer schon entzieht.

Viktor Kalinke liest aus "Empörte Flut"

Eine apokalyptische Sintflut, die Westeuropa unter Wasser setzt, ereilt die Helden dieses Romans während
einer Urlaubsreise: Herr Klopsig, ursprünglich Bahnangestellter, und die adlige Kunstliebhaberin Frau Edelsüß verschlägt es nach Berlin, wo die Flut an der ehemaligen Zonengrenze stoppt – ein Ereignis, das von der Regierung zum Anlaß genommen wird, die liberale Diktatur auszurufen. Nicht nur Alkohol und Autofahren, sogar das Fallenlassen von Papier auf Sandwege wird bei Strafe verboten. Herr Klopsig und Frau Edelsüß erleben eine Welt, in der Europa halb überflutet, Afrika zu einer Stätte der Hochkultur und Rußland erneut zur Weltmacht aufgestiegen ist. Mit wachem Möglichkeitssinn und voller Witz lotet Viktor Kalinke den Spielraum zum Zusammenleben nach einer zukünftigen Apokalypse aus.

21. November 2009, 20 Uhr, Literaturhaus Lettrétage, Methfesselstr. 23-25, 10965 Berlin. www.lettretage.de

Stadt ohne Meer
Karen Sünder liest Erzählungen von Esther Tusquets
Im Rahmen der Berlin-Brandenburgischen Buchwochen
In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Leseglück

Die mehrfach ausgezeichnete Autorin und ehemalige Verlegerin Esther Tusquets, 1936 in Barcelona geboren, zählt in Spanien zu den angesehensten Schriftstellerinnen der zeitgenössischen Literatur. Ihre Romane, Erzählungen, fiktiven Briefe und Essays zeichnen ein genaues Bild der katalonischen Großbourgeosie in den Jahren des Frankismus‘. Wo Standesdünkel und ein allgegenwärtiger, galant verkleideter Machismus Regeln und Hierarchien aufstellen, wo der Muff einer katholisch-prüden Diktatur jeden Raum für Körperlichkeit und Sinnlichkeit nimmt, beginnt Tusquets mit den Stimmen ihrer Protagonistinnen Gegen-Erzählungen zu entwickeln.

Hinter dieser radikalen Umwertung der vorgegebenen Werteskala steht eine ästhetisch höchst verdichtete und anspruchsvolle Literatur, die in Sprache und Stil in der spanischen Gegenwartsliteratur ohne Vergleich ist. Das soll an diesem Abend greif- und hörbar werden: mit Erzählungen Esther Tusquets‘, die von Schauspielerin Karen Sünder in deutscher Übersetzung gelesen werden.

Esther Tusquets, geboren 1936, wuchs im großbürgerlichen Umfeld von Barcelona auf. Nach dem Studium der Philosophie, Geschichte und Literatur in Barcelona und Madrid übernahm sie mit 24 Jahren von ihrem Vater die Leitung des Verlags Lumen, dem mit Umberto Ecos Roman Der Name der Rose der Durchbruch gelang. Bei Lumen erschienen vor allem moderne Klassiker wie Rainer Maria Rilke, Walt Whitman, Emily Dickinson, Joyce Carol Oates und A. L. Kennedy. Nach dem Tod des Vaters verkaufte Esther Tusquets Lumen an den Bertelsmann-Konzern. – In deutscher Übersetzung erschienen von Esther Tusquets bisher ihr Debütroman Aller Sommer Meer, die Romane Die Liebe ein einsames Spiel und Abschied von Don Juan sowie der Erzählband Sieben Mädchenblicke auf dieselbe Landschaft.

Karen Sünder studierte von 1994-96 Schauspiel und Tanz am Centre de Danse du Marais, Paris, und setzte ihre Schauspielausbildung an der Berliner Actorfactory bei Johannes Hitzblech fort. Darüberhinaus absolvierte sie ein Studium der Theaterwissenschaft und Komparatistik an der Universität Bayreuth und der Freien Universität Berlin. Neben diversen freien Theaterprojekten führten sie verschiedene Rollen unter anderem an die Städtischen Bühnen Münster, das Théâtre de l´Europe, Paris, die Bayreuther Festspiele und das Hebbel am Ufer, Berlin. Außerdem arbeitete sie als Regie- und Ausstattungsassistentin am Wolfgang-Borchert-Theater, Münster.

21. November, Eppelheimer Buchladen, Eppelheim, 14:30 Uhr

Herbert Kollenz liest aus "Marmotta"

26. November, Kreisarchiv, Ladenburg , 19:30 Uhr

Herbert Kollenz liest aus "Marmotta"

4. Dezember 2009, ab 18 Uhr

Eröffnungsparty des Kulturgenußladens

mit Iris Donner & friends (Leipzig) – Jazzimprovisation
Tee- und Honigverkostung

Der Leipziger Literaturverlag leistet sich nicht nur "mutige Übersetzungsversuche, literarische Exkursionen und Entdeckungen" (Ralf Julke). Darüberhinaus präsentiert er in seinem Kurt-Wolff-Depot Bücher anderer, unabhängiger Verlage wie Nautilus, Wunderhorn, Stroemfeld, Thannhäuser, Galrev oder Urs Engeler – Verlage, deren Produktion mittlerweile in 90% der deutschen Buchhandlungen vergeblich gesucht wird, gerade weil sie sich dem Mainstream verweigern und literarische Qualität verbürgen. Kollegialität und Solidarität sind die letzten Hoffnungen, auf die sich die Independents besinnen können, um in der Überproduktionskrise des Buchmarkts nicht unterzugehen.

In diesem Herbst haben wir das Kurt-Wolff-Depot zum Kulturgenußladen erweitert. Hier kann nicht nur in Büchern und Zeitschriften geschmökert, sondern in geistigen und kulinarischen Genüssen geschwelgt werden: handgeschöpfte Schokoladen, erlesene Tee- und Kaffeesorten, Moskauer Eis, Imkerhonige und etliches mehr - von sorgfältig ausgewählten Manufakturen oder Kleinbauern hergestellt, mit denen wir persönlich bekannt sind – denn Literatur ist, genau betrachtet, eine Lebenskunst, und auch die Liebe zur Literatur geht durch den Magen ...

05. Dezember, Reilingen, Weihnachtsmarkt, 19 Uhr

Herbert Kollenz liest aus "Marmotta"

 

11. Dezember 2009, 20 Uhr

Michael Goller & Mike Wassermann: Konkretes Vergessen

Ausstellungseröffnung und Lesung

Buch und Ausstellung unternehmen den Versuch, sich ganz einzulassen auf die Suche nach einer neuen Seinsform zwischen Text und Bild. Etwas Ungenanntes. Erst der Dialog ermöglicht es. Das Buch wird notwendig als Ort dieser Begegnung. Flüchtig und gleichzeitig das Ganze einfordernd. Am Wendepunkt zwischen Konkretem und Vergessen. Um den Dialog zu ermöglichen, nimmt Michael Goller als Autor wieder das Pseudonym Mike Wassermann an. Der Autor wird dadurch Gestalt und greift aktiv in den Dialog ein.

Stimmen zu Michael Gollers Zeichnungen:

http://www.l-lv.de/galerie/goller.htm

15. Dezember, Internationales Studienzentrum der Uni Heidelberg / Max-Weber-Haus, 18 Uhr

Herbert Kollenz liest aus "Marmotta"

Dienstag, 16. März 2010, um 19.30 Uhr, Literatur-Etage im Künstlerhaus Hannover, Literaturbüro Hannover e.V.
Sophienstraße 2, 30159 Hannover

Carlos A. Aguilera: Theorie der chinesischen Seele

Moderation: Gabriela Jaskulla, der deutsche Text wird von Moritz Dürr (Schauspielhaus Hannover) gelesen.

www.literaturbuero-hannover.de

 

Leipziger Buchmesse 2010

Auf der Buchmesse
vom 18. bis 21. März
finden Sie uns
in Halle 5, Stand E202
gemeinsam mit
OSTRAGEHEGE, Zeitschrift für Literatur und Kunst

Donnerstag, 18. März 2010, 17:30 Uhr, Messegelände, Leseinsel Junge Verlage
Viktor Kalinke, Empörte Flut
Eine apokalyptische Sintflut, die Westeuropa unter Wasser setzt, stoppt an der ehemaligen Zonengrenze stoppt – ein Ereignis, das von der Regierung zum Anlaß genommen wird, die liberale Diktatur auszurufen. Mit wachem Möglichkeitssinn und voller Witz lotet Viktor Kalinke in seinem Roman den Spielraum zum Zusammenleben nach einer zukünftigen Apokalypse aus.

 
Donnerstag, 18.03.2010, 20:00 Uhr, Kurt- Wolff-Depot / Kulturgenußladen

Leipziger Literaturnacht
mit Ilona Schlott, Viktor Kalinke, Dieter Krause, Suzanne Latour, Carsten Zimmermann und Sascha Heße

Ausstellungseröffnung mit Arbeiten von Käthe Bauer

Musik: Thomas Flemming, Sascha Heße u.a.

Kurze und eigenwillige Texte zwischen Leichtigkeit und Gewicht, melancholischer Betrachtung und skurrilem Humor. Scharfe Analyse und liebevoller Blick zugleich. Immer im Auge behaltend, daß Leben Detail ist, was beachtet werden will, soll das Ganze gelingen – das ist die Leipziger Literaturnacht.

„Ich bin nicht bekifft, ich bin immer so. Ich laufe schon ein Leben lang herum, als hätte ich eine LUPE vor der Linse. Als wäre ich mit dem Keplerschen Fernrohr im Kepele schon auf die Welt gekommen. So daß ich jede Seattlemaus für einen Dinosaurier der Neuzeit halte...“ (Ilona Schlott)

 
"Die Herstellung meiner Bilder ist nicht Umsetzung einer geistigen Idee, sondern in erster Linie ein körperlicher Akt. Diese Körper- bzw. Materialbezogenheit kulminiert schließlich in der Wahrnehmung der Bilder, die wiederum auf den Körper gerichtet ist, denn sie ist an den Vollzug der Sinne gebunden. Dabei werden verschiedene Lesarten zugelassen: Mein Werk soll inspirieren und eine direkte Verbindung zum Menschen herstellen, unabhängig davon, wovon meine Bilder ausgegangen sind und was sie letztendlich ‚darstellen’ sollen. Der Zugang zu meinen Bildern ist kein Privileg und setzt kein Wissen voraus. Die Sinnlichkeit der Bilder soll eine ästhetische Erfahrung bewirken, die das Kulturdiktat intellektueller Vernunft revidiert, Terminiertes entgrenzt und zur Emanzipation des/der BetrachterIn führen soll." (Käthe Bauer)

 

Freitag, 19. März 2010, 11:30 - 12:00, Messegelände, Leipzig liest Forum, Halle 5, Stand E600

Suzanne Latour, Spickerdeel

Was wie eine Kriminalerzählung um einen norddeutschen Bürgermeister, seine Frau und einen Zigeuner mit satirischen Untertönen beginnt, entwickelt sich im Fortgang des Romans zu einer Parabel um Ehrgeiz, Wahn und Leidenschaft – und die zerstörerische Gewalt der Liebe.

 

 

Freitag, 19. März 2010, 15:00 - 15:30, Messegelände, Leipzig liest Forum, Halle 4, Stand D113
Skeptische Zärtlichkeit – Junge deutschsprachige Lyrik
mit Michael Braun (Moderation) sowie: Dorothea Grünzweig, Jan Wagner, Sonja Harter, Viktor Kalinke (Verleger) und den beiden Herausgebern Ulf Großmann und Axel Helbig
Michael Braun (SWR), ein profunder Kenner der deutschsprachigen Lyrikszene, stellt die Anthologie „Skeptische Zärtlichkeit“ vor, in der sich 29 Dichter sowohl mit ihren Texten als auch poetologischen Überlegungen zu Wort melden. Auf diese Art ist eine reiche Sammlung entstanden, die es ermöglicht, das weite Feld der neuesten deutschsprachigen Lyrik zu überschauen und zugleich einen Einblick in die Beweggründe und Arbeitsweisen heute schreibender Dichter zu nehmen. Diskutiert wird über die Rolle, die der Lyrik in der Gegenwartsliteratur und auf dem Buchmarkt noch / nicht mehr zukommt. „Für Entdecker und Entdeckungen ist Skeptische Zärtlichkeit geradezu ein Fund.“ Bernd Heimberger

 
Freitag, 19. März 2010, 18:30 Uhr, Leipziger Marktgalerie, Markt 11-15

Verlagspräsentation mit Viktor Kalinke
Moderation: Henner Kotte

Freitag, 19. März 2010, ab 21 Uhr, Alte Hauptpost, Historische Schalterhalle

Party der "jungen Verlage"

Wir sind dabei! Es laden ein: Ventil Verlag, Luftschacht Verlag, Verbrecher Verlag, Plöttner Verlag Leipzig, Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Milena Verlag, Mitteldeutscher Verlag, mairisch Verlag, Verlag Voland & Quist, JungleWorld, spector books, Reprodukt, Lilienfeld Verlag, bilgerverlag, Onkel & Onkel, Salis Verlag, Textmanufaktur, Online-Netzwerk Junge Verlagsmenschen, LuboK-Verlag, Leipziger Literaturverlag

19. März 2010, 20 Uhr, Buchhandlung Lesezeichen Dresden

Dieter Krause liest aus "Farbkammern"

Sonnabend, 20. März 2010, 11:00 - 11:30, Messegelände, Congress Center Leipzig - Mehrzweckfläche 1
Carlos Aguilera (Kuba): Rede der Toten Mutter, Übersetzung: Elisabeth Müller
In Zusammenarbeit mit LITPROM – Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. – im Rahmen des europäischen Projektes ›Shahrazad - Geschichten fürs Leben‹.
Carlos A. Aguilera zählt zu den interessantesten zeitgenössischen Autoren Kubas. In dem Eine-Frau-Stück, in dem außer der Mutter nur drei Pappfiguren auftreten, geht es um die Kollision zweier Krankheiten: Staat und Mensch. Aguilera zeigt, wie diese beiden Welten aufeinander prallen. Die Kollision erzeugt ein Delirium. Daher die irren Bilder. Das allsehende Auge im Stück ist eine religiöse Anspielung. Zugleich geht es um das Orwellsche Thema der allgegenwärtigen Kontrolle – nicht nur in den ehemals kommunistischen Staaten ist sie zur Pandemie geworden.


Sonnabend, 20. März 2010, 13:30 - 14:00, Messegelände, Congress Center Leipzig - Mehrzweckfläche 1

Jean-Michel Maulpoix: Der Geistschreiber und Kommentar zu Rilke
Übersetzer: Jürgen Strasser & Margret Millischer

Ein Schriftsteller ist ein imaginäres Geschöpf. Man träumt von ihm, man begegnet ihm nicht. Er existiert nicht, er tut nur so als ob. Es ist fast nur ein Name, eine Art ausgemachtes Bild oder spät eintretende Legende, die Photographie eines einzigen Mannes, die von vielen gemacht wurde. Jean-Michel Maulpoix, Begründer der Neuen Poesie in Frankreich, zeigt nicht die spektakulären Sehenswürdigkeiten, sondern die Kleinigkeiten des Lebens, die kaum in einen Reiseführer Eingang finden, uns aber dennoch so vertraut erscheinen, weil wir ihnen an vielen Orten hundertfach begegnet sind.

 

Sonnabend, 20. März 2010, 14:00 - 14:30, Messegelände, Congress Center Leipzig - Mehrzweckfläche 1

Rui Zink (Portugal): Crisis, what crisis? Übersetzung: Michael Kegler
In Zusammenarbeit mit dem Camões-Institut und der Universität Leipzig
Rui Zinks jüngster Roman stellt erneut die Reise in den Mittelpunkt, hat das Touristische gar im Titel. Es geht um Urlaub in einer Krisenregion und einen Reisenden, der den Tod sucht. Das fiktive Weltuntergangszenario befindet sich mitten in einem tatsächlichen Elendsgebiet. Es ist die letzte Einnahmequelle eines am Rande Europas verarmten Landes, wo die Menschen nach ihrem Job für die Katastrophentouristen in Hütten ohne Strom leben und wieder auf Eseln reiten. Ein fiktives Krisengebiet im wirklichen, als Abenteuerspielplatz für reiche Asiaten aus den neuen Boom-Regionen der Welt. Eine bitterböse Satire auf Portugal natürlich, aber auch auf bestehende Verhältnisse in Europa und die gegenwärtige tatsächliche Krise.

 
Sonnabend, 20. März 2010, 15:00 - 16:00, Messegelände, Forum Kleine Sprachen, Halle 4, Stand D401
Hadžem Hajdarević: Land, das es nicht gibt, Überetzer: Astrid Philippsen, Cornelia Marks, André Schinkel
In Zusammenarbeit mit TRADUKI – Literarische Begegnungen mit Südosteuropa.
Bosnien droht immer wieder aus dem Blick der Mittel- und Westeuropäer zu fallen: In diesem paradiesischen Bergland haben die Kulturen und Religionen jahrhundertelang die Klinge gekreuzt. Erst wenn die Konflikte eskalieren, wenn es heiß wird und wieder zu spät ist, gerät Bosnien in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch zwischen den Kriegen ist Leben, zwischen den Kriegen blüht die Poesie. Der zweisprachige Gedichtband von Hadžem Hajdarević, einem der herausragenden Dichter des modernen Bosnien, lädt erstmals das deutsche Publikum ein, mit wachen Sinnen, offenen Herzens und unschuldig wie Kinder, in ein Meer von Farben, Gerüchen und Klängen zu tauchen, um das Leben an jedem Tag, in jeder Stunde, jeder Sekunde, in seinem vollen Reichtum wahrzunehmen.

Sonnabend, 20. März 2010, 16:00 - 17:00, Messegelände, Forum Kleine Sprachen, Halle 4, Stand D401

Zilhad Ključanin: Wasserhochzeit, Übersetzung: Astrid Philippsen
In Zusammenarbeit mit TRADUKI – Literarische Begegnungen mit Südosteuropa
Zilhad Ključanin, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Bosniens, erzählt von der Liebe und der Sehnsucht der Menschen nach ihren Wurzeln, ihrem Verhältnis zum Fluß, einer Metapher der Zeit, die kreist und in den Biographien verschiedener Generationen wiederkehrt – das Wasser führt Menschen zusammen und trennt sie.


Sonnabend, 20. März 2010, 20:00 Uhr, Kurt- Wolff-Depot / Kulturgenußladen

Leipziger Übersetzernacht
In Zusammenarbeit mit: TRADUKI– Literarische Begegnungen mit Südosteuropa, Verlagsstiftung Sarajevo, Universität Leipzig, Camões-Institut, DGLB, SHARAZAD – Geschichten fürs Leben
Moderation: Viktor Kalinke, Mala Vikaite
Mitwirkende: Elisabeth Müller (Carlos Aguilera, Kuba), Cornelia Marks, André Schinkel und Astrid Philippsen (Hadžem Hajdarević, Zilhad Ključanin, Bosnien), Jürgen Strasser & Margret Millischer (Jean-Michel Maulpoix, Frankreich), Michael Kegler (Rui Zink, Portugal), Markus Sahr (Helder Macedo, Portugal) und Will Firth (Igor Isakovski, Mazedonien)

Die Leipziger Übersetzernacht ist zur Institution geworden. Jedes Jahr treffen sich am Abend des Buchmessesamstag internationale Autoren und ihre Übersetzer ins Deutsche im Leipziger Literaturverlag, um sich in einer öffentlichen Werkstatt über aktuelle Projekte auszutauschen.

 

Samstag, 20. März 2010, ab 22 Uhr in der NaTo, Karl-Liebknecht-Straße 46
European Borderlands. Lange Nacht der europäischen Poesie
Lesungen und Gespräche mit Gintaras Grajauskas, Eugenijus Ališanka (Litauen), Uladzimir Arloŭ, Vera Burlak, Volha Hapeyeva (Belarus), Tadeusz Dąbrowski (Polen) und Jan Wagner (Deutschland)
Eine Veranstaltung der Allianz Kulturstiftung in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin
Moderation: Jörg Magenau

Im Herbst 2009 fand auf Initiative der Allianz Kulturstiftung und in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin ein Literaturfestival in Litauen und der Republik Belarus statt. Der Festivalzug aus 14 Autoren, vornehmlich Lyrikern aus Litauen, Belarus, Deutschland, Polen, der Schweiz und der Ukraine, nahm in der europäischen Kulturhauptstadt Vilnius Fahrt auf und fuhr von dort aus weiter in die Hauptstadt der Republik Belarus Minsk. Die Festival-Reihe European Borderlands will Autoren aus EU-Ländern und aus jenen, die jenseits der EU-Grenzen leben, miteinander ins Gespräch bringen und neue Verbindungen schaffen. Wir wollen eine Auswahl der beteiligten Autoren der deutschen Öffentlichkeit in Lesungen und Gesprächen vorstellen: Eugenijus Ališanka und Gintaras Grajauskas (Litauen), Volha Hapeyeva, Vera Burlak und Uladzimir Arloǔ (Belarus), Tadeusz Dąbrowski (Polen) und Jan Wagner (Deutschland) tragen in einer Langen Nacht der europäischen Poesie einige ihrer Gedichte vor und berichten von den Erfahrungen und Eindrücken, die sie im Rahmen der European Borderlands-Reise in Litauen und Belarus sammeln konnten. Vor allem die Autoren aus Litauen und Belarus können erzählen, welche Rolle die Literatur und die Schriftsteller in ihren Ländern spielen und welche Schwierigkeiten das Publizieren beeinträchtigen. Und es soll natürlich auch um die EU und ihr Verhältnis zu den Ländern gehen, die "draußen vor der Tür" stehen.

Änderungen vorbehalten.

23. März 2010, Sternwarte Radebeul

Dieter Krause liest aus "Farbkammern"

29. 4. 2010, 20.00 Uhr im Lingnerschloß Dresden

Patrick Beck liest aus Inskriptionen Nr. 1 und 2

Freitag, der 14. Mai 2010, 20 Uhr, Ort: Deutsches Institut Florenz (Borgo Ognissanti 9, 50123 Firenze)

VASTA, TACITA TERRA - WEITES, STILLES LAND di Ulrich van Loyen

siamo felici di annunciare, in data 14 maggio, alle ore 20, una serata di letteratura e musica, dedicata alla letteratura contemporanea tedesca, con particolare attenzione ai temi della letteratura ex-DDR e della loro continuità.
Ne discuteranno il traduttore italo-tedesco Antonio Staude e l’autore Ulrich van Loyen, che presenterà un racconto dalla sua raccolta “Stilles Weites Land” (Erata Verlag Leipzig) in inedita traduzione italiana (che qui anticipiamo in PDF, insieme al Comunicato Stampa).

Fra l'altra si parlerà del romanzo "Der Turm" di Uwe Tellkamp, ora apparso in Italia "La Torre", e della "Medea" di Christa Wolf, e de "L'amico estraneo" di Christoph Hein (e/o ed.).
È prevista, oltre al dibattito in lingua italiana, una lettura musicata del racconto, con interazioni musicali del flautista-performer Alessandro Gigli.

www.deutschesinstitut.it

 

20. 5. 2010, 20 Uhr

Doppellesung und Ausstellungseröffnung mit Esther Mohnweg und Ilona Schlott

Erstmalig werden in Leipzig Zeichnung und Malerei der Künstlerin und Autorin Esther Mohnweg zu sehen sein. Vom 20. Mai bis zum 26. Juni lädt der Leipziger Literaturverlag zu einer Werkschau dieser vielseitigen Virtuosin in seine Räumlichkeiten ein.

Nachdem im März das Buch "Winterschlaf" von Esther Mohnweg erschienen ist, zeigt der Verlag die darin enthaltenen Zeichnungen und weitere Arbeiten im Original. Eine Kostprobe davon bietet die Doppellesung am Donnerstag, 20. Mai. Zur Eröffnung der Ausstellung lesen ab 20 Uhr die Autorinnen Esther Mohnweg und Ilona Schlott.

Diese Doppellesung umrahmen Bilder von beeindruckender Intensität, ausgedrückt in großflächigen Farbkompositionen aus blaugrauen, roten bis rosa Tönen, durchzogen von schwarzen Konturen. Sie kombinieren die Zartheit von Aquarellen mit der wilden und groben Ausdrucksweise expressionistischer Manier. Der Kontrast verzerrt die dargestellten Gesichter und Körper bis zur Unkenntlichkeit, spielt mit der Schärfe des Blicks und eröffnet daraus ganz neue Sichtweisen. Es entstehen tiefe Ein- oder weite Überblicke, die Assoziationen zu topografischen Aufnahmen oder zu anatomischen Studien ermöglichen.

 

Esther Mohnweg: Winterschlaf

Eine Schriftstellerin verliebt sich in einen Maler, der nur in seiner Kunst ganz bei sich zu sein scheint. Die Distanz, die er immer wieder zwischen sie beide bringt, sein Schweigen, ist ihr zunächst ein Ort der einvernehmlichen künstlerischen Empfindsamkeit, bis die Unnahbarkeit unüberwindlich wird.

„Der Leser folgt ihr völlig distanzlos auf diesem Weg der ausgesetzten Sehnsucht, der wie ein Weg durch verschneite Winterlandschaften ist ...“ Mona El-Khansa, Hans Mayer Projekt, Berlin

Ilona Schlott: Steißvogel

Kurze und eigenwillige Texte zwischen Leichtigkeit und Gewicht, melancholischer Betrachtung und skurrilem Humor. Scharfe Analyse und liebevoller Blick zugleich. Immer im Auge behaltend, daß Leben Detail ist, was beachtet werden will, soll das Ganze gelingen.

"Ich bin nicht bekifft, ich bin immer so. Ich laufe schon ein Leben lang herum, als hätte ich eine LUPE vor der Linse. Als wäre ich mit dem Keplerschen Fernrohr im Kepele schon auf die Welt gekommen. So daß ich jede Seattlemaus für einen Dinosaurier der Neuzeit halte ..."

 

11. Juni 2010, Berliner Buchhändlerkeller

Jürgen Große liest anläßlich der Verleihung des Günter-Bruno-Fuchs-Preises

 

Donnerstag, 24. 6. 2010, 16 Uhr

Musizierstunde mit Jens Lübeck

2. 7. 2010, 18 Uhr, Literatur-Sommerfest

Zum Sommerfest liest Jürgen Große aus seinem neuen Aphorismenband "Fünf Zeitbilder", dazu stellt die Berliner Künstlerin Elke Pollack ihre bildnerischen Arbeiten aus. Und: wieder entpuppen neue Inskriptionen-Autoren ihre Identität - bei kulinarischem Genuß wird gelesen, was das Zeug hält ...

 

Jürgen Große: Fünf Zeitbilder

Jede Auflehnung gegen die Zeit - und gegen ihre selbsternannten Agenten - endet mit einer Niederlage. Doch keine Niederlage gleicht der anderen. Alles hängt davon ab, wie man sie zu ertragen versteht. Die fünf Kapitel dieses Aphorismenbuches zeigen fünf Haltungen, mit denen Menschen sich ihre Ohnmacht gegen die Zeit erträglich machen: Sarkasmus, Wehmut, Resignation, Ironie, Heiterkeit. Für die Texte von Jürgen Große hat die Malerin Elke Pollack Bildmotive ausgewählt, die eine zweite Stimme hörbar werden lassen: zuweilen Doppelklang, zuweilen Divertimento.

mit Beiträgen von Patrick Beck, Thomas Böhme, Wassili Busskläff, Maria Clara,
crysantheme, Flo, karolin, Herbert Kollenz, Roy Kral, Nurio Quevadis, J. W. Rosch,
Lena Ryschkova, Arno Schmidt, Tan Go & Zhenja

Ist es ein wortverliebtes Geflüster im Netz? Eine Textschlacht ohne Gesicht? Oder ist es ein kollektives Experimentieren mit den Möglichkeiten des Digitalen? Die gedruckte Ausgabe ist die Jahresbilanz der Inskriptionen. Sie summiert unnütze, kollabierende, hermetische, hermeneutische,
orthopädische, asklepiadeische, elegisch wimmernde, im Plusquamperfekt oder im Indikativ träumende Hymnen und Geschichten ohne Inhalt – Anzeichen luziden Wahnsinns.

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14. September 2010, Schillingbar, Weser/ Ecke Reuterstraße in Neukölln, 21 Uhr

Katrin Heinau: feiert Buchpremiere mit Hochstaplern ...

15. 10. 2010, 20 Uhr

Goðan Daginn
Buchpremiere mit Gedichten von Jens Rosch und Radierungen von Mechthild Mansel

Im Innern der Berge drehen sich Erzadern
zu unwahrscheinlichen Sonnen, die ihre Bestimmung
erst nach Öffnung des Raumes erfahren werden.

Ich wollte immer auffliegen wie ein Vogel aus der Schlucht; nun lebe ich außen im Kristall. Aber nun geben Sie mir bitte den Weg frei, ich schwinge wieder - ich war so müde - auf Flügeln geht dieser Gang - mit meinem blauen Anemonenschwert - in Mittagsturz des Lichts - in Trümmern des Südens - in zerfallendem Gewölk - Zerstäubungen der Stirne - Entschweifungen der Schläfe. (Rosch : Featuring : Benn : Gehirne : Auszüge)

Donnerstag, 4. 11. 2010, 20 Uhr, Berlin

Alhierd Bacharevič liest aus "Die Elster auf dem Galgen", dt. von Thomas Weiler

„In circa fünf Minuten ist sie tot.“ So schroff eröffnet der Roman über das Leben der jungen Weißrussin Vieranika. Messerscharf seziert der Autor, wie aus dem unschuldigen Kind die loyale Mitarbeiterin des staatlichen Sicherheitsdienstes wird. Enttäuscht verläßt ihr Freund sie und das Land, um fortan von seinem Hamburger Exil aus das Geschehen in Worte zu fassen. Vieranika erschafft sich in einem Online-Rollenspiel eine neue Identität und gerät prompt in die Fänge des perversen Tyrannen Lex, dem sie willig zu Diensten ist. Als die reale Welt unvermittelt in die virtuelle einbricht, überstürzen sich die Ereignisse.

Lesung im Rahmen der Tagung "Internationaler Jugendaustausch mit undemokratischen Staaten"
der Evangelischen Akademien Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

Veranstaltungsort: Evangelische Bildungsstätte auf Schwanenwerder, Inselstraße 27-28, 14129 Berlin (Nikolassee)

Alhierd Bacharevič: geb. 1975 in Minsk, Philosophie- und Pädagogikstudium, mehrere Prosapublikationen in Weißrußland, lebt seit 2007 in Hamburg.

Freitag, 12. November 2010, 13.00–13.45 Uhr
Ort: Ausstellungsfoyer "Haus des Buches" Leipzig

Filmvorführung „DichterSehen“
Regie: Viktor Kalinke
Musik: Torsten Pfeffer

Viktor Kalinke porträtiert neun Dichterinnen und Dichter, die vor laufender Kamera Auskunft geben über den kreativen Prozess beim Schreiben: Orte, Anfänge, biographische Brüche, das Verhältnis zu Körper und Bild sowie der Umgang mit dem Literaturbetrieb. Der Fokus des Films liegt auf dem Moment der Entstehung von Texten,
auf dem schöpferischen Augenblick und dessen Kontext: der Poesie. Die Autoren werden zum Interpreten ihrer selbst. Zu sehen sind: Christoph Meckel, Yvette Centeno, Thomas Böhme, Mila Haugová, Thomas Kunst, Katrin Heinau, Wojciech Izaak Strugala, Gertrud Katzenstein und Silvio Pfeuffer.

Veranstalter: Sächsischer Literaturrat im Rahmen des Festes "Gut zum Druck"

12. 11. 2010, 20 Uhr

Ausstellungseröffnung "Ichwelten" mit Arbeiten von Sabrina Roick

Sabrina Roick, geb. 1984, präsentiert Werke im Stil der abstrakten Malerei, die Ihre Sinne schärfen und zum Entdecken, Nach- und Weiterdenken anregen sollen. Lassen Sich als Betrachter inspirieren, fesseln und berühren.

Buchpremieren:

1) "Sergej Jessenin: Der Winter singt - es ist ein Schreien" mit Erich Ahrndt

Sergej Jessenin gilt als Inbegriff des russischen Dichters: wortmächtig und reich an Bildern kommen seine Verse daher, urwüchsig, unverkrampft, wie selbstverständlich in ihrer Schlichtheit. Schon als Fünfzehnjähriger hört er den Winter singen, ja schreien. Zunächst bewegt sich Jessenins Lyrik in dörflicher Idylle, wird gespeist von seiner Liebe zur ländlichen Natur. Die umwälzenden Ereignisse der Oktoberrevolution rufen neue, ungebärdige Töne wach, beflügeln seine Phantasie zu kühnen Visionen. Im Poem Inonien (entstanden im Januar 1918) lesen wir: „Her die Welt! Ich will geschmeidig / Packen sie, sie umzustülpen ... / Und acht Flügel schwinge weit ich / Wogende Gewitterstürme“. Im naturliebenden Dorfdichter steckt auch der zügellose Bohèmien der Moskauer Kneipen – dieser Widerspruch bestimmt lebenslang seine Existenz. Vergebens versucht er, die „schwarze Kröte und die weiße Rose“ zu verbinden.

Sergej Jessenin (1895-1925): geb. in Konstantinowo (heute Jessenino), Gouvernement Rjasan, Schüler in kirchlichem Internat, Buchhandlungsgehilfe in Moskau, Studium, Reisen, fünf Ehen, zwei eheliche und drei uneheliche Kinder, Vandalismus und Trunksucht, Suizid in Leningrad

2) Peter Gehrisch: Das reicht für eine Irrfahrt durch Polen" - Texte von Anna Janko, Zbigniew Herbert, Urszula Koziol, Czeslaw Milosz, Wislawa Szymborska, Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki u.v.a.

Polnische Poesie ist eine Fahrt ins Abenteuer des freien Gedankens. Sie findet Anregung und Vorbilder im Konzert der Kulturen, in der Welt- wie der nationalen Literatur. Die polnische und die europäische Landschaft, der Mensch, die oft vertrackte Geschichte bilden die Themen in diesem Band. Es sind Gedichte, die dem Übersetzer nach 1989 begegnet sind, als der ungezwungene Austausch möglich wurde, als Deutsch-Polnische Tage der Literatur in Dresden und Wroclaw stattfinden konnten und das Projekt ORPHEUS/ORFEUSZ ins Leben gerufen wurde, das Poeten aus Ost und aus West zusammenführte: Nachholestunden in Geschichte, Ethik, Philosophie, Nachbarschaft, Weltbegreifen.

 

Sonnabend, 13. November 2010, 15.00–15.45 Uhr
Ort: "Haus des Buches" Leipzig, Raum 005

Helder Macedo: „Weiße Flecken von Afrika“
Aus dem Portugiesischen von Markus Sahr

„Weiße Flecken von Afrika“ liest sich wie eine alternative Schilderung der jüngeren portugiesischen Geschichte, eine gegen den Strich gebürstete Darstellung kolonialer Vergangenheit eines der kleinsten Länder Europas. Es ist ein Buch über den Vater, der als Kolonialverwalter in Afrika Spuren hinterließ. Helder Macedo versucht, diesem Vater Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Ihm, dem Juristen, der auf die Einhaltung der Gesetze pochte und dennoch mit einem vatermörderischen Sohn aneinander geriet, dem aller Kolonialismus Unrecht schien.

Veranstalter: Sächsischer Literaturrat im Rahmen des Festes "Gut zum Druck"

 

10. 12. 2010, 20 Uhr

 

Hubertus Giebe: Der geschliffene Elfenbeinturm
Buchpremiere und Ausstellungseröffnung

Giebe preist in seinen Essays jene wahrhaftigen Maler, deren Werke ihn angetrieben haben - Pablo Picasso, Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Bern­hard Heisig. Zum Dank brennt er intel­lektuelle Feuerwerke für diese Großen ab. Aber er redet nicht, um seine Bilder zu erklären, er zerredet nichts. Analytische Hilfestellungen für eine Entschlüsselung seiner Bilder sind aus den hier vorgelegten Texten nicht zu erwarten. Weit stärker treibt ihn etwas anderes zum öffentlichen Reden und Schreiben. Giebe zeigt sich provoziert vom geistigen Absturz des Kunstmarktes. Er versucht, die Ursachen für diesen absurden Crash aufzudecken. Er versucht, die Marktmechanismen der erfolgreichen Jubelinszenierung des postpostmodernen Kunstkitsches zu begreifen und begreiflich zu machen. Der theoretische Kunst-Megadiskurs, sagt Giebe, schwanke zwischen Trivialisierung und Heiligsprechung, zwischen bizarr verstiegenen Theorien des Absoluten und scheinheiliger Naivität.

 

Patrick Beck: Ich habe ein Haus aus Licht gebaut. Imaginäre Orte
Buchpremiere

Es sind wundersame Welten, in die uns Patrick Beck entführt. Unbekannte Orte, stille Plätze, voller Impressionen und Empfindungen, voll zauberhafter Begegnungen. Dieser Band vereint kurze Prosastücke, Gedankenfetzen, die mit poetischer und zugleich anschaulich klarer Sprache Augenblicke festhalten, Momentaufnahmen wiedergeben. Dabei entstehen farbenprächtige Naturgemälde und pittoreske Traumsequenzen, welche den Leser völlig im Unklaren lassen, ob er in die Welt oder in einen Spiegel blickt.

Katrin Heinau: Hochstaplerroman
Buchpremiere

Fred Schiller, ein Held am unteren Ende der sozialen Leiter, kündigt seine Hartz IV-Karriere und versucht das Leben auf der Straße. Es verschlägt ihn aufs märkische Land, er verliebt sich, bricht in ein Sommerhaus ein. Als er das Kind der Besitzer vor dem Ertrinken im Dorfteich rettet, müssen diese sich mit dem Eindringling arrangieren. Er wird mit seinem "Freund" verwechselt und nun ergreift Fred Schiller die Chance. In New York von reichen Sammlern unterstützt, kommt er bei dem bedeutendsten Galeristen der Welt unter Vertrag und erfindet aus Not und Spielerinstinkt ein gigantisches Werk ... Katrin Heinaus neuester Roman führt am Rand der Gesellschaft entlang hinauf in den Irrwitz des Kunstbusiness. Erneut gelingt es der Autorin, ihre Beobachtungen zu Politik, Arbeitswelt und Staat mit präzisem Ton in bitterböse Wahrheiten zu fassen.

11. Januar 2011, ScharfrichterHaus Passau ( Milchgasse 2, 94032 Passau)

Alhierd Bacharevič liest aus "Die Elster auf dem Galgen", dt. von Thomas Weiler

„In circa fünf Minuten ist sie tot.“ So schroff eröffnet der Roman über das Leben der jungen Weißrussin Vieranika. Messerscharf seziert der Autor, wie aus dem unschuldigen Kind die loyale Mitarbeiterin des staatlichen Sicherheitsdienstes wird. Enttäuscht verläßt ihr Freund sie und das Land, um fortan von seinem Hamburger Exil aus das Geschehen in Worte zu fassen. Vieranika erschafft sich in einem Online-Rollenspiel eine neue Identität und gerät prompt in die Fänge des perversen Tyrannen Lex, dem sie willig zu Diensten ist. Als die reale Welt unvermittelt in die virtuelle einbricht, überstürzen sich die Ereignisse.

Lesung im Rahmen der Tagung "Internationaler Jugendaustausch mit undemokratischen Staaten"
der Evangelischen Akademien Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

Veranstaltungsort: Evangelische Bildungsstätte auf Schwanenwerder, Inselstraße 27-28, 14129 Berlin (Nikolassee)

Alhierd Bacharevič: geb. 1975 in Minsk, Philosophie- und Pädagogikstudium, mehrere Prosapublikationen in Weißrußland, lebt seit 2007 in Hamburg.

Bilder und Video von der Lesung: http://www.svaboda.org/content/article/2274507.html

 

13. Januar 201, 20:00 Uhr , Stadtmuseum Dresden (Landhaus), Wilsdruffer Straße 2

Dresdner Buchpremiere: Peter Gehrisch (Dresden/Lwówek Śląski – PL) und Agnieszka Wolny-Hamkało (Wrocław – PL) lesen aus der druckfrischen Anthologie „Das reicht für eine Irrfahrt durch Polen“

Georg Wieland Wagner (Marimba, Piano) und Eleonora Gehrisch (Gesang) setzen musikalische Zäsuren.

Polnische Poesie ist eine Fahrt ins Abenteuer des freien Gedankens. Sie findet Anregung und Vorbilder im Konzert der Kulturen, in der Welt- wie der nationalen Literatur. Die polnische und die europäische Landschaft, der Mensch, die oft vertrackte Geschichte bilden die Themen in diesem Band. Es sind Gedichte, die dem Übersetzer nach 1989 begegnet sind, als der ungezwungene Austausch möglich wurde, als Deutsch-Polnische Tage der Literatur in Dresden und Wroclaw stattfinden konnten und das Projekt ORPHEUS/ORFEUSZ ins Leben gerufen wurde, das Poeten aus Ost und aus West zusammenführte: Nachholestunden in Geschichte, Ethik, Philosophie, Nachbarschaft, Weltbegreifen.

 

4.3. 2011, 19 Uhr, Salon Rouge, Institut français de Vienne, Währingerstrasse 30, 1090 Wien

KEHRT RILKE AUS FRANKREICH ZURÜCK?

Präsentation: Dr. Margret Millischer, Übersetzung von Jean-Michel Maulpoix – Kommentar zu „Briefe an einen jungen Dichter“ von Rainer Maria Rilke
Vortrag: Prof. Dr. Gerald Stieg (Sorbonne Nouvelle/Paris)
Moderation: Jean-Claude Crespy (Rilke-Übersetzer)
In deutscher Sprache, freier Eintritt

Gemeinsam mit den Duineser Elegien haben Rainer Maria Rilkes Briefe an einen jungen Dichter in Frankreich eine unglaubliche Erfolgsgeschichte aufzuweisen. Sie sind ein Verkaufsschlager und begeistern nach wie vor unzählige Leser. Viele Franzosen kennen überhaupt nur dieses Werk von Rilke, es wurde immer wieder interpretiert und analysiert, steht auf den Listelisten der Universitäten und wird an junge Leute verschenkt. Der französische Literaturwissenschaftler und Dichter Jean-Michel Maulpoix hat einen Kommentar zu Rilkes Briefe an einen jungen Dichter verfasst, der von Margret Millischer ins Deutsche übersetzt wurde und kurz vorgestellt werden soll.

Der große Rilke-Kenner, Professor Gerald Stieg, der die Arbeit verschiedener Rilke-Übersetzer ins Französische für die Pleiade-Ausgabe koordiniert hat, wird über die Rilke-Rezeption in Frankreich sprechen, die einen Sonderfall darstellt und systematisch erforscht werden sollte. Allein von den Duineser Elegien existieren 14 Übersetzungen, die meisten sind nach 1997 entstanden.
Der Kulturattaché Jean-Claude Crespy, selbst ein angesehener Rilke-Übersetzer ins Französische, wird diesen Abend moderieren und über seine Arbeit, die Schwierigkeiten bei der Übertragung von Rilkes Poesie und die Aufnahme durch das französische Publikum sprechen.

8.3. 2011, 19 Uhr, Mehr-Generationen-Haus Mütterzentrum e.V. Langenhagen

Verica Trickovic liest aus "Als rettete mich das Wort"

Frauenstammtisch - Frauen finden ihren eigenen Standpunkt
Leitung: Angelika Vogt
Ort: Konrad-Adenauer-Str. 15, 30853 Langenhagen

Dienstag, 15.3.2011, 19:00, Literaturbüro Dresden, Villa Augustin am Albertplatz
Antonstr. 1, 01097 Dresden

Lesung von Sreten Ugričić, László Végél und Verica Tričković
Ein serbischer Dichter, Sreten Ugričić, und ein serbisch-ungarischer Autor, László Végél, sowie eine
serbisch-deutsche Autorin, Verica Tričković, stellen sich vor: eigenwillige und unüberhörbare
Stimmen.

Veranstaltungen zur Leipziger Buchmesse 2011

Halle 5, Stand C205

Donnerstag, 17.03.2011, 19 Uhr, Jazzclub Tonne, Königstraße 15, 01099 Dresden (www.jazzclubtonne.de)

Literatur über Grenzen - Leseabend mit Alhierd Bacharevic und Ignacy Karpowicz

Die Organisatorinnen Malgorzata Sroka (Bosch-Kulturmanagerin, Literaturbüro Dresden e.V.)
Jadwiga Günther (conduco e.V. Dresden) & Tina Wünschmann (Kultur Aktiv e.V.) freuen sich, im Vorfeld der Leipziger Buchmesse auch in Dresden Aktuelles aus der polnischen und belarussischen Literaturszene präsentieren zu können. Ignacy Karpowicz und Alhierd
Bacharevic verbindet die Erfahrung "wenn auch unter sehr unterschiedlichen Umständen" des Fremdseins, ihre Werke die Auseinandersetzung mit dem Ort der Herkunft und der Identität. Umrahmt von Karolina Trybalas Gesang versricht der Abend eine unterhaltsame Reise durch Mitteleuropa, Lethe und den Kosmos.

Alhierd Bacharevic: *1975 in Minsk, lebt seit 2007 in Hamburg. Im Herbst 2010 erschien im Leipziger Literaturverlag sein Roman Die Elster auf dem Galgen, den er zusammen mit Übersetzer Thomas Weiler
präsentiert " eine rare Botschaft aus der belarussischen Literaturwelt.

In der Elster auf dem Galgen begibt sich der Ich-Erzähler ins freiwillige Exil einer (auffällig an Hamburg erinnernden) nördlichen Hafenstadt. Er blickt mit Abstand zurück auf sein Land und die Hauptfigur Vieranika, die Bacharevic als eher schlichtes Durchschnittsgemüt in einem (teilweise auffällig an Belarus erinnernden) autoritären Staat präsentiert. Beengte Wohnverhältnisse, Pionierlagergeschichten, pubertierende Jungs, triste Studienjahre und Fluchten in virtuelle Welten " in Vieranika dürften sich viele Minskerinnen wiederfinden, vielleicht wehmütig, vielleicht auch unangenehm berührt. Die junge Frau gerät an eine Stelle in der Bezirksabteilung des staatlichen Sicherheitsdienstes und ist dem Regime treu zu Diensten. An ihrer unreflektierten Systemgläubigkeit zerbricht die Beziehung zu ihrem Freund, dem Ich-Erzähler, und der Plot steuert auf ein dramatisches Finale zu, das schon im ersten Satz des Romans eingeleitet wird: zIn circa fünf Minuten ist sie tot.

Donnerstag, 17.03.2011, 15:00 – 16:00, Café Europa, Halle 4, Stand E 401

Miloš Crnjanski entdecken

Katharina Raabe spricht mit dem Crnjanski-Kenner und Gewinner des diesjährigen Leipziger Buchpreises Martin Pollack über Crnjanskis Ithaka und Kommentare, Alexander Fabisch liest.

Donnerstag, 17.03.2011, 19:00 – 22:30, Galerie ARTAe, Gohliser Straße 3

In diesem unendlichen Blau. Lyriknacht

Wie jedes Jahr lädt die edition AZUR am ersten Messetag zu einer Lyriknacht in ihr Leipziger Wohnzimmer: die schmucke Galerie Artae. Zu hören sind fünf Dichterinnen und Dichter aus Serbien, die zu Exkursionen in eine äußerst lebendige und heterogene Lyriklandschaft einladen. Präsentiert werden damit auch die beiden 2011 neu publizierten Anthologien serbischer Lyrik: Robert Hodel gab im Leipziger Literaturverlag die zweisprachige Anthologie Hundert Gramm Seele. Serbische Poesie aus einem halben Jahrhundert, heraus, und Dragoslav Dedović im Drava Verlag die Zusammenstellung Eintrittskarte / Ulaznica.

Ein Panorama der zeitgenössischen serbischen Lyrik.

19:00–19:45 Uhr Zvonko Karanović und Dragana Mladenović
20:00–21:00 Uhr Nancy Hünger, Stephan Turowski, Jan Röhnert
21:30–22:30 Uhr: Vladimir Kopicl, Stevan Tontić, Radmila Lazić

Donnerstag, 17. März 2011, 20:00 Uhr, Haus des Buches

Helder Macedo: Weiße Flecken von Afrika

Mosambik, Opposition im Lissabon des Salazar-Regimes, London, das freie Afrika – Helder Macedo, der zur Leipziger Buchmesse persönlich aus seinem Londoner Exil anreisen wird, stellt mit dem Übersetzer Markus Sahr Stationen seines autobiografischen Romans vor.

Veranstalter: Die FÄHRE e.V.

Donnerstag, 17. März 2011, 20:00 Uhr, Kurt- Wolff-Depot / Kulturgenußladen

Leipziger Literaturnacht: Die Puppenspieler mit Walter Thümler, Michael Goller & Peter Piek
Moderation: Silke Brohm

Kurze und eigenwillige Texte, herrlich abgedrehte Passagen, poetisches Wortgemetzel, ein Herunterziehen schöner Fassaden – das ist die Leipziger Literaturnacht.

Außerdem: Ausstellungseröffnung mit Arbeiten von Michael Goller & Peter Piek

Donnerstag, 17. März 2011, 22:00 Uhr, Kurt- Wolff-Depot / Kulturgenußladen

Viktor Kalinke: Glockenläuten und Hupen – Spiritualität auf der Straße
Filmpremiere

Der neue Poesiefilm von Viktor Kalinke dokumentiert in zehn dichten Kapiteln ein Irrlichtern durch den Norden Indiens.

 

Freitag, 18.03.2011, 13:00 – 14:00, Forum International, Halle 4, Stand B 601

Moderne serbische Klassiker: Danilo Kiš, Aleksandar Tišma, Miloš Crnjanski, Ivo Andrić

Anlässlich neuer wie älterer Übersetzungen der „Modernen Klassiker“ diskutieren Slawisten und Übersetzer der Autoren. Die Verlage Suhrkamp und Leipziger Literaturverlag geben 2011 Neuauflagen von Miloš Crnjanskis Büchern heraus, während der Verlag Zsolnay eine neue Übersetzung von Ivo Andrić in Angriff nimmt. Aber auch Danilo Kiš und Aleksandar Tišma erfreuen sich zahlreicher Übersetzungen in den letzten Jahrzehnten. Zu Danilo Kiš und Ivo Andrić spricht die Übersetzerin Katharina Wolf-Grießhaber, zu Ivo Andrić und Aleksandar Tišma trägt Miranda Jakiša (Humboldt-Universität zu Berlin, Slawistik) bei. Der Verleger Viktor Kalinke (Leipziger Literaturverlag) kommentiert Miloš Crnjanski. Prof. Dr. Gabriella Schubert (Friedrich-Schiller- Universität Jena, Slawistik) spricht über das Deutschlandbild von Aleksandar Tišma. Außerdem wird das 2011 erschienene Buch von Cornelia Marks Von Sumatra bis Lamento für Belgrad: zu den poetischen Visionen des serbischen Schriftstellers Miloš Crnjanski kurz vorgestellt. In Anwesenheit von Katharina Raabe (Lektorin Suhrkamp Verlag), es moderiert Eva Kowollik.

Freitag, 18. März 2011, 15:45 – 16:15 Uhr, Messegelände Halle 4, Serbischer Stand

Autoren und Autorinnen stellen sich vor: Radmila Lazić

Der Lyrikband von Radmila Lazić Das Herz zwischen den Zähnen (Leipziger Literaturverlag) wird in Anwesenheit der Übersetzerin Mirjana Wittmann vorgestellt. Durchs Programm führt Viktor Kalinke (Leipziger Literaturverlag). Es liest Silke Brohm.

 

Freitag, 18. März 2011, 16:30 Uhr, Messegelände Halle 5, Stand C205 (Verlagsstand)

Skeptische Zärtlichkeit – Der eigene Ton

Axel Helbig (Herausgeber der Zeitschrift Ostragehege) und Viktor Kalinke (Verleger des Leipziger Literaturverlags) diskutieren über den Mehrwert der Literatur jenseits des Marktes, die Unmöglichkeit des großen Geschäfts mit der Lyrik und die Freuden des literarischen Entdeckens.

 

Freitag, 18. März, 18.30 Uhr, Polnisches Institut

Alhierd Bacharevic liest aus: Die Elster auf dem Galgen
Es übersetzt Thomas Weiler.

In der Elster auf dem Galgen begibt sich der Ich-Erzähler ins freiwillige Exil einer (auffällig an Hamburg erinnernden) nördlichen Hafenstadt. Er blickt mit Abstand zurück auf sein Land und die Hauptfigur Vieranika, die Bacharevic als eher schlichtes Durchschnittsgemüt in einem (teilweise auffällig an Belarus erinnernden) autoritären Staat präsentiert. Beengte Wohnverhältnisse, Pionierlagergeschichten, pubertierende Jungs, triste Studienjahre und Fluchten in virtuelle Welten " in Vieranika dürften sich viele Minskerinnen wiederfinden, vielleicht wehmütig, vielleicht auch unangenehm berührt. Die junge Frau gerät an eine Stelle in der Bezirksabteilung des staatlichen Sicherheitsdienstes und ist dem Regime treu zu Diensten. An ihrer unreflektierten Systemgläubigkeit zerbricht die Beziehung zu ihrem Freund, dem Ich-Erzähler, und der Plot steuert auf ein dramatisches Finale zu, das schon im ersten Satz des Romans eingeleitet wird: zIn circa fünf Minuten ist sie tot.

Alhierd Bacharevic: *1975 in Minsk, lebt seit 2007 in Hamburg. Im Herbst 2010 erschien im Leipziger Literaturverlag sein Roman Die Elster auf dem Galgen, den er zusammen mit Übersetzer Thomas Weiler
präsentiert " eine rare Botschaft aus der belarussischen Literaturwelt.

s moderiert Eva Kowollik.

Freitag, 18. März 2011, 20:30 Uhr, Gohliser Schlößchen

Lyrik im Schlößchen: Boško Tomašević

Diese Gedichte handeln von "unserem Heimweh nach der Barbarei" (Cioran) und nur zum geringen Teil von unserer Zivilisiertheit. Sie werden getragen von einer Poetik des Absurden. Der Mensch ist eingetaucht in die Situation des Orientierungsverlusts innerhalb der humanistischen Werte. Er hat sich zwar eine technologisch hochentwickelte Zivilisation geschaffen, aber er ankert nicht in einem ruhigen Hafen seiner Geschichte. Sich selbst gegenüber stets gleichgültig und endlich, hält der Mensch an der Schönheit des Zweifels fest und schöpft daraus neue Kräfte. Die Poesie steht für die Freude, Illusion und Melancholie dieser ewigen Erneuerung unserer Unvollkommenheit. Denn immer werden wir das sein, was wir nicht sind. Das Dichten als sprachliche Form, die zum Wesen vordringt, ermöglicht das Sprechen über das Dasein, über die Existenz selbst.

Sonnabend, den 19. März 2011, um 14:00 Uhr, Halle 5, Stand C205 (Verlagsstand)

Margret Millischer präsentiert die Neuentdeckung Rilkes Briefe an eine venezianische Freundin und spricht über die Schwierigkeiten, Rilke aus dem Französischen ins Deutsche zu übersetzen

Rilke lernte Mimi Romanelli 1907 während eines Venedig-Aufenthaltes kennen. Die auf Französisch geführte Korrespondenz zwischen Rilke und Mimi Romanelli wurde bisher ausschließlich in Italien und Frankreich veröffentlicht. Die zweisprachige Ausgabe beinhaltet sowohl das französische Original als auch erstmals die deutsche Übersetzung der Briefe, die Rilke als europäischen Kosmopoliten zeigen, der in vielen Sprachen und Ländern Zuhause war.

Protesterklärung gegen die Vereinnahmung Rilkes und des Leipziger Literaturverlages als Rilke-Herausgeber

Der Leipziger Literaturverlag distanziert sich mit aller Entschiedenheit vom Versuch der Internetplattform „Blaue Narzisse“, den Dichter Rainer Maria Rilke für politische Meinungsbekundungen zu mißbrauchen. Der Leipziger Literaturverlag ist bekannt für sein Engagement, der Literatur kleinerer Länder Europas in Form zweisprachiger Ausgaben eine Stimme zu verschaffen und eine Brücke zu bauen, die der Verständigung dient. Die Vertreter dieser Internetplattform, die sich hinter der Maske des „Vereins für Jugendkultur und Journalismus e.V.“ in Chemnitz verstecken, benutzen die hohe Reputation, die Rilke in der Literatur genießt, in heuchlerischer Weise als Vorwand, um ihre nationalistische Haltung in der bürgerlichen Mitte sowie in linken und liberalen Milieus salonfähig zu machen. Der von dem Verein ausgeschriebene sogenannte „Rilke-Jugendpreis“ wird als trojanisches Pferd losgeschickt, um Harmlosigkeit vorzutäuschen, während sich hinter der Fassade keine literarischen oder künstlerischen, sondern politisch-extreme Absichten verbergen. Doch Rilke gehört allein der Dichtung und jeder Versuch, ihn vor den Karren nationalistischer Anschauungen zu spannen, wird langfristig scheitern. Die Rilke-Übersetzerin Margret Millischer trat der nationalistischen Vereinnahmung Rilkes energisch entgegen. In ihrer Entgegnung stellte sie heraus, daß Rilke weder als deutscher noch als ausschließlich deutschsprachiger Dichter betrachtet werden kann. In Prag geboren war er zunächst österreichischer, später tschechoslowakischer Staatsbürger. Als Wanderer in Europa lebte er die meiste Zeit seines Lebens in Frankreich oder in der französischsprachigen Schweiz, denn er reagierte allergisch auf den militärischen Korpsgeist, den er im Österreich der k.u.k.-Monarchie, aber auch im spätwilhelminischen Deutschland empfand. Seine Freunde und Förderer waren über ganz Europa verstreut. Ohne ihre Unterstützung hätte Rilke sein großartiges dichterisches Werk nicht schaffen können. Der Leipziger Literaturverlag fühlt sich der Wahrheit verpflichtet und lehnt jegliche Vereinnahmung Rilkes für nationale Interessen ab.

Viktor Kalinke & Silke Brohm
Leipzig, den 21. 3. 2011

Sonnabend, 19. März 2011, 20:00 Uhr, Kurt- Wolff-Depot / Kulturgenußladen

Leipziger Übersetzernacht: Serbien sehen und darüber hinaus!

Mitwirkende: Alhierd Bacharevič, Sabine & Dieter Fahl, Will Firth, Robert Hodel, Margret Millischer, Radmila Lazić, Christine Pfammatter, Markus Sahr, Boško Tomašević, Stevan Tontić, Verica Tricković, Thomas Weiler, Mirjana & Klaus Wittmann, Michael Zgodzay
Moderation: Viktor Kalinke, Silke Brohm

Die Leipziger Übersetzernacht ist zur Institution geworden. Jedes Jahr treffen sich am Abend des Buchmessesamstag internationale Autoren (u.a. aus den USA, aus Belarus, Frankreich, Polen, Kroatien und Serbien) und ihre Übersetzer ins Deutsche im Leipziger Literaturverlag, um sich in einer öffentlichen Werkstatt über aktuelle Projekte auszutauschen.Gefördert durch Portugiesische Nationalbibliothek, Lissabon, das Serbische Kulturministerium, Belgrad, und das Polnische Institut

Samstag, 19. März // 20 Uhr, Horns Erben, Arndtstraße 33, 04275 Leipzig

Auswärtsspiel
Moderation: André Hille

Sächsische Autoren sind nach Polen, Ungarn und Tschechien gereist und haben sich inspirieren lassen zu neuen Texten. Patrick Beck, Katharina Bendixen, Diana Feuerbach und Lars Reyer lesen aus ihren Geschichten, Briefen und Blogs und erzählen von ihren Erlebnissen.

Sonntag, 20. März 2011, 14:10 – 15:00 Uhr, Messegelände Halle 4, Serbischer Stand

Tritt ein! Serbische Lyrik: Lesung und Präsentation von neuen Anthologien

Für Leipzig wurden zwei neue und üppige Lyrikanthologien zusammengestellt. Robert Hodel stellt seine zweisprachige Antholgie Hundert Gramm Seele zu serbischer Poesie vor, die zwischen 1940-1960 geborene Dichter versammelt (Leipziger Literaturverlag) und der Drava Verlag präsentiert die neueste Zusammenstellung serbischer Gegenwartspoesie mit dem klingenden Titel Eintrittskarte (Drava). Ausgewählte Gedichte werden gelesen. Durchs Programm führt Olivera Stajić im Gespräch mit Silke Brohm, Viktor Kalinke (Leipziger Literaturverlag), Robert Hodel (Universität Hamburg) und Peter Wieser (Drava). Anwesende Autoren und Autorinnen: Dragana Mladenović, Vojislav Karanović, Enes Halilović, Vladimir Kopicl, Jovan Zivlak, Marija Kneževič, Zvonko Karanović. Die Gedichte liest die Dichterin Ulrike Almut Sandig.

 

Donnerstag, 24. März, 20 Uhr, Literaturwerkstatt Berlin (Kulturbrauerei, Knaackstr. 97)

Alhierd Bacharevic liest aus: Die Elster auf dem Galgen
Es übersetzt Thomas Weiler.

In der Elster auf dem Galgen begibt sich der Ich-Erzähler ins freiwillige Exil einer (auffällig an Hamburg erinnernden) nördlichen Hafenstadt. Er blickt mit Abstand zurück auf sein Land und die Hauptfigur Vieranika, die Bacharevic als eher schlichtes Durchschnittsgemüt in einem (teilweise auffällig an Belarus erinnernden) autoritären Staat präsentiert. Beengte Wohnverhältnisse, Pionierlagergeschichten, pubertierende Jungs, triste Studienjahre und Fluchten in virtuelle Welten " in Vieranika dürften sich viele Minskerinnen wiederfinden, vielleicht wehmütig, vielleicht auch unangenehm berührt. Die junge Frau gerät an eine Stelle in der Bezirksabteilung des staatlichen Sicherheitsdienstes und ist dem Regime treu zu Diensten. An ihrer unreflektierten Systemgläubigkeit zerbricht die Beziehung zu ihrem Freund, dem Ich-Erzähler, und der Plot steuert auf ein dramatisches Finale zu, das schon im ersten Satz des Romans eingeleitet wird: zIn circa fünf Minuten ist sie tot.

Veranstalter: literabel.de

 

Donnerstag, 31.3. 2011, 20:00 Uhr, Literaturwerkstatt Berlin (Kulturbrauerei, Knaackstr. 97)

Berlin - Moskau
Lesung und Gespräch: Wjatscheslaw Kuprijanow (Autor, Moskau) und Hendrik Jackson (Autor, Berlin)
Moderation: Peter Geist (Literaturwissenschaftler, Berlin)

Die Verbindung zwischen Berlin und Moskau hat große kulturelle Tradition. Bücher sind darüber geschrieben und große Ausstellungen organisiert worden. Aber in den vergangenen Jahren hat sich diese Beziehung gelockert. Über die poetische Landschaft in Russ­land erfährt man in Berlin fast nichts. Es ist an der Zeit, wieder darüber zu diskutieren. Zwei Dichter, zwei Übersetzer, zwei Mittler zwischen den Kulturen sprechen über neue und alte Verbindungen und Tendenzen, und sie lesen eigene Texte: Wjatscheslaw Kuprijanow und Hendrik Jackson.

Wjatscheslaw Kuprijanow (*1939 Nowosibirsk), der seit 1985 in Deutschland publiziert (»Ein nüchternes Echo« LCB Editionen), ist hier zunächst als Lyriker bekannt geworden. Mit seinem Roman »Das feuchte Manuskript« (1991 Alkyon Verlag) hat er sich auch als Prosaautor vorgestellt. Seine Prosa-Texte stehen in der Nähe zu Charms, zu Gogol und Bulgakow, sie sind skurrile, ins Groteske kippende Geschichten. Mit seinen Gedichten wiederum will Kuprijanow den freien Vers in die russische Dichtung einführen. Der Lyriker und Übersetzer von Rilke, Hölderlin oder Brecht, der mehrfach mit einer Nennung auf der Bestenliste des SWR geehrt wurde, hat jüngst eine Anthologie deutscher Dichtung in Russland herausgegeben. Ende März erscheint im Pop Verlag »Ihre tierische Majestät oder Der dunkelblaue Mantel des Universums«.

Hendrik Jackson (*1971) studierte Filmwissenschaft, Slawistik und Philosophie. Er hat drei Gedichtbände veröffentlicht, zuletzt erschien »Im Innern der zerbrechenden Schale. Poetik und Pastichen« (kookbooks 2007). Er übersetzt aus dem Russischen u.a. Gedichte von Alexej Parschtschikow, veröffentlicht in »Erdöl« (kookbooks 2010) und Marina Zwetajewa (»Poem vom Ende/Neujahrsbrief« Edition per procura 2003). Hendrik Jacksons Gedichte wurden unter anderem mit dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium 2002, dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2005 und dem Hans-Erich-Nossack-Förderpreis 2006 ausgezeichnet. Als Herausgeber der Website www.lyrikritik.de hält er den Diskurs über Lyrik lebhaft in Gang.

Über Sprach- und Ländergrenzen und über zwei Generationen hinweg leuchten Wjatscheslaw Kuprijanow und Hendrik Jackson in der Moderation von Peter Geist die deutsch-russischen Poesiebeziehungen frisch aus.

13. April 2011, 20 Uhr, Buchhandlung "LeseZeichen", Prießnitzstraße 56, Dresden

Hubertus Giebe: Arbeiten zur Literatur
Ausstellung vom 10. 4. bis 25. 7. 2011

Lesung mit Hubertus Giebe am 13. April 2011:
"Der geschliffene Elfenbeinturm", Essays

Donnerstag, 14. April 2011, 19.00 Uhr, Literaturhaus Magdeburg, Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg

Walter Thümler – Ist jemand da

Musik: Maria Ackermann (Klarinette)

„Bei der Lektüre der Gedichte von Walter Thümler entstehen - wie als Erwiderung - Gestalten und eine sich selbst erschaffende Gebetsstille (gleichsam im wortlosen Schweigen) - weit zurückliegende Impressionen, Vermutungen, kostbare Erinnerungen.“ Gennadij Ajgi

wer bittet für uns
daß die Schale nicht zu hart
werde Wir uns nicht
schämen uns zu
schämen


Freitag, 13. Mai 2011, 20 Uhr

Utz Rachowski: Beide Sommer & Viktor Kalinke: Nichtstun als Handlungsmaxime

Zwei Buchpremieren

28. Mai 2011, 19:30 Uhr

Ilona Schlott & Heiner Reinhardt: Steißvogel mit Saxophon

Ort: Peterskirche in Püchau

28. Mai 2011, 20 Uhr

Verica Tričković liest aus Als rettete mich das Wort

Gastautoren: Sylvia Günther (Lavaherz, Gedichte) sowie Autoren des Forums Liebfrauenberg (Ružica Cvetković-Pfeifer, Ranko Ćetković, Snežana Minić und Dino Burdžović)

Veranstaltungsort: Galerie Neunauge,Taunusstrasse 9, 63457 Hanau

Sonntag 29. Mai 2011, von 11-19 Uhr

Literaturfest am Kollwitzplatz, Berlin

Der LLV ist mit einem Stand dabei!

Dienstag, 31. 5. 2011, 20 Uhr, Oper Leipzig

Laozi-Lieder, vertont von Federico Biscione, aus dem Chinesischen von Viktor Kalinke

 

4. Juni, 20 Uhr, Landhaus Dresden, Wilsdruffer Straße 2 (Stadtmuseum Dresden, Städtische Galerie)

NACHT DER POESIE

Sachsen ist ein Land der Dichter, wie auch die kürzlich erschienene Anthologie „Es gibt eine andere Welt – Eine Anthologie aus Sachsen, Neue Gedichte“ (poetenladen, Leipzig) eindrucksvoll belegt. Sechs unverwechselbare Stimmen präsentieren sich den Gästen des evangelischen Kirchentages und gehen mit ihren Texten den Fragen nach: Wie relevant sind Religion, Glaube, Transzendenz für die moderne Poesie?
Lesung mit Ulrike Almut Sandig, Undine Materni, Sascha Heße, Viktor Kalinke, Volker Sielaff und Patrick Beck. Moderation: Axel Helbig

Veranstalter: Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit dem 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag.
Gefördert vom 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Eintritt frei.

Mittwoch, den 8. Juni 2011, 19.30 Uhr

Katrin Heinau: Hochstaplerroman

Ort: Buchhandlung "Die Buchkönigin", Hobrechtstraße 65, 12047 Berlin-Neukölln, www.buchkoenigin.de

Donnerstag, 9. Juni 2011, 20.00 Uhr

IM OSTEN VIEL NEUES: Literarisches Podium mit SYLWIA CHUTNIK (Polen), ALHIERD BACHAREVIC (Belarus) und OSTAP SLYWYNSKI (Ukraine)

Ort: Zakk, Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf
Eintritt: 6,- € VVK & erm. / 8,- €/ 12,- € Two in one Podium & Konzert

Auf dem literarischen Podium präsentieren junge Autorinnen und Autoren aus Polen, Belarus und der Ukraine ihre Werke und sprechen über die außergewöhnlich lebendige und abwechslungsreiche Literaturszene in ihren Ländern.

Sylwia Chutnik (geb. 1979 in Warschau): Kulturwissenschaftlerin, Gender Studies-Absolventin, Autorin, Aktivistin und „radikale Hausfrau“, Gründerin und Leiterin der Stiftung „Mama“, die sich für die Rechte der Mütter in Polen einsetzt. Für ihren Debütroman „Frauentaschenatlas“ erhielt sie 2008 den Preis der größten polnischen Wochenzeitschrift Polityka „Paszport Polityki“ und wurde 2009 für den renommierten polnischen Literaturpreis „NIKE“ nominiert.

Alhierd Bacharevic (geb. 1975 in Minsk): belarussischer Schriftsteller, veröffentlichte mehrere Erzählbände und Romane im unabhängigen Minsker Verlag Lohvinau: "Die natürliche Färbung" (2003), "Keine Gnade für Valentina H." (2006) und "Praktisches Hilfswerk zur Zerstörung der Städte", für das er den Literaturpreis "Hliniany Viales" bekam. Sein neuer Roman "Die Elster auf dem Galgen" ist 2011 auf Deutsch im Leipziger Literaturverlag erschienen. Alhierd Bacharevic lebt in Hamburg.

Ostap Slywynski (geb. 1978 in der Ukraine): Schriftsteller, Übersetzer, Kritiker, unterrichtet polnische Sprache und Kultur an der Lemberger Universität. Er ist Autor von vier Gedichtbänden, zahlreichen Publikationen in Zeitschriften und Anthologien sowie Mitherausgeber der Anthologie für zeitgenössische ukrainische und weißrussische Literatur. Er übersetzt aus dem Polnischen, Bulgarischen, Mazedonischen, Englischen und Belarussischen. Seit 2006 organisiert er das Internationale Literaturfestival unter dem Dach des "Forums für Herausgeber" in Lemberg und ist Mitherausgeber der dreisprachigen Zeitschrift „Radar“, in der neueste Literatur aus Deutschland, Polen und der Ukraine vorgestellt wird.

Moderation: Rainer Mende
Lesung: Simon Roden

Montag, den 13. Juni 2011 um 19 Uhr

Katrin Heinau: Hochstaplerroman

Ort: DIE LINKE.Neukölln, Richardplatz 16, 12055 Berlin-Neukölln

Freitag, den 17. Juni 2011 um 20.30 Uhr

48 Stunden Neukölln im Rahmen von Wahnsinn! Wohlstand! Hörspiele und Hörstücke des Labels Tinnitus-Hörspiele mit Performance und Lesung.

Ort: Alte Kindl-Brauerei - zuhause e.V., Werbellinstraße 50, Berlin-Neukölln. www.48-stunden-neukoelln.de.

17. 6. 2011, 20:00 Uhr, Maxim Gorki Theater Berlin

Billy Collins (New York) liest zur Eröffnungsnacht des Poesiefestivals Berlin "Weltklang - Nacht der Poesie", Übersetzung: Ron Winkler, Moderation: Knut Elstermann

Meister der Dichtkunst entfachen ein Feuerwerk zeitgenössischer Lyrik, das ihre ganze Bandbreite präsentiert: von der klassischen Lesung über Rap und Lautpoesie bis hin zum Songwriting. Es treten auf: Marcel Beyer Deutschland Iva Bittová Tschechien Yves Bonnefoy Frankreich Tsead Bruinja und dem Musiker Jaap van Keulen Niederlande Billy Collins USA El Général Tunesien Kim Hyesoon Südkorea Silvio Rodríguez Kuba und Kathrin Schmidt Deutschland

Freitag, 1. Juli 2011, 18 Uhr

"echofrakturen" - Literarisches Sommerfest

Die „Inskriptionen No.4“ sind gedruckt und harren in der Buchbinderei auf Klebstoff für den Rücken ...

Zu unserem Sommerfest einladen, das wir in diesem Jahr gemeinsam mit OSTRAGEHEGE feiern, werden Hundert Exemplare zum Signieren ausgebreitet auf unseren Tischen liegen.

Und zu trinken & zu essen gibt es ...

Und nicht zuletzt: Es wird gelesen: Jens Rosch, Ilona Schlott, Frank Norten, Karolin Pfeffer - um nur einige Namen zu nennen.

Wie in den Inskriptionen werden auch im neuesten Ostragehege-Heft Arbeiten von Ulrich Hachulla zu sehen sein. Und so ist es nur folgerichtig, daß wir an diesem Abend eine Ausstellung mit Ulrich Hachullas Graphiken in den Räumen des Verlags eröffnen.

Als weiteren „spezial guest“ erwarten wir Kerstin Hensel.

Zwei geniale Musiker aus der Ukraine werden den Abend abrunden: Elena und Ruslan Kratschkowski sind Akordeonisten der Superklasse. Lassen Sie sich überraschen!

Donnerstag, 18. August 2011, 20:00 Uhr

Palais.Poesie

mit Patrick Beck, Dieter Krause und Kerstin Polzin.

Ort: Barockgarten des Japanischen Palais, Palaisplatz 11, Dresden

Freitag, 2. 9. 2011, ab 19 Uhr

LateNate der BARDINALE

mit Ralph Hammerthaler, Sandra Trojan, Artur Becker, Patrick Hofmann, Utz Rachowski, Ralph Grüneberger, Adel Karascholi, Viktor Kalinke, Christoph Kuhn, Roza Domascyna, Patrick Beck, Peggy Mädler, Gundula Sell, Klaus Funke und Inka Parei

Ort: Villa Augustin, Antonstr. 1, Dresden

Sonnabend, 17. 9. 2011, 20 Uhr, Buchhandlung Loschwitz, Friedrich-Wieck-Str. 6, 01326 Dresden

Markus Sahr: Portugal! Literatur–Kultur–Kulinarik

Den roten Faden dieses Abends bilden Autoren, die während der langen Diktatur in Portugal im Exil lebten oder nicht publizieren durften: Das Buch Yvette Centenos über den Vater, der sein Leben lang gegen die Diktatur ankämpfte, seine Arbeit verlor, unter Hausarrest gestellt wurde und kurz vor dem Sieg der »Nelken« an Bauchspeichelkrebs starb. Mit der Übersetzung dieses Romans ins Deutsche (2004) begann in Leipzig eine »portugiesische bibliothek«. Die Kurzgeschichten Herberto Helders, die auch nach wiederholter Lektüre faszinierend und rätselhaft bleiben. Der Erzählband Jorge de Senas über die vielen Prototypen der Diktatur, der im brasilianischen Exil entstand. Ein autobiographischer Roman Manuel Alegres, des zweifachen Präsidentschaftskandidaten der letzten fünf Jahre, über seine Zeit im Exil in Paris und Algerien. Der Roman Helder Macedos, der von England aus seinen postkolonialen Blick auf die Ereignisse seiner Kindheit und Jugend in Afrika richtet.

Markus Sahr studierte Germanistik und Allgemeine Rhetorik, arbeitete als Journalist und Lehrer für Deutsch als Fremdsprache und unterrichtete Deutsch in Portugal und England. Er übersetzt aus dem Portugiesischen und Englischen. Im Herbst erscheint sein erster Roman »Taschkenter Hefte«.

Donnerstag, 13.10.2011 15h Frankfurter Buchmesse Halle 5.1
Gemeinschaftsstand der Republik Serbien D-975

Miloš Crnjanski: Zottelige Pferde auf Island
Vorstellung des Buches mit der Übersetzerin Elvira Veselinović und dem Journalisten Milorad Živojnov

Miloš Crnjanski ist der herausragende Name der serbischen Avantgarde. Den über 700 Seiten umfassenden autobiografischen Roman "Bei den Hyperboräern", aus dem der Ausschnitt über Island als Separatum auf der Buchmesse vorgestellt wird, schrieb er 1940 als jugoslawischer Diplomat in Rom. Sein Buch ist ein subtiles literarisches Zeugnis über das Ende einer Epoche und zugleich eine anrührende Ode an die Schönheit und den Sinn des Lebens in den Weiten des nördlichen Europas. Crnjanski verbindet in seinem Roman das Kulturerbe des Südens mit dem antiken Mythos von
Hyperboräa - dem Land jenseits des Nördlichen - und den Eindrücken seiner Reise nach Island, Jan Mayen und Spitzbergen aus dem Jahr 1937, zu pazifistischen wie auch literarischen Visionen. Das als Sonderdruck gerade erschienene Kapitel "Zottelige Pferde auf Island" ist ein zeitloser, "in wahren Farben" geschriebenen Reisebericht über die Insel und darüber hinaus ein
antinationalistisches Plädoyer und ein engagierter Beitrag zur
gesamteuropäischen Identität.

Elvira Veselinović ist promovierte Philologin und Übersetzerin des Werkes. Milorad Živojnov ist langjähriger Auslandskorrespondent verschiedener serbischer Medien aus Deutschland.

Freitag, 14. 10. 2011, Kulturgenußladen

Esther Mohnweg: Zuerst versinkt der Horizont. Berlingedichte & Fotografien

Buchpremiere und Ausstellungseröffnung

Dieses Buch ist keine Hommage an die Hauptstadt. Die Gedichte Esther Mohnwegs benutzen Berlin als Hintergrundkolorierung im Bild menschlicher Existenz. Schauplatz ist das turbulente Treiben des eigenen Ichs, sind die Höhen und Tiefen im Spiel menschlichen Miteinanders. Die Gedichte erzählen von Sehnsüchten, Abschieden, Erkenntnissen und Illusionen, sie huldigen, klagen an – wehmütig, zuweilen heiter – ein authentisches Erleben, das durch die Fotoserie der Autorin unterstützt wird, und ein tiefer Einblick in das, was den Menschen bewegt, wenn der Horizont nicht mehr zu sehen ist.

Freitag, den 4. November 2011 um 18:30 Uhr
im Generalkonsulat der Republik Serbien in Hamburg (ГЕНЕРАЛНИ КОНЗУЛАТ РЕПУБЛИКЕ СРБИЈЕ ХАМБУРГ), Harvesterhuder Weg 101, 20149 Hamburg

SERBISCHE LYRIK HEUTE

Es werden zwei in diesem Jahr erschienene Anthologien und ein Gedichtband vorgestellt:

"Hundert Gramm Seele/ Deset deka duše": Serbische Poesie aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
herausgegeben und übertragen von Prof. Dr. Robert Hodel

"Eintrittskarte-Ulaznica Serbien": Panorama der Lyrik des 20. Jahrhundert, herausgegeben von Dragoslav Dedović

"Als rettete mich das Wort" von Verica Tričković

Moderatorin: Snežana Minić-Veljović
Verica Tričković, Dr. Sead Porobić, Dr. Robert Hodel, Dragoslav Dedović werden über die neuere serbische Lyrik sprechen und diskutieren.

Samstag, 5. November, 19:30 im Literaturhaus Lettrétage, Methfesselstraße 23-25, Berlin

Berlin-Dresden / Dresden-Berlin

mit Simone Kornappel, Tom Bresemann, Volker Sielaff und Patrick Beck.

Dienstag, 8. November. 19.30 Uhr an Deck des Herbergsschiffes „Die Koje“, Leipziger Straße 15, Dresden

Berlin-Dresden / Dresden-Berlin

mit Simone Kornappel, Tom Bresemann, Volker Sielaff und Patrick Beck.

08.11.11 Halle/Saale, Café ROTER HORIZONT, 19 Uhr
Mile Stojić und Cornelia Marks: Cherubs Schwert
Gedichte und Essays

mit Live-Musik von Toni Geiling (Violine, solo)


09.11.11 Magdeburg, Literaturhaus, InterLese-Kolloquium 18 Uhr

Mile Stojić und Cornelia Marks: Cherubs Schwert
Gedichte und Essays

mit Dichtern aus verschiedenen Ländern, die jeweils ab 19 Uhr lesen

Weitere Lesungen Mile Stojić und Cornelia Marks: Cherubs Schwert
10.11.11 Landsberg Gymnasium, 9:35 Uhr
11.11.11 Wettin Gymnasium, 9:35 Uhr

 

 

Freitag, 11. November, 20 Uhr, Kultur-Genuß-Laden

Zwei Buchpremieren mit Sascha Heße und mit Markus Sahr

Sascha Heße geht in seinem neuen Buch „In Afrika sind die Buchstaben versteckt“ Fragen des alltäglichen Miteinanders, der Kunst und dem Sinn des Lebens nach. Markus Sahr lässt Traditionen, Sprache und Lebensweise in Usbekistan in einer sehr persönlichen Sichtweise lebendig werden.

Zwischen den Lesungen gibt es Raum für visuelle Begegnungen:

Ausstellungseröffnung mit Gerhard Wichler

In dieser Ausstellung erwartet Sie zum einen eine Reihe von Zeichnungen / Aquarellen, zum anderen Karton/Linoldrucke, allesamt Arbeiten der letzten fünf Jahre.

Inspiriert sind sie zum einen durch die Beschäftigung mit Geographie und Atlanten, aber auch mit technischen Strukturen, z.B. Leiterplatten.

 

Dienstag, 29. November, 20.00 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1, Dresden

Literarische Alphabete

Walter Thümler liest eigene Gedichte und Übersetzungen von Gennadij Ajgi und C. K. Williams.

 

Sonntag, 4. Dezember 2011,19 Uhr

"Frauenworte": Ein lyrischer Abend mit Verica Tričković, Karin Henningen und Bisera Suljić-Boškailo

Ort: Kunstverein Meerholz e.V., Hanauer Landstraße 31, 63571 Gelnhausen-Meerholz

 

Freitag, 9. 12. 2011, 20 Uhr

Weihnachtssingen mit Iris Donner & friends

17. 12. 2011, 20 Uhr

Marion Quitz: Malerische Landschaften und zeichnerische Poesien - Ausstellung bis 10. 3. 2012

Leipzig Plagwitz, Lindenau und Schleußig standen Modell, ließen sie in den sonnigen Monaten Oktober und November diesen Jahres auf Entdeckungsreise gehen und ihren neuen Wohn- und Arbeitsort erkunden. Ihre ursprüngliche Heimat, der Spreewald, Biosphärenreservat und unerschöpfliche Quelle für geheimnisvolle Phantasien drängte sich ebenso als Künstlermuse in das bildnerische Thema. So eröffnet sich dem Besucher eine kontrastreiche Bilderreihe, die Tier- und Pflanzenwelt, Architektur und die menschlichen Figur in Ihre eigenwillige Form, Farbe und Linie übersetzt.

Die Bilderschau erhält zur Vernissage einen musikalischen Rahmen mit Liedern aus der Lausitz, der Slovakei, Russland, Irland.

Donnerstag, 12. 1. 2012, 20 Uhr, Stadtmuseum Dresden, Landhaus

Cyprian Kamal Norwid: Über die Freiheit des Wortes

Buchpremiere mit dem Übersetzer und Dichter Peter Gehrisch

Mit seiner Betrachtung "Über die Freiheit des Wortes" (1869) tritt Cyprian Norwid vor ein Publikum polnischer Emigranten in Paris. Im Gegensatz zur Redefreiheit (la liberté de dire) hebt er die an den Schöpfungsgesetzen orientierte Selbstregulierung des Wortes hervor, das sich - in scheinbarer Kraftlosigkeit - über Korrumpierung des Geistes, Lüge und Verschwommenheiten hinweg - zum prägenden Bild der Wahrheit ausformen und einer Epoche die geistige Richtung vermitteln kann.

Norwids Diktion - ein poetischer Fluss, durch Attacke, Panoramen, verblüffende Blicke und Ironie charakterisiert - galt den Auguren von Kunst und Poesie als Indiz für moderne Diktion wie bei Charles Baudelaire und Gérard de Nerval. Indessen: Norwids Werk erweist sich als ambivalente Einheit von geistiger Tradition und dringlichem Befreiungsschlag durch die poetischen Mittel.

Musikalische Zäsuren setzen Georg Wieland Wagner und Peter Till.

Donnerstag, den 19.01.2012, 19.30 Uhr, Janusz-Korczak-Bibliothek, 13187 Berlin-Pankow

Verica Tričković liest mit Sylvia Guenther

geboren 1961 in Nerav (Makedonien), lebt seit 1999 in Isernhagen bei Hannover.
Veröffentlichungen von Lyrik und Erzählungen in Literaturzeitschriften und Anthologien in Bosnien-Herzegowina, Deutschland, England, Kroatien, Makedonien, Polen, der Schweiz und Serbien.

 

 

Mittwoch, 1. Februar 2012, 19:30 Uhr, Leipziger Stadtbibliothek

Marina Zwetajewa: Es liest Erich Ahrndt

Buchpremiere mit dem Übersetzer Erich Ahrndt

Marina Zwetajewa: das ist Aufbrausen, Ungestüm, höchster Anspruch - aber auch Innigkeit, Einkehr, Zurückgezogenheit. Ihre Themen sind Leidenschaft und Eifersucht, Heimweh und Sehnsucht, Einsamkeit der Künstlerin und Mitfühlen mit den Leidenden und Geschundenen. Ihre Sprache ist lakonisch, ausdrucksstark, tief emotional, aus dem Inneren geschöpft. Daß sie - im Dichten wie im Leben - zur Maßlosigkeit neigte, war ihr wohl bewußt. Mit sechzehn Jahren reist sie allein nach Paris, um an der Sorbonne Vorlesungen in altfranzösischer Literatur zu hören. Schon zwei Jahre nach ihrer frühen Heirat (1912) steckt sie mit der Liebe zu einer Frau, mit der sie zusammen lebt und reist, die Freiräume ab, die sie für ihr Leben beansprucht. Doch hält sie, trotz mehrerer folgender Beziehungen zu Männern wie Frauen, zeitlebens zu Sergej Efron, ihrem Ehemann.

Auch mir sprang das Blut in die Wangen
So rot - und gelockt war mein Haar ...
Auch ich bin gewesen einst, Wanderer!
Verweil! Wie lebendig ich war!

 

Mittwoch, 22. Februar 2012, 19:30 Uhr, Lettrétage Berlin, Methfesselstraße 23-25

Neue Übersetzungen amerikanischer Lyrik
Christine Pfammatter, Norbert Lange, Mathias Traxler und Tobias Amslinger stellen neue Übersetzungen von James Laughlin und Charles Bernstein vor

James Laughlin war der Gründer eines der bedeutendsten Verlage für amerikanische Lyrik des 20. Jahrhunderts. In seinem Verlag New Directions publizierte er die frühen Gedichte von Lyrikern wie Dylan Thomas und Marianne Moore. Keineswegs sollte man jedoch über sein eigenes lyrisches Schaffen hinweg sehen. Laughlins literarischer Kosmos umfasst das Leben in all seinen Facetten: ob sexuelle Liebe, persönliche Erinnerungen an Dichterfreunde und geliebte Familienmitglieder, Laughlin beschreibt das Geschehen immer mit reichlich Anmut und Witz. Seine kurzen Verse vermitteln durch ihre Verdichtung eine große Klarheit. Christine Pfammatter ermöglicht mit ihrer Neuübersetzung von Laughlins dichterischem Werk einen frischen Blick auf den oft zu Unrecht unterschätzten Lyriker und Verleger.

James Laughlin (* 1914, † 1997) wuchs in Pittsburgh, Pennsylvania, auf und studierte an der Harvard Universität. 1934 reiste er für einen längeren Aufenthalt nach Paris, wo er berühmte Persönlichkeiten wie Gertrude Stein
und Alice B. Toklas kennenlernte. 1936 gründete Laughlin seinen eigenen Verlag New Directions, in dem er schon bald Werke namhafter Autoren wie Elizabeth Bishop, Tennessee Williams, Henry Miller und Vladimir Nabokov publizierte. Neben seiner Tätigkeit als Verleger verfasste er auch selbst Lyrik, die er in seinen Gedichtsammlungen wie etwa The House of Light oder The Pig, veröffentlichte. Mit Christine Pfammatters Neuübersetzung im vergangenen Jahr ist James Laughlins dichterisches Werk zu Recht wieder in
den Vordergrund gerückt.

Christine Pfammatter, geboren 1969 in Leuk-Stadt, studierte Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte in Bern und Fribourg. Nach ihrem Studium lebte sie für einige Zeit in Paris und New York. Neben ihrem Prosawerk Zuviel
Sonne veröffentlichte Pfammatter zahlreiche ihrer Texte in Literaturzeitschriften und Anthologien. 2011 brachte sie den James Laughlin-Sammelband Dylan schrieb Gedichte heraus. Sie lebt und arbeitet als Schriftstellerin und Übersetzerin in Berlin.

Charles Bernstein, geboren 1950 in New York, wird der literarischen Avantgardebewegung der sogenannten Language Poetry zugeordnet. Bernsteins Arbeiten werden häufig durch ihre innovative Sprache als postmodern
bezeichnet. Er selbst beschreibt seine Dichtung als Spiel zwischen den Genres und Formgattungen. Bis dato veröffentlichte er mehr als 16 eigenständige Gedichtbände und drei Bücher mit Aufsätzen und Reden.
Bernstein lehrte an verschiedenen Universitäten, wie der Columbia, der Brown University und in Princeton. Heute lehrt er an der University of Pennsylvania.

In der Lettrétage haben Interessierte nun die Gelegenheit, spannende Einblicke in die Übersetzungsarbeit zu gewinnen. Die Bernstein-Übersetzer Norbert Lange, Mathias Traxler, Tobias Amslinger und Léonce W. Lupette
arbeiten derzeit an einer Übersetzung des Gedichtbandes All the Whiskey in Heaven / Selected Poems und präsentieren exklusiv ihre ersten Ergebnisse - direkt aus der Übersetzungswerkstatt!

 

14. März 2012 um 13 Uhr im Gymnasium Querfurt, Geistpromenade 29

Mile Stojić und Cornelia Marks: Cherubs Schwert
Gedichte und Essays

 

Veranstaltungen zur Leipziger Buchmesse 2012

Sie finden unseren Messestand vom 15. 3. bis 19. 3. 2012 zwischen 10 und 18 Uhr in Halle 5, Stand D221.

Abends sind wir mit unseren Gästen im Verlag. Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

 

Donnerstag, 15. März 2012, 20:15 Uhr

„Welcher König hat hier gehaust“
Leipziger Literaturnacht mit Martin Jankowski, Christine Pfammatter, Viktor Kalinke, Patrick Beck & Jens Rosch

Poesie als Tat, Gedichte als Instrumente der Erkenntnis, Augenblicke als Tor zur Wirklichkeit – das ist die Leipziger Literaturnacht. Im Rhythmus des Alltags die Ewigkeiten befragen. Im Spiel mit der Sprache Unfassbares definieren. Mitten im Zweifel das Leben feiern. Martin Jankowskis poetisches Thema ist die Unfassbarkeit des Lebens.

Kunst oder Leben? Christine Pfammatters Geschichten handeln von Malerei, Musik oder Schriftstellerei. In Wirklichkeit setzt sie ihren Figuren existentielle Fragen wie eine Pistole auf die Brust.

Außerdem: Ausstellungseröffnung mit Aktzeichnungen von Hubertus Giebe

Mit anatomischer Präzision nähert sich Giebe dem Körper – und enthüllt gleichsam die Seele. In Viktor Kalinkes Lyrik paart sich Lebenslust mit Ernüchterung und gebärt Melancholie. Kalinke begreift die Interpunktion als atemgesteuerte Binnengliederung, die er zur Hauptsache erhebt: im Innern Verdichtung, an den Rändern fließende Übergänge.

 

Freitag, 16. März 2012, Leseinsel Kunst + Design (Halle 3, Stand G603), 12.30 - 13 Uhr

Hubertus Giebe & Viktor Kalinke: Welcher König hat hier gehaust. Liebesgedichte und Handzeichnungen - Ein Gespräch

Viktor Kalinkes Lyrik weiß um die Zufälligkeit des Überlebens. Wie beiläufig entstehen Verbindungen zwischen entfernt liegenden Gedanken – von Anfang und Ende kann keine Rede mehr sein. In der Grammatik spiegelt sich die Ewigkeit ... Hubertus Giebes Zeichnungen sind souveräne Fingerübungen, behutsames Erproben von Farbwirkungen. Das Wichtige ist nicht die Technik, sondern der geistige Prozeß: die Konzentration, mit der Giebe die Reduktion der Mittel betreibt. Zweifelsohne geht sinnlicher Reiz von den Zeichnungen aus, gesteigert, indem das Auge auf Distanz bleiben kann und nicht mit dem Objekt der Begierde verschmilzt. Kalinkes Texte und Giebes Zeichnungen: beide fußen auf Beobachtung, sind angereichert durch geschichtliche Neugier, die den Blick schärft, durchdrungen von unbedingtem Formwillen – vereint in diesem ungewöhnlichen Band.

Freitag, 16. März 2012, 15:30 Uhr, Halle 5, Stand D221

Der eigene Ton. Vom Finden der eigenen und Übersetzen aus anderen Sprachen

Axel Helbig (Herausgeber der Zeitschrift Ostragehege) und Viktor Kalinke (Verleger des Leipziger Literaturverlags) diskutieren über den Mehrwert der Literatur jenseits des Marktes, die Unmöglichkeit des großen Geschäfts mit der Lyrik und die Freuden des literarischen Entdeckens.

Freitag, 16. März 2012, 16 Uhr, Stand der Republik Serbien (Halle 4, Stand D500)

Milan Mladenović: Kind aus dem Wasser- Liedtexte der Kultband EKV

Danko Rabrenović, Journalist der WDR Sendung Balkanizer, Elvira Veselinović, Übersetzerin der Liedtexte, und Milorad Živojnov, serbischer Journalist in Bonn stellen den zweisprachigen Band vor. Mit Simultanübersetzung.

Freitag, 16. März 2012, 18.30 Uhr, Buchhandlung Hugendubel

Mile Stojic & Cornelia Marks: Cherubs Schwert

In der Bibel sind die Cherubim mit besonderen Aufgaben bedachte Engel hohen Ranges. Sie wurden von Gott als Wächter vor dem Zugang zum Paradies aufgestellt. Mile Stojics (geb. 1955 in Dragicina, Bosnien Herzegownina) Texte sprechen vom Schmerz, den ein Menschenherz empfindet, das sich nach Frieden und Freude sehnt. Für den Sarajevoer Dichter Hadžem Hajdarevic ist Mile Stojic vor allem ein Dichter der Liebe, in jenem göttlichsten und irdischsten Verständnis dieses Begriffs. Seine Texte strahlen für uns einen besonderen Zauber aus, weil sie Europa aus einem anderen, südlicheren Blickwinkel beleuchten. Auch sein Umgang mit der Sprache ist ein besonderer: Elemente der Poesie, der Essayistik, des Feuilletons, der Dramatik und des Wortspiels werden mit virtuoser Leichtigkeit verknüpft. Der Dichter - eigens zur Buchmesse nach Leipzig gereist - wird von seiner Übersetzerin und Nachdichterin Cornelia Marks vorgestellt.

16. März 2012 um 21 Uhr

Hilfe! Die Jugos kommen!
Milan Mladenovićs Vermächtnis

mit Elvira Veselinović, Milorad Živojnov,
Mileta Prodanović, Uglješa Šajtinac, Srđan Srdić,
Moderation: Rüdiger Rossig, taz & Danko Rabrenović, WDR 5 - Funkhaus Europa
in Zusammenarbeit mit Crnjanski e.V.

Sonnabend, 17. März 2012, 20:15 Uhr

Anspruchsvolle Texte – kongeniale Übersetzer - Leipziger Übersetzernacht: Buchvorstellung, Austausch, öffentliche Werkstatt

mit Markus Sahr (Gabriel Maria Llansol) , Peter Gehrisch (Cyprian Kamil Norwid), Erich Ahrndt (Marina Zwetajewa), Mala Vikaite (Litauische Anthologie), Elvira Veselinović (Miloš Crnjanski, Milan Mladenović), Cornelia Marks (Mile Stojić), Jürgen Strasser (Paul Tillard), Will Firth und Andrej Nikolaidis (Montenegro), angefragt: Margret Millischer (Jean-Michel Maulpoix)

 

Die Leipziger Übersetzernacht ist zur Institution geworden. Jedes Jahr treffen sich am Abend des Buchmessesamstag Übersetzer aus dem Portugiesischen, Französischen, Polnischen, Russischen, Bosnisch-Kroatischen und Serbischen, um sich in einer öffentlichen Werkstatt über aktuelle Projekte auszutauschen. Vorgestellt werden Texte von Gabriel Maria Llansol (Portugal), Marina Zwetajewa (Rußland), Cyprian Kamil Norwid (Polen), Jean-Michel Maulpoix und Paul Tillard (Frankreich), Miloš Crnjanski und Milan Mladenović (ehemaliges Jugoslawien), Mile Stojić (Bosnien-Herzegowina), Andrej Nikolaidis (Montenegro) und eine Anthologie mit litauischen Gegenwartsautoren.

23. März 2012, Leuk, Schweiz

Christine Pfammatter liest aus "Andere Namen"

20. April 2012, Stadtbibliothek in Nürnberg

Buchpräsentation Jean-Michel Maulpoix: "Schritte im Schnee"

Donnerstag, 3. 5. 2012, 19 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

ITHAKA, SUMATRA und IRIS BERLINA - eine Erinnerung an Milos Crnjanski, mit Viktor Kalinke

Freitag, 11. 5. 2012, 20 Uhr

Rita Lü: Zeichnungen und Arbeiten zu Jean-Michel Maulpoix "Schritte im Schnee"

Wie komponiert man Schnee? Und wie dichtet man ihn? Debussys gleichnamiges Prélude gab den Anstoß zu diesen Texten. Gedanken über Flüchtigkeit und Vergänglichkeit, über Liebe, Geburt und Tod. Berührende
Zeilen voller Sensibilität und Schönheit. Die Acrylstiche und Tuschezeichnungen, die Rita Lü für dieses Buch anfertigte, übertragen die Sensibilität und Ausdruckskraft der Texte in eine eigene, poetische Bildersprache.

23. Mai 2012 um 19.30 Uhr, Lettrétage Berlin-Kreuzberg

Christine Pfammatter stellt den neuen Prosaband "Andere Namen" vor

www.lettretage.de

Freitag, 25. Mai, 19.30 Uhr, Literaturbüro München

Lyrikpreis München 2012 - Erster Leseabend
Nominiert sind u. a. Kerstin Becker, Bärbel Klässner und Patrick Beck

1. Juni 2012, 20 uhr, im panda theater/kulturbrauerei Berlin

Berliner Premiere des "sekundenbuchs" von Martin Jankowski

Gäste: Jinn Pogy, Tom Bresemann, Maroula Blades (UK) und Florian Hegemann (git)

Sonnabend, 2. Juni, 19.00 Uhr, Buchhandlung Schriftgut, Dresden-Laubegast

Lesung und Finissage
Patrick Beck liest aus "Ich habe ein Haus aus Licht gebaut" und neue Texte zur Finissage der Ausstellung "Lichtgezeiten" von Rita Geißler. In der Ausstellung "Lichtgezeiten" hat die Dresdner Grafikerin Rita Geißler unter anderem Texte aus der Reihe "Imaginäre Orte" von Patrick Beck gestaltet und mit eigenen
Kaltnadelradierungen kombiniert. Gitarre: Thomas Renft.

Akademie der Künste, Berlin, 11 - 17 Uhr

Lyrikmarkt zum Poesiefest

14. 6. 2012, Haus des Buches Leipzig, 19 Uhr

15. Juni 2012, 19 Uhr, A Livraria, Berlin Torstr. 159

Gabriela Maria Llansol: Lissabonleipzig

Bd. 1: Die unerwartete Begegnung des Verschiedenen

Bd. 2: Die Musikprobe

Buchvorstellung mit João Barrento (Herausgeber, Lissabon), Markus Sahr (Übersetzer, Leipzig) und Maria Etelvina Santos (Espaco Llansol, Sintra)

In Lissabonleipzig wird die Poesie von Künstlern, Komponisten, Dichtern und Philosophen zum Strahlen gebracht, deren geistiger Stammbaum in die Vorgeschichte der europäischen Idee der Gewissensfreiheit hineinreicht. Llansol erkennt, daß die Gewissensfreiheit ohne poetische Wurzeln zu einer fatalen Rückwärtsentwicklung des Menschen führt, die in Fundamentalismen des Glaubens oder der Vernunft mündet: Die Poesie, die den Dingen innewohnt, ist wichtiger als die Meinung, die wir von ihnen haben.

Lissabonleipzig ist ein Ausloten der Grenzen, die sich aus der Tatsache ergeben, daß sich die Gewissensfreiheit gegen die staatliche Macht und gegen die religiösen Dogmen herausgebildet hat, statt ihren Halt in der Poesie und der Ästhetik zu verankern. Was die europäische Geschichte ausgespart hat, soll dieser Text symbolisch bewirken. Damit die Gewissensfreiheit nicht zu sozialen Katastrophen beiträgt, sondern vom Glück getragen wird.

„Im Text regnet es in Strömen. Auf freiem Feld rinnen augenblicklich reißende Bäche. Sie überqueren die Straße und setzen sie unter Wasser und reißen sie fort zur Elster, die Leipzig durchfließt und rasch zur Elbe hin
strömt ... Wenn die Achse des Flusses sich heimlich auseinanderzieht oder bricht, wird Leipzig von der Landkarte verschwinden und zum Meer weggerissen.“

Freitag, 29. 6. 2012, 18 Uhr

Sommerfest: Inskriptionen No. 5 "TRAUMASPIELE" und Buchpremiere "Wolfsgrenze" mit Jiří Polák

Die Inskriptionen feiern mit Erscheinen dieses Bandes ihr fünfjähriges Bestehen. Für ein Kind des Internets ist das ein gestandenes Alter. Je länger die Inskriptionen fortbestehen, desto weniger muß an dieser Stelle gesagt werden: Das Blog ist „eine literarische Spielwiese, ein gemeinschaftliches Skizzenbuch, ein Textdiskussionsinstrument“ (marsborn auf freitag.de).

Diese demokratische Offenheit schmeckt nicht jedem. Gedichtet wird im Verborgenen, doch ist deswe-gen der Dichter selbst zur Existenz im Verborgenen verdammt? Von Malern kennen wir Exzesse und Besäufnisse, von Musikern zerstörte Hotelzimmer. Nur der Dichter hat sich diskret hinter seinen schwarzen Rollkragen zurückzuziehen? Er soll sich devot seinem Verleger anvertrauen, der ihm Predigten über Verkaufszahlen und Marktstrategien hält?

Nein! Das Blog ist ein Labor, ein Ort für das Wagnis, das die Schubladen der Konvention zu sprengen hilft. Lyrik als die subjektivste aller Textgattungen wird hier nicht als Ladenhüter beiseite getan, sondern hat Raum, sich zu zeigen. Jeder ist hier zunächst sein eigener Lektor, öffnet sich durch die Teilnahme jedoch der kollektiven Begutachtung und Kommentierung. Diese Verblendung von Individualität und Kollektivität gehört zum Experiment mit stets ungewissem, oft überraschendem Ausgang.

Die Inskriptionen bieten Freiraum. Das heißt Raum für unabhängige, neue Literatur und Freiheit von den unseligen und kunstfeindlichen Marktzwängen. Auch das Verspielte, Abseitige, Unfertige findet seinen Platz in den virtuellen Gärten der Inskriptionen. Gerade darin besteht ja der Spaß! Wir nehmen nichts weg, wir erfinden nichts hinzu – die interessantesten Texte des letzten Jahres wurden für dieses Heft erlesen...

Sonnabend, 7. 7. 2012, 20:50 Uhr Altenbach (Leipziger Land)

Viktor Kalinke: Welcher König hat hier gehaust

Lesung zur "Nacht der offenen Dorfkirchen"

In Viktor Kalinkes Lyrik paart sich Lebenslust mit Ernüchterung und gebärt Melancholie. Kalinke begreift die Interpunktion als atemgesteuerte Binnengliederung, die er zur Hauptsache erhebt: im Innern Verdichtung, an den Rändern fließende Übergänge.

 

Donnerstag, 12. Juli, Chemnitz, 20.00 Uhr, Buchhandlung Lessing und Kompanie Literatur e. V.
Lesung mit Patrick Beck und Volker Sielaff
Patrick Beck liest aus "Ich habe ein Haus aus Licht gebaut" und neue Texte, Volker Sielaff aus "Selbstportät mit Zwerg" und neue Gedichte.

 

Dienstag, 17. Juli 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Lesung mit Autor/innen des Nachdichtungsprojekts NORD-SÜD-PASSAGE
Einschließlich Präsentation der Ergebnisse der Übersetzerfortbildung
Es lesen: Claire Warren, Christine Pfammatter, Ludovic Bablon und Tom Bresemann

Das Projekt Nord-Süd-Passage wird von der Berliner Literaturkritikerin Sabine Günther im Auftrag des in Marseille ansässigen Vereins Passage & Co.-deutsch-französischer Kulturaustausch in Europaorganisiert. Vom 13. - 17. Juli 2012 findet in Berlin in Zusammenarbeit mit dem Sprachenzentrum der TU und dem Centre Français de Berlin eine deutsch-französische Autoren-Übersetzungswerkstatt und eine Fortbildung für junge LiteraturübersetzerInnen statt.

Wir laden Sie schon um 17:00 Uhr ganz herzlich zum Runden Tisch über Berufsfelder und -chancen für Literaturübersetzer ein.

Im Anschluss daran, um 19.30 Uhr, findet die Lesung mit den vier Nord-Süd-Passage-AutorInnen statt, auf der auch die Ergebnisse der Übersetzerfortbildung unter Leitung des französischen Literaturübersetzers François Mathieu vorgestellt werden.

Christine Pfammatter: 1969 in Leuk-Stadt geboren. Studium der Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte in Bern und Fribourg. Nach Veröffentlichungen in manuskripte, entwürfe, ndl, Nord-Süd-Passage sowie in der Anthologie Natürlich die Schweizer! (Hrsg. Reto Sorg), erschien 2008 ihr Erzählband Zuviel Sonne (Leipziger Literaturverlag) und 2012 das Kurzprosawerk Andere Namen (Leipziger Literaturverlag). Sie hat das Buch Dylan schrieb Geschichte von James Laughlin übersetzt (Leipziger Literaturverlag, 2012). Christine Pfammatter lebt und arbeitet in Berlin.

Weiters: http://www.lettretage.de/Programm.html


Donnerstag, 16. August, 20.00 Uhr, Kirche Groß Zicker, Rügen
Gedichte auf dem Mönchgut
Patrick Beck und Volker Sielaff lesen u.a. vom Möchgut inspierte Gedichte und Texte.

08. September 2012 ab 17.00 Uhr
Erstes Kiez-Lesefest im Rahmen der Sprachwoche-Berlin
Autorinnen und Autoren, u.a. Christine Pfammatter, rund um die Tucholskystrasse stellen Ihre Werke vor.
Zwischendurch spielt Plastic ZouZou, die Autoren signieren Ihre Bücher, Zeit
für Gespräche rund ums Buch.

6. Oktober 2012, 18.00 Uhr, im Garten des Klubhauses "Heinrich Budde"

Zwetajewa-Feuer erstmals in Leipzig - in Regie von Erich Ahrndt

Am Sonnabend, dem 6. Oktober, um 18.00 Uhr wird im Garten des Klubhauses „Heinrich Budde“ in der Lützowstraße 19 (Nähe S-Bahnhof Gohlis) das an 45 Orten in der Welt (u.a. in Dresden) entfachte Zwetajewa-Feuer erstmals auch in Leipzig veranstaltet. Am Vorabend des 120. Geburtstags von Marina Zwetajewa, der großen russischen Dichterin des 20. Jahrhunderts neben Anna Achmatowa, lesen ihr Leipziger Nachdichter Erich Ahrndt und eine deutsch-russische Sprechergruppe Zwetajewas Verse in deutscher Übersetzung.

12. Oktober 2012, 20 Uhr, KWD

Eva Wal (Bonn): Nachts auf hoher See

Schrift-Grafiken und Videogedichte, Lesung aus "Inskriptionen No. 5" mit Martin Jankowski, Niko Skrotzki & Gesche Blume

Die Schriftgrafiken sind Eva Wals eigene Gedichte in grafischer Form. Linien aus Schrift ziehen sich von links nach rechts und von rechts nach links, von oben nach unten und wieder andersherum. Sie ergeben Gebilde wie gewebte Stoffe oder Texturen. Formen, geschlossen wie etwa Möbiusschleifen oder offen, Gestalten, in Ruhe oder Bewegung, konkret oder abstrakt.

Gedichte in Schrift zu übersetzen, bedeutet sie für eine andere Sinneswahrnehmung zu erschließen und dorthin als autonome Wesen zu entlassen. Die Dichterin erprobt über das Schreiben mit der Hand in freier Form den Klang des Gedichts. Erst, wenn sich ein Gedicht im Fluss des Schreibens mit dem Sprechen vereint, hat es den richtigen Klang gefunden. So wundert es vielleicht nicht, dass Eva Wal ihre Gedichte immer wieder mit improvisierten Klängen verbindet, collagiert und immer wieder auch in einem weiteren Schritt zu bewegten Bildern setzt und ein Videogedicht produziert.

Das Gedicht wird zu einem Wesen mit vielen Gesichtern. Doch es bleibt eine Einheit, etwas Ganzheitliches in komplexem Zusammenhang.

 

"Der Ausstellungstitel Nachts auf hoher See ist Titel einer meiner jüngsten Gedicht-Editionen, die ich alle drei Monate, also quartalsweise, seit dem Jahr 2006 produziere und herausgebe. Sie sind handgebundene Liebhaber- und Sammlerstücke in streng limitierter Auflage und enthalten jeweils etwa zehn Gedichte und eine Grafik.Thematisch ist Nachts auf hoher See inspiriert von der Begegnung und Zusammenarbeit mit afrikanischen Flüchtlingen, die den lebensgefährlichen Weg über das Meer von Afrika nach Europa gewagt haben in der Hoffnung auf ein Leben mit Menschenrechten, ohne Hunger, Krieg und Gewalt. Die Auseinandersetzung mit der aktuellen politischen Situation und der Geschichte, die zu ihr geführt haben mag, führte auch zu einer neuen Auseinandersetzung mit mir selbst, meinem Leben als privilegierter Europäerin, aber auch als Individuum mit Prägungen, Befindlichkeiten, Konflikten und der Suche nach Freiheit im Denken und Handeln. Die psychische Dimension Nachts auf hoher See zu sein bedeutet hier, sich einem Element ausgeliefert und ohne Halt orientieren zu müssen, der eigenen Angst und dem eigenen Mut zu begegnen, um zu überleben." (Eva Wal, 2012)

Die Inskriptionen feiern mit Erscheinen dieses Bandes ihr fünfjähriges Bestehen. Für ein Kind des Internets ist das ein gestandenes Alter. Je länger die Inskriptionen fortbestehen, desto weniger muß an dieser Stelle gesagt werden: Das Blog ist „eine literarische Spielwiese, ein gemeinschaftliches Skizzenbuch, ein Textdiskussionsinstrument“ (marsborn auf freitag.de).

Die Inskriptionen bieten Freiraum. Das heißt Raum für unabhängige, neue Literatur und Freiheit von den unseligen und kunstfeindlichen Marktzwängen. Auch das Verspielte, Abseitige, Unfertige findet seinen Platz in den virtuellen Gärten der Inskriptionen. Gerade darin besteht ja der Spaß! Wir nehmen nichts weg, wir erfinden nichts hinzu – die interessantesten Texte des letzten Jahres wurden für dieses Heft erlesen und um fünf Schriftgrafiken von Eva Wal bereichert.

8. - 11. November 2012

Martin Jankowski präsentiert portugiesische Übertragungen aus dem "sekundenbuch" auf FLUPP - dem ersten internationalen Literturfestival in den befriedeten Slums von Rio de Janeiro (Brasilien).

Donnerstag den 29.11.2012, 19.00 Uhr, "Kleine Synagoge" Erfurt

Utz Rachowski liest aus "Beide Sommer"

Der Link zu der Veranstaltung ist: http://www.kas.de/erfurt/de/events/52843/

Freitag, 7. Dezember 2012, Vortragssaal der Bibliothek im Gasteig, Rosenheimer Straße 5, München

Lyrikpreis München - Finale

u. a. mit Patrick Beck

Freitag, 7. Dezember 2012, 20 Uhr Kultur-Genuß-Laden

TIEFSEH - Die Bilder, die Wörter, das Schiff - und ACHMATOWA

Lesung aus dem neuen Roman von Peter Gehrisch, Vernissage mit Arbeiten von Marko Raffler: Grafiken und Gemälde und Buchvorstellung "Unsrer Nichtbegegnung denkend", Texte von Anna Achmatowa in neuer Übersetzung von Erich Ahrndt


Seemannsgarn

Zu den Bildern:

Marko Rafflers Bilderkosmos verweigert sich vordergründig jeder Raum-Zeit-Verortung, denn in der Bildfindung als auch in der Aussage sind seine Bilder mehr dem absurd-Surrealen als dem Realen verbunden, als eine originäre Position bildender Kunst sind seine Arbeiten jedoch vollkommen gegenwärtig. Die meist klein- bis mittelformatigen Arbeiten verbinden eigenwillige und mehrdeutige Bildideen mit malerisch-grafischer Raffinesse und Sensibilität für Form und Farbe. Scheinbar erzählerische Ansätze werden vom Künstler gern zu Gunsten der Form und Bildfindung unterlaufen, gegenständlich-figürliche Elemente werden neu zusammengefügt. Die Logik dieser Bilder ist dabei weniger eine narrative als vielmehr eine bildnerische, oft gehen Gegenstände, Figuren in eine bloße Bildform über. Auf diesem Weg entstehen Bilder, die einer merkwürdig-entrückten Welt der Anspielung, der Assoziation und der Metapher entstammen.

Neben diesen Aspekten geht es Marko Raffler aber immer auch um ganz grundlegende grafische wie auch malerische Lösungen, schließlich geht es ihm um ein überzeugendes Bild, das auf sich aufmerksam macht und für sich selbst steht. Die im Dezember in der Galerie Erata, der Hausgalerie des Leipziger Literaturverlags, stattfindende Ausstellung zeugt von diesem bildnerischen Streben.

Zum Roman:

Groteske, Sarkasmus, Doppelsinn, Witz, schillernde Eskapaden: In 35 Briefen an Dorothea erstattet Einarr Aichlein Berichte von Träumen und Abenteuern, verursacht vom Tee der Engelstrompete, den ihm ein Toxikologe in Breslau verabreicht hat. Von Flashbacks bedrängt, gerät er in rauschhafte Situationen, pflegt Austausch mit dem Dichter Wojciech I. S. und wandelnden Geistern wie der Heiligen Hedwig, Angelus Silesius, Andreas Gryphius, Gerhart Hauptmann, einer Argonauten-Gesellschaft und anderen skurrilen Personen.Zeitweise beherrscht ihn die fixe Idee, Odysseus zu sein, wie auch B. Traven, ein Mönch oder ein Fisch, der Sepiaschleier versprüht. Er glaubt Anna Seghers zu sehen und steigt mit ihr über Leitern in eine andere Welt. Zeichen auf seinem Weg in die vermeintliche Freiheit sind ihm Gespräche mit Toten auf einem Friedhof, die zu groteskem Leben erwacht sind. Die Begegnungen sollen ihm helfen, zu sich zu kommen. Doch seine erregte Vorstellungskraft täuscht ihm immer neue Verwandlungen vor, von Bäumen in schlackerndes Gallert, Gemäuern in Butter, Chimären erotischer Phantasie. Stets hält er Ausschau nach einem versunkenen Land, das dann und wann aufblitzt als eine Gemarkung in Schlesien, Ithaka oder als fremder, phantastisch erscheinender Ort, bis ein phantastisches Schiff ihn in den schillernden Trichter einer Trompete lenkt.

Zu Achmatowa:

Vor der Revolution schließt sich Anna Achmatowa den Akmeisten an, die einen klaren Blick auf das Leben fordern. Von 1912 bis 1922 tritt sie mit fünf Gedichtbänden hervor. Modigliani malt sie. Alexander Blok, Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa widmen ihr Gedichte. In der Sowjetzeit jedoch wird sie verfolgt. Erst nach Stalins Tod findet sie wieder Anerkennung im literarischen und gesellschaftlichen Leben. Das Requiem erscheint 1963 in München, ihre große Geschichtsdichtung Poem ohne Held wird in New York gedruckt. Sie wird für den Nobelpreis vorgeschlagen. Anna Achmatowa verhielt sich bescheiden zu den Mitmenschen. Jeder Sinn für Besitz ging ihr ab. Ihre Dichtung lebt vom Gefühl des Nichthabens, der Trennung, des Verlustes, der hoffnungslosen Liebe.

14. Dezember, Berliner Literarische Aktion, 20 Uhr

Lesung aus "Inskriptionen No. 5" mit Martin Jankowski, Federico Palatino, Jonas Friedrich

 

24.01.2013, 19.00 Uhr, Literaturhaus Wien

Margret Millischer im Gespräch mit Mickael Kummer: Briefe an eine venezianische Freundin. Lettres à une amie vénetienne.

Lesung, Gespräch & Film | Französisch & Deutsch

Die auf Französisch geführte Korrespondenz zwischen Rainer Maria Rilke und Mimi Romanelli wurde erstmals von Margret Millischer ins Deutsche übersetzt. Der Regisseur Mickael Kummer schuf im Auftrag des Rilke-Festivals in Sierre einen Film über diesen Briefwechsel.

Rilke lernte Mimi Romanelli 1907 während eines Venedig-Aufenthaltes kennen und führte mit ihr über Jahre einen Briefwechsel auf Französisch, der seine Gemütsbewegungen differenziert wiedergibt – von seiner Liebe zu der schönen Venezianerin bis hin zum Stellenwert, den das Schreiben in seinem Leben einnimmt.
Margret Millischer und Mickael Kummer sprechen über den Briefwechsel und seine Verfilmung und lesen einige Auszüge aus Rilkes Briefen.

Margret Millischer, Dolmetschstudium in Wien und Paris; freiberufliche Übersetzerin und Dolmetscherin, Lehrbeauftragte am ZTW der Universität Wien. Literarische Übersetzungen, insbesondere von Jean-Michel Maulpoix.

Mickael Kummer, geb. 1980 in Indien, Regisseur mehrerer Kurzfilme, sein Film Aditi Singh lief 2007 in Cannes in der Reihe Cindefoundation und wird 2013 beim Filmfestival Rotterdam gezeigt; seit 2009 Leitung der Film-Klasse an der Ecole Supérieure d'Art de Lorraine.

 

Veranstaltungen zur Leipziger Buchmesse 2013

Sie finden unseren Messestand vom 14. 3. bis 17. 3. 2013 zwischen 10 und 18 Uhr in Halle 5, Stand D223.

Abends sind wir mit unseren Gästen im Verlag. Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Donnerstag, 14. März 2013, 20:15 Uhr, Kurt- Wolff-Depot / Kulturgenußladen

Mit: Sascha Heße, Walter Thümler, Ines Groß, Konstantin Hanack und Annegret Pannier

Romane als Tor zur Wirklichkeit, Gedichte als konkrete Aufforderung zur Tat, Aphorismen als Instrumente der Erkenntnis – Formenvielfalt ist das Markenzeichen des Leipziger Literatursalons. Die Texte wechseln zwischen Miniaturen, über die Seite hingestreckten Dithyramben und dichter, nüchterner Beschreibung. Thematisch kreisen sie um das „Wie“ zu leben, um Sex und Liebe und das schwierige Eingeständnis von Glück.

Am selben Abend: Ausstellungseröffnung

Die Foto-Ausstellung thematisiert Tod und Vergehen, Schönheit und Augenblick. Paul Friedrich Seiferts Fotografien von verstörender Schönheit hat Sascha Heße heiter-philosophische Aphorismen zur Seite gestellt. Ein Mediziner und ein Dichter wagen einen Blick auf die Schönheit von Kadavern. Bildhaft wollen sie die Furcht vor Tod und Verwesung ausloten, kommentieren und transformieren.

Die auf verschiedenen Wanderungen entstandenen Fotografien zeigen durch menschlichen Einfluss gestorbene Tiere, körperliche Überreste auf Asphalt, genauso wie in natürlicher Abgeschiedenheit verstorbene Tiere. Das Augenmerk soll nicht auf Blut und Eingeweiden liegen, sondern auf der verborgenen Schönheit jenseits des Ekels: auf der ausgestreckten Haut einer Schlange oder dem schillernden Gefieder eines Vogels. Angesichts der hohlen Augen einer Katze gerät die Abscheu des Betrachters in den Fokus. Die Fotografien versuchen mit ihrer Ästhetik in Konkurrenz zu der Vorstellung vom Tod, die wir in uns tragen, zu treten. Sie begegnen unserem Impuls, uns vom Tod abzuwenden, um ihn aufzudecken und bewusst zu reflektieren. Vielschichtig spielen Bilder und Texte mit der Begegnung von Tod und Leben und wollen die Verdrängung betrachten. Wie Sascha Heße schreibt „Verwesung ist überall, der Tod macht sie offenbar.“ Was ist es, vor dem wir die Augen abwenden, was bleibt ungesehen?

Paul Seifert hat während seines Philosophie- und Medizinstudiums auch sein Interesse jenseits der Anatomie verfolgt und sucht innerhalb der Medizin neue Wege. Seine Auseinandersetzung mit Empathie, Mitgefühl und Begleiten von Leiden hat er in den Bildern toter Tiere auf künstlerische Weise umgesetzt.

Der freie Schriftsteller, Musiker und Komponist Sascha Heße veröffentlichte bereits vier Aphorismen-Bände im Leipziger Literaturverlag. Er hat für die Fotografien dieser Ausstellung eigens Aphorismen geschaffen, die mal heiter-philosophisch, mal lyrisch, mal musikalisch das Gesehene aufgreifen.

Mit dieser Ausstellung laden wir dazu ein, die Schönheit der Tiere in einem Moment ihres Daseins zu bestaunen, in dem sie meist nur wenig Aufmerksamkeit bekommen. Wir wollen die eingeschliffenen Sehgewohnheiten hinterfragen und vielleicht so neue Bilder vom Tod vorm inneren Auge entstehen lassen, die uns zu einem lebendigeren Leben verhelfen.

Musikalische Umrahmung: Charlotte von Bremen-Kühne und Josephin Helka.

 

Freitag, 15. März 2013, 15 Uhr, Halle 5, Stand D223

Der eigene Ton. Vom Sprachefinden

Axel Helbig (Herausgeber der Zeitschrift Ostragehege) und Viktor Kalinke (Verleger des Leipziger Literaturverlags) diskutieren über den Mehrwert der Literatur jenseits des Marktes, die Unmöglichkeit des großen Geschäfts mit der Lyrik, die Freuden des literarischen Entdeckens und die traurige Zukunft des eBooks.

Am Ende des Gesprächs liest Wjatscheslaw Kuprianow (Moskau) einen Text - danach laden wir ein zum Sektempfang für alle anwesenden Autoren, Übersetzer, Künstler und am Verlag beteiligte Urheber...

Freitag, 15. März 2013, 17 Uhr, Buchhandlung Hugendubel (an der Thomaskirche)

 

Sonnabend, 16. März 2013, 20:15 Uhr, Kurt- Wolff-Depot / Kulturgenußladen

Vom Verreisen in Versen – Leipziger Übersetzernacht

Originale, Übersetzungen, Kommentare

Moderation: Viktor Kalinke, Silke Brohm

Mitwirkende: Elin Rachnev, Henrike Schmidt, Ana Djokić, Anke Ludewig, Elvira Veselinović (Miloš Crnjanski), Jakob Taube (Bahrom Ro’zimuhammad), Robert Hodel (Momčilo Nastasijević), Georg Deggerich (Charles Reznikoff), Brigitte Rath & Slávka Rude-Porubská

Dichter und ihre Übersetzer laden ein zu einer literarischen Erderkundung ein: Wer andere Sprachen hört, hat die Chance, sich selbst neu zu entdecken. Von Abenteuerlust, Liebe und Aufbruch wird erzählt, aber auch von Stagnation, Flucht und Exil oder Tod. Sprachspiel steht neben realistischer Dokumentation, unerwartet Vertrautes neben verlockend Unbekanntem. Übertragungen aus dem Usbekischen, Bulgarischen, Serbokroatischen und Englischen ins Deutsche sind zu hören.

Präsentiert wird außerdem die Anthologie „Vom Verreisen in Versen“, ein Projekt des internationalen Promotionsstudiengangs „Literaturwissenschaft“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Musikalische Umrahmung: Elisa Ziegler.

Gefördert durch das Serbische Kulturministerium, Belgrad, das Kroatische Kulturministerium, Zagreb, den Internationalen Promotionsstudiengang der Universität München LMU München, das Slawistische Institut der Universität Hamburg und (p)ostkartell. verein für angewandte kulturforschung Hamburg.

23. 4. 2013 = Welttages des Buches, Hackescher Markt , Berlin, 11:00 bis 18:00 Uhr

Mini-Buchmesse vor dem Gebäude des Instituto Cervantes

Anlässlich des Welttages des Buches am 23. April, wird vor dem Gebäude des Instituto Cervantes am Hackeschen Markt eine Mini-Buchmesse organisiert. Die Mini-Buchmesse findet in der Zeit von 11:00 bis 18:00 Uhr statt. Hier werden Stände mit Büchern spanischer, italienischer, portugisischer, tschechischer und serbischer Autoren und Autorinen ausgestellt.

Am Stand, den die Botschaft der Republik Serbien organisiert, können Sie Einblick nehmen in Bücher zeitgenössischer serbischer Autoren/Autorinen in serbischer, deutscher und englischer Fassung. Sie haben auch die Möglichkeit, die Bücher der serbischen Autoren in der Ausgabe des Dittrich Verlags und Leipziger Literaturverlags käuflich zu erwerben.

Des Weiteren gibt es am Stand einen Quiz über die Kenntnis der serbischen Literatur. Bei den Gewinnerpreisen handelt es sich selbstverständlich um Bücher! Wir laden Sie herzlich dazu ein, den Welttag des Buches gemeinsam mit uns zu feiern. (Kristina Jovanović)

13.05.13, 19 Uhr, Ort: Evangelisches Bildungswerk

Alhierd Bacharevič (Autor) und Thomas Weiler (Übersetzer): „Die Elster auf dem Galgen“
Lesung auf Weißrussisch und Deutsch

Paranoia, das sagen die Weißrussen oft, wir leben in einem paranoiden Land. Meist ist das der Versuch, einen Schrecken jenseits aller Vorstellungskraft zu beschreiben. Wenn zum Beispiel Sicherheitstrupps auf wehrlose Demonstranten einknüppeln, KGB-Agenten Journalisten mitten im Interview verhaften und Präsidentschaftskandidaten zusammen schlagen, verschleppen und in fensterlose Gefängniszellen werfen.

Der belarussische Schriftsteller Alhierd Bacharevič spricht offen von einem stalinistischen Regime. In seinem Roman „Die Elster auf dem Galgen“ tastet der Autor in langen parataktischen Sätzen und in einer melodisch betörend sicheren Sprache seine Heimat ab. In bildkräftiger Üppigkeit seziert er dabei die despotische Herrschaft Alexander Lukaschenkos, der das Land seit 1994 regiert und auf eine vorgestrige Kolchos-Diktatur herunter gedimmt hat.

Erzählt wird die Geschichte von Vieranika, einer jungen Frau mit eher schlichtem Durchschnittsgemüt, das sich der staatliche Geheimdienst zunutze macht. An ihrer bedingungslosen Obrigkeitsgläubigkeit zerbricht die Beziehung zu ihrem Freund, dem Ich-Erzähler, der in Bacharevičs autobiographisch grundierten Roman ins Exil geht.


Eintritt: frei
http://www.uni-regensburg.de/europaeum/belarus

 

13.06.2013, ab 18 Uhr

Paul Seiffart & Sascha Heße: Tote Tiere - Finissage

Die Foto-Ausstellung thematisiert Tod und Vergehen, Schönheit und Augenblick. Paul Friedrich Seiferts Fotografien von verstörender Schönheit hat Sascha Heße heiter-philosophische Aphorismen zur Seite gestellt. Ein Mediziner und ein Dichter wagen einen Blick auf die Schönheit von Kadavern. Bildhaft wollen sie die Furcht vor Tod und Verwesung ausloten, kommentieren und transformieren.

Die auf verschiedenen Wanderungen entstandenen Fotografien zeigen durch menschlichen Einfluss gestorbene Tiere, körperliche Überreste auf Asphalt, genauso wie in natürlicher Abgeschiedenheit verstorbene Tiere. Das Augenmerk soll nicht auf Blut und Eingeweiden liegen, sondern auf der verborgenen Schönheit jenseits des Ekels: auf der ausgestreckten Haut einer Schlange oder dem schillernden Gefieder eines Vogels. Angesichts der hohlen Augen einer Katze gerät die Abscheu des Betrachters in den Fokus. Die Fotografien versuchen mit ihrer Ästhetik in Konkurrenz zu der Vorstellung vom Tod, die wir in uns tragen, zu treten. Sie begegnen unserem Impuls, uns vom Tod abzuwenden, um ihn aufzudecken und bewusst zu reflektieren. Vielschichtig spielen Bilder und Texte mit der Begegnung von Tod und Leben und wollen die Verdrängung betrachten. Wie Sascha Heße schreibt „Verwesung ist überall, der Tod macht sie offenbar.“ Was ist es, vor dem wir die Augen abwenden, was bleibt ungesehen?

Paul Seifert hat während seines Philosophie- und Medizinstudiums auch sein Interesse jenseits der Anatomie verfolgt und sucht innerhalb der Medizin neue Wege. Seine Auseinandersetzung mit Empathie, Mitgefühl und Begleiten von Leiden hat er in den Bildern toter Tiere auf künstlerische Weise umgesetzt.

Der freie Schriftsteller, Musiker und Komponist Sascha Heße veröffentlichte bereits vier Aphorismen-Bände im Leipziger Literaturverlag. Er hat für die Fotografien dieser Ausstellung eigens Aphorismen geschaffen, die mal heiter-philosophisch, mal lyrisch, mal musikalisch das Gesehene aufgreifen.

Mit dieser Ausstellung laden wir dazu ein, die Schönheit der Tiere in einem Moment ihres Daseins zu bestaunen, in dem sie meist nur wenig Aufmerksamkeit bekommen. Wir wollen die eingeschliffenen Sehgewohnheiten hinterfragen und vielleicht so neue Bilder vom Tod vorm inneren Auge entstehen lassen, die uns zu einem lebendigeren Leben verhelfen.

 

15.06.13, ab 14 Uhr, Ort: Akademie der Künste, Berlin, Hanseatenweg

Lyrikmarkt und Lesung von Martin Jankowski: "sekundenbuch"

 

28.06.13, 18 Uhr

Sommerfest: asphaltblut auf niemandswiese

Vorstellung der "INSKRIPTIONEN No. 6", Ausstellungseröffnung mit Zeichnungen von Marion Quitz, Buchpreview mit Kurt Mondaugen, Foto-Reisebericht und Kulinarisches aus Israel von Jörg Prosch, Musik von Iris Donner

"Eine literarische Spielwiese, ein gemeinschaftliches Skizzenbuch, ein Textdiskussionsinstrument“ (marsborn auf freitag.de).

Wir diskutieren zu den Fragen:

Nachdem im letzten Jahr die fünfte Druck-Ausgabe in Gold erschienen ist, stellt sich für uns die Frage, ob es weiterhin das gedruckte Heft neben der Online-Version geben soll. Wen interessiert es, wenn die Texte doch im Netz zu lesen sind? Welche Orientierung schafft eine von der Jury getroffene „Blütenlese“? Welchen Wert hat das Lesen vom Papier? Was bleibt, wenn die Server dieser Welt abgeschaltet werden?

Hier können Sie das 6. Heft der INSKRIPTIONEN vorbestellen. Nur solange der Vorrat reicht - limitierte Auflage:

Preview Buchpremiere: Udo Hagedorn, Kurt Mondaugen: „Eiswüste und Asphaltblut

Der Leipziger Philosoph und Textperformer Kurt Mondaugen präsentiert ein außergewöhnliches Bild-Text-Experiment, an dem ein Maler und 13 Schriftsteller beteiligt sind.

Auch dieses Buch können Sie bereits jetzt vorbestellen:

10. 7. 2013, 19:30, Haus des Buches Leipzig

Auf der Suche nach Portugal - eine Sommerreise

Moderation: Markus Sahr. Lesung: Ellen Bräunig. Musik: Uli Singer

Fernando Pessoa im Chor gleichberechtigter Stimmen: Da kommen Camões, der Dichter der Renaissance, der Hilfsbuchhalter aus dem »Buch der Unruhe« ebenso zu Wort wie drei Autorinnen der Gegenwart. Es geht um deutsch-portugiesische Liaisons und ein russisches Mädchen in Lissabon. Klassische Fadomusik und kulinarische Spezialitäten lassen Portugal mit allen Sinnen erfahren.

Eintritt: 6,- EUR (inkl. Speisenverkostung). Veranstaltung des Literaturcafés, des Literaturhauses Leipzig und des Übersetzervereins Die Fähre e.V. Voranmeldung erforderlich unter 0341-9954134.

19. Oktober 2013, Haus des Buches Leipzig

Gut zum Druck: Verlagsfest

Sascha Heße wird um 12:30 Uhr den Anker in die Luft werfen, Zweifel bewegen und die Buchstaben in Afrika verstecken ... - Aphorismen

In Fragmenten und Aphorismen – Formen, die dem Trümmerhaften unserer hiesigen Existenz entsprechen sollen – werden jene elementaren Fragen behandelt, die sich dem menschlichen Bewußtsein von jeher aufdrängen – die Fragen nach dem Woher und Wohin, dem Warum und Wozu, nach der Wahrheit, nach Gott und dem Tod. Der Autor legt Wert darauf, im Offenen nicht nur zu beginnen, sondern auch zu enden. Wirklichkeit läßt sich für ihn nicht in eine Weltanschauung einschließen. Enthält sein Denken Widersprüche, so gilt ihm dies gerade nicht als Makel – vielmehr als untrügliches Zeichen des Versuchs, wahrhaftig zu sein.

 

23. Oktober 2013, 20 Uhr, Magdeburg, Forum Gestaltung Magdeburg (Brandenburger Str. 10)

Forum Gestaltung Magdeburg / Philosophie & Kunst #7: „Denkkino“ / „Eiswüste & Asphaltblut“ - Imagination zwischen Text und Bild

Zwei Live-Experimente mit Veronika Reichl / Kurt Mondaugen / Udo Hagedorn; Moderation: Prof. Dr. Eva Schürmann (OvGU)

Im Rahmen der Reihe „Philosophie & Kunst“ präsentiert das Forum Gestaltung in Kooperation mit dem Institut für Philosophie der OvGU und dem Verein Expedition Philosophie an diesem Abend zwei einzigartige Projekte, die an der Schnittstelle die an der Schnittstelle zweier Medien, nämlich Sprache und Bild operieren.

Zunächst unternimmt die Berliner Autorin und Künstlerin Veronika Reichl mit ihrem „Denkkino“ den Versuch, philosophisches Denken in Filmbildern zu erproben. Die Filme interpretieren kurze Passagen aus Originaltexten von Autoren wie Georg Friedrich Wilhelm Hegel, Martin Heidegger oder Jean-Paul Sartre. Im zweiten Teil des Abends stellen der Leipziger Autor, Philosoph und Performer Kurt Mondaugen (aka Dr. Rainer Totzke/ Lehrstuhl für Kulturphilosophie, OvGU Magdeburg) und der Berliner Künstler Udo Hagedorn ihr soeben erschienenes experimentelles Bild-Text-Buchprojekt „Eiswüste und Asphaltblut“ vor, bei dem 13 Autoren unabhängig voneinander nach strikten Vorgaben eine Geschichte zu einem abstrakten Bild schrieben. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Eva Schürmann, Kultur- und Medienphilosophin an der Magdeburger Universität. (weitere Informationen zu den beiden Projekten finden Sie auf der nächsten Seite). (EINTRITT: 5/3 Euro)

25. 10. 2013, 20 Uhr, Brockhausstr. 56, Leipzig

Harald Stieding und Marianne F. Schulz: EvasTöchter

Ausstellung und Buchpremiere

 

Im Atelier des Bildhauers und Grafikers Harald Stieding sah Marianne F. Schulz die Skulpturengruppe EvasTöchter am Rubikon zum ersten Mal:

13 bronzene Frauentorsi stehen, sitzen, lehnen auf Bronzesockeln, unter ihnen eine kalte polierte Edelstahlkonstruktion, die sie miteinander verbindet, die zugleich aber einen Abgrund assoziiert.

Sofort drängte es die Autorin, die Frauen zu befragen, wie sie denn in diese Situation gekommen wären. Daraus entstand eine Folge von Erzählungen und Reflexionen über verschiedene Charaktere in Entscheidungssituationen, in der Antike, der christlichen Mythologie und in der Gegenwart angesiedelt.

Anlässlich einer Werkschau des Künstlers im Jahr 2010 wurden die Texte unter dem Titel „Evastöchter. Charaktere in Versuchung“ in einer Lesung vergetragen. Die gespannte Stille während dieser Reise durch die Zeiten im Kreuzgang des alten Klosters, die Gespräche nach der Lesung und Pressereaktionen inspirierten die Autorin zu einer Buchveröffentlichung. Lange Gespräche mit dem Künstler und mit dem Grafikdesigner Klaus Martin gaben dem Vorhaben Gestalt.

Am 25.10.2013, um 20 Uhr, wird das Buch in den Räumen des Verlages vorgestellt. Harald Stieding zeigt zudem Handzeichnungen als Kaltnadelradierungen und Original-Bronzeskulpturen von EvasTöchtern.
Marianne F. Schulz wird aus ihren Evastöchtern lesen. Beide geben einen Einblick in ihr bisheriges Schaffen, Stieding aus 50 Jahren, Schulz aus 5 Jahren

 

1. November 2013, 16:15 Uhr, Ort: Dresdner Literaturmesse "Schriftgut", auf dem Ostragehege

Uwe Salzbrenner: Hinter der Membran - Buchpremiere

"Salzbrenners fantasievoll-sperrige Texte,
in denen das erzählerische Moment zuweilen
in den Hintergrund gerät, haben es
in sich: Gedankenspiel, Gesellschaftskritik
und utopische Vorstellung in einem, gehen
sie den Leser, den Zeitgenossen, stets an.
Zum Munde reden sie ihm nicht."

Norbert Weiß, Sächsische Zeitung

27. 11. bis 1. 12. 2013

Einladung nach Moskau: LLV am deutschen Gemeinschaftsstand zur NON/Fiction

 

29. 11.2013, 20 Uhr

Wir laden ein zum Feiern

Verlagsgeburtstag: LLV / ERATA wird 15

mit Wein & Gesang von Undine, Iphigenie & Ophelia und natürlich ... 3x Literatur:

Uwe Salzbrenner liest aus seinem Band voller unerhörter Begegebenheiten, Cornelia Marks stellt die bosnische Korczak-Übersetzerin und Dichterin Marina Trumic vor, Erich Ahrndt schenkt uns Nachdichtungen von Bella Achmadulina.

Im Anschluß: open space - für spontane Einlagen gibts Freigetränke ... naaa, ist das nichts?

Und daraus wird gelesen:

 

30. November 2013, 19:30 Uhr, Saal der Gaststätte „Zur guten Quelle“

Verica Trickovic liest aus "Als rettete mich das Wort"

Ort: Gelnhausen, Obermarkt 21, 63571 Gelnhausen
Veranstalter: Kunstverein Meerholz e.V.

 

13.3. - 16.3.2014

Leipziger Buchmesse 2014

Sie finden uns in Halle 5, Stand D221

13.03.2014, 20:15, Kulturgenußladen

krautbuch - Leipziger Literatursalon

mit: Peter Gehrisch, Sascha Heße, Christine Pfammatter, Verica Tričković, Katja Winkler

In diesem Jahr widmet sich der Literatursalon dem unveröffentlichten Buch. Das Buch ist Ausdruck des ungebrochenen Werkverlangens des Autors. Es trotzt aller postmodernen Dekonstruktion, bleibt unbefriedigt durch eBooks und fühlt sich in der Gestaltungshöhe herausgefordert von den neuen Medien. Von Jahr zu Jahr schwieriger wird es aber, das Buch unter marktwirtschaftlichen Bedingungen als Kulturgut zu erhalten. Unabhängige Buchhandlungen sind beinahe verschwunden. Die Marktkonzentration hat nun auch die Buchhandlungsketten erreicht, der Internethandel bedroht deren Existenz.

Konnte man vor wenigen Jahren noch lediglich von Zensur sprechen, die der Markt mit erbarmungsloser Filterwirkung ausübte, so beobachten wir gegenwärtig die Monopolisierung von Textproduktion, Distribution und Vermarktung in den Händen weniger Akteure auf dem westlichen Buchmarkt. Welche Haltung können Autoren gegenüber der merkantilen Bevormundung einnehmen? Wie kann es gelingen, das Buch an der Marktmacht der Konzerne vorbei auf dem Markt zu platzieren?

krautbuch ist eine Initiative des Leipziger Literaturverlages, mit der die Entstehung besonderer Buchprojekte gefördert werden kann. Fünf solcher Projekte werden vorgestellt:

- Peter Gehrisch: Der glimmende Ring meiner Lichtwissenschaft
- Sascha Hesse: Grenlofrei Zenseheit
- Christine Pfammatter: Schnee im März
- Verica Tričković: Im Steinwald
- Katja Winkler: Die besten Jahre

Außerdem eröffnen wir die Ausstellung „...des Köhlers Traum“ mit Fotografien von Gerard van Smirren (Soest) Die Laudatio spricht Hubertus Giebe.

Kohlenstoffhaltige Pigmente können unter günstigen Bedingungen einzigartige Kraftfelder des Sichtbaren bilden. Gerard van Smirren übersetzt diese Kraftfelder in eine erstaunliche Serie von Fotografien. Unter dem Titel ...des Köhlers Traum öffnet sich ein faszinierender Reflexionsraum von narkotisierender Schönheit und rätselhafter Melancholie.

Gerard van Smirren: geb. 1964 in Rotterdam, Studium der Mathematik und Physik in Delft und Leiden, ab 1986 Studium der Renaissance-Ölmaltechniken im Atelier des Künstlers F. Hansens, Abendstudium Kunstgeschichte und Philosophie, seit 1988 freischaffender Künstler.

Wir laden Sie ein zu einem spannenden Abend in den Bergwerken der Literatur.

14.03.2014, 18:30 Uhr, Buchhandlung Hugendubel (Petersstraße 12)

Uwe Salzbrenner: Hinter der Membran

Diese Geschichten handeln von merkwürdigen Ereignissen, auf Reisen, nach einem Verkehrsunfall, bei der Arbeitssuche, im Gefängnis der eigenen Wohnung. Was Uwe Salzbrenner erzählt, wirkt dem Leben abgelauscht, ohne Verklärung oder Drama. Den Autor interessiert und verblüfft – im Leben wie beim Schreiben –, wie notwendig wir Menschen uns etwas vormachen. Sofort erhält man zwei Bereiche, den des Alltags und den des Traums. Wo sie sich überschneiden, ist die Welt verändert und zuweilen unverhofft stimmig, selbst wenn die Figuren in ihrem Grunde verstört erscheinen oder in Notlagen geraten.

 

14.03.2014, 20 Uhr, Café Telegraph (Dittrichring 18)

Beso Chwedelidze: Der Geschmack von Asche

Zum ersten Mal liegt hiermit in deutscher Sprache eine Auswahl von Erzählungen dieses Meisters der georgischen short story vor. Chwedelidzes Texte überraschen durch ihre surrealen Wendungen, die von der absurden Wirklichkeit eines Lebens im gesellschaftlichen Umbruch inspiriert sind. So nehmen in der Erzählung Schwalben die namenlosen Figuren ER und SIE ihr Leben selbst in die Hand und lassen sich nichts mehr vorschreiben. In Der Geschmack von Asche wird wird aus einem High-Society-Journalisten ungewollt ein Kriegsreporter, dessen Notizbücher nun Interviews mit Soldaten, Verletzten und Geiseln sowie die Briefe an seine Mutter füllen. Ob eine Rückkehr in das zivile Leben noch möglich ist, bleibt ungewiß, denn – so die unerwartete Schlußpointe – nur den Toten gelingt es, diesem Inferno zu entfliehen.

 

mit: Silke Brohm, Beso Chwedelidze, Manana Tandaschwili

Gefördert durch Georgian Publishers & Booksellers Association (GPBA) und Ministry of Culture and Monument Protection of Georgia

 

15. März 2014, 11:00 – 11:30 Uhr, Forum International Halle 4, Stand C503

Beso Chwedelidze: Der Geschmack von Asche

Der georgische Autor ist besonders bekannt für seine brillianten, surrealistischen Kurzgeschichten, die von den Absurditäten des Alltags in einer sich fortlaufend verändernden Gesellschaft inspiriert werden.

mit: Silke Brohm, Beso Chwedelidze, Manana Tandaschwili

Gefördert durch Georgian Publishers & Booksellers Association (GPBA), Ministry of Culture and Monument Protection of Georgia

15.03.2014, 17 Uhr, Halle 5, Stand D221

15.03.2014, 20:15 Uhr, Kulturgenußladen (Brockhausstr. 56)

Die innere Stimme– Leipziger Übersetzernacht. Originale, Übersetzungen, Kommentare

mit: Teresa Balté (Hein Semke), Elvira Veselinović (Miloš Crnjanski), Curt Meyer-Clason (César Leal), Markus Sahr (Maria Velho da Costa), Anastasia und Luka Kamarauli (Beso Chwedelidze) und Will Firth

Wer andere Sprachen hört, hat die Chance, sich selbst neu zu entdecken. Der Leipziger Literaturverlag ist mit großem Abstand der internationalste Verlag ins Ostdeutschland. In diesem Frühjahr sind zu Gast Autoren und ihre Übersetzer aus Brasilien, Georgien, Ex-Jugoslawien und Portugal.

Gefördert durch das Serbische Kulturministerium, Belgrad, das Georgische Kulturministerium, Tiflis, die Generaldiektion für Bücher und Bibliotheken, Lissabon.

22.03.2014, ganztägig, weltweit

indiebookday

 

Donnerstag, den 10. April, 20 Uhr, Stadtmuseum Dresden (Wilsdruffer Str. 2)

Doppel-Buchpremiere: Franz Hodjak & Hubertus Giebe: „Der Gedanke, mich selbst zu entführen, bot sich an“ (Gedichte), "Das Ende wird Nabucco heißen" (Erzählungen)

Franz Hodjaks neuer Gedichtband verbindet bisher unveröffentlichte Gedichte mit Farblithographien des in Dresden bestens bekannten Künstlers Hubertus Giebe, der gerade seinen 60. Geburtstag feierte.

Franz Hodjak stellt darüberhinaus seinen neuen Erzählband "Das Ende wird Nabucco heißen" vor, der vor wenigen Tagen im Leipziger Literaturverlag druckfrisch erschienen ist. Das Leben, die Freuden, Träume, Hoffnungen und Sorgen des kleinen Mannes ziehen sich als Leitmotiv durch die Erzählungen dieses Bandes. Seine Protagonisten zeichnen sich durch die Unbeschwertheit des Taugenichts aus. Zuweilen nimmt die Erzählung jedoch eine kafkaeske Wendung. Es sind die leisen, unaufgeregten Töne, mit denen Franz Hodjaks neuer Erzählband seine Leser gewinnt.

Franz Hodjak: geboren 1944 in Hermannstadt (Sibiu), jetzt im Taunus lebend, Autor von nahezu 30 Büchern (Romane, Aphorismen und Gedichte, u. a. bei Suhrkamp), wurde 2002 Stadtschreiber in Dresden, mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Siebenbürgisch-Sächsischen Kunstpreis in diesem Jahr.

 

8. Mai 09:30, Europäische Schriftstellerkonferenz

Ort: Alfred Herrhausen Gesellschaft, Unter den Linden 13-15, 10117 Berlin

Mit Alhierd Bacharevic

Wer oder was ist eigentlich Europa? Gibt es ein literarisches Europa oder kann die Literatur ein Europa schaffen? Ist Europa heute noch ein Sehnsuchtsort oder nur mehr ein Freilichtmuseum? Gemeinsam mit Frank-Walter Steinmeier laden Mely Kiyak, Nicol Ljubić, Tilman Spengler und Antje Rávic Strubel dreißig Autoren aus ganz Europa nach Berlin, um mit ihnen den “Traum von Europa” weiterzuträumen und über Alternativen zur europäischen Politik zu diskutieren.

www.europaeischeschriftstellerkonferenz.eu

Freitag, 6. Juni 2014, 20 Uhr, Rathaus Isernhagen, Bothfelder Str. 29, 30916 Isernhagen

Iberisches Blau

Lesung mit Musik & Vernissage, Moderation: Silke von Hoffmann

VERICA TRIČKOVIĆ liest aus ihrem Gedichtband "Im Steinwald"
MIRO NIKLEWICZ, Malerei: Eröffnung der Ausstellung "Spanische Impressionen"
FRANZ GOTTWALD, Gitarre

„ Diese Gedichte sind lyrische Impressionen, in deren Mitte ein nicht weiter charakterisierter, individueller
Blick steht. Hier nähert sich die Dichterin gelegentlich auch – immer in der ihr eigenen gepflegten Kargheit – einer lautlichen Textgestaltung an. So werden etwa in der serbischen Fassung des Gedichts „Skadarsee“ („Skadarsko jezero“) die im Titel angestimmten Konsonanten „s“ und „k“ leitmotivartig im Gedicht wiederholt, was dem
Landschaftsbild etwas Einheitliches und Abgeschlossenes verleiht. In der deutschen Fassung wird ein ähnlicher Eindruck durch die dominanten Zischlaute erreicht. Überhaupt zeigt sich über den gesamten Band hinweg, dass Verica Tričković, etwas paradox ausgedrückt, weniger in zwei unterschiedlichen Nationalsprachen dichtet als
vielmehr in einer einheitlichen Dichtersprache, der sie ein deutsches und ein serbisches Gesicht verleiht.
Verica Tričković ermöglicht damit einen Innenblick nicht nur in das Bewusstsein einer Frau aus einem
andern Kulturraum, sondern auch in das dichterische Potential einer Sprachwelt, die Realität eines wachsenden Bevölkerungsanteils in Deutschland und der Welt ist.“ Robert Hodel, Hamburg

 

Freitag, 13. 6.2014, ab 12 Uhr, Akademie der Künste, Berlin, Hanseatenweg

L y r i k m a r k t

 

Freitag, 20.06.2014, ab 18 Uhr, im und vorm Verlag

Sommerfest "Es wandern die Zeiten unter dem ewigen Himmel"

Lesung, Ausstellungseröffnung, Musik mit Klaus Oehmichen, Barbara Große,Katja Konovalenko u.v.a.

Die Mongolen werden hierzulande zuweilen als nomadisierendes Hirtenvolk belächelt. Daß sie eine über 800 Jahre alte literarische Kultur besitzen, ist dem deutschen Leser weitgehend unbekannt. Dieser Band ist darum bemüht, einen ersten Einblick in die Vielfalt einer fremden Dichtung zu geben, der Poesie des „Landes des Ewigen Himmels“. Die hier vorgestellten Gedichte spannen einen Bogen von der Spruchdichtung des 13. Jahrhunderts, die die Weisheit des Tschingis Chaan preist, bis hin zur Lyrik der Gegenwart, die das helle und das dunkle Gesicht der modernen
Mongolei zeigt.

 

Wir laden herzlich ein, mongolische Gedichte in deutscher Übersetzung von Klaus Oehmichen zu hören, Aquarelle und Fotografien aus der Mongolei von Barbara Große zu sehen, Musik zu hören und unterm Ahornbaum mit uns zu chillen.

Und: die Inskritptionen gehen in eine neue Runde: gedankenschutt & traumklamauk, der Entwurf des neuen Heftes liegt vor und kann bestaunt werden ...

13. August 2014, 20 Uhr im Park des Japanischen Palais, Palaisplatz 11, Dresden

Lesenacht des Literaturforum Dresden in Kooperation mit dem Palaissommer

Ein Abend mit Dichtkunst, der inzwischen kaum mehr wegzudenken ist aus dem sommerlichen Kulturkalender der Landeshauptstadt. Ein kleines Fest der Poesie im Barockgarten des Japanischen Palais. Einer der Höhepunkte des alljährlich stattfindenden, eintrittsfreien (!) Palaissommers.

Palais. Poesie ist ein poetisches Sommervergnügen (bei jedem Wetter, notfalls mit Schirm und Regencape), bei dem Dichter dem wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörern im Park des Japanischen Palais ihre neuesten Gedichte vortragen. Dazwischen gibt es Livemusik con Central Boom and Space mit Winterberg (electronics) und Mario Faust (Trompete und Sitar).

Die Autoren auf der Open Air Bühne:

Kerstin Becker, 1969 geboren, arbeitete als Schriftsetzerin und Friedhofsgärtnerin. Lebt seit 2001 als Lyrikerin, freie Lektorin und Autorin in Dresden. Zuletzt erschien ihr Gedichtband "Fasernackte Verse", Verlag fixpoetry 2012. F inalistin beim Lyrikpreis Meran 2014.

Verica Trickovic, 1961 in Nerav (Mazedonien) geboren, Lyrikerin und Erzählerin. Lebt in Isernhagen bei Hannover. Bislang drei Gedichtbände, zuletzt: "Als rettete mich das Wort", Leipziger Literaturverlag 2011 und ein neues Projekt "Im Steinwald" auf krautbuch.de

Marcel Beyer, geboren 1965, lebt seit 1996 in Dresden. Mehrere Romane, Essaysammlungen, Gedichtbände und Libretti, zuletzt: "Kaltenburg", Roman, Suhrkamp 2008, "Putins Briefkasten", gesammelte Essays, Suhrkamp 2012 und "Karl May, Raum der Wahrheit", Semperoper 2014.

Uwe Hübner, 1951 in Gelenau (Erzgebirge) geboren, lebt in Dresden. Arbeitete u.a. als Bibliothekshelfer, Galerist und Maschinist. Autor experimenteller Filme (1982-83), 1986 Text und Regie zur Kammeroper "Monolog des G.", Dresdner Musikfestspiele 1986. Z uletzt erschienen: "Jäger. Gejagte", Reihe Neue Lyrik der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Verlag Poetenladen 2013.

Patrick Wilden, geboren 1973 in Paderborn, studierte Geschichte in Tübingen, Verlagsvolontariat in Stuttgart. Lyriker und Kolumnist, u.a. für das Onlinemagazin "Kultura extra". Erhielt 2000 den Würth-Literaturpreis für seinen Text "Klassenfeind". Lebt heute in Dresden. Japanische Festspiel UG in Kooperation mit Literaturforum Dresden e. V.

Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, den 27.8. 2014, 20 Uhr, Lettrétage Kreuzberg (Mehringdamm 61)

Christine Pfammatter stellt ihren neuen Prosaband „Schnee im März“ vor.

 

22.10.2014

Orpheus versammelt die Geister in Dresden

20 Jahre OSTRAGEHEGE

40 Dresdner Autorinnen und Autoren von OSTRAGEHEGE in einer langen Lesenacht aus ihren Werken lesen.

Lesung im Festsaal des
Stadtmuseums Dresden (Landhaus)
Wilsdruffer Straße 2
(Eingang Landhausstraße)
Beginn: 20:00 Uhr

Eintritt frei

 

29.10.2014, DAS LEDERSOFA, im Camille Buchhandlung & Kulturcafé (Trufanowstr. 25, Leipzig)

Diesmal zum Thema: „was hast Du 1989 gemacht und was machst Du heute“ lädt die charmante Künstlerin und Moderatorin zum Zuhören und Abschweifen und Mitreden in kleiner Runde ein. Getreu Ihrem Motto: Jeder fragt jeden, sind illustre Gäste eingeladen, in deren Leben es ans „Leder“ ging und geht. Interessante Persönlichkeiten und sicher spannende Geschichten sind garantiert.

Mayjia und Band untermalen das Geschehen mit Songs: hier steht Leonard Cohen diesmal auf dem
Plan, der seinen 80ten Geburtstag im September feierte. Die Cohen Interepretin Maja Gille spielt Ihre
Arrangements mit: Frank Nowicky, Arto Mäkälä und Wieland Götze.

Mayjia: Moderatorin, Songwriterin, Sängerin, Schauspielerin und Schreiberling ( Lyrik, Theaterstücke f Junges Theater) aufgewachsen in Leipzig, München und Berlin Kreuzberg, studiert und ausgebildet in München, Heidelberg­ tourt als Freiberuflerin mit eigenen Bühnenprogrammen durchs Land, coacht , singt und moderiert. Zuletzt tätig am Theater Freiberg mit eigenen Stücken

Gäste:

Holger Jung - Inhaber des Zirkus Kuss e.V. , ehemaliger Artist der Flying Glorias, Jahrgang 1963
geboren in Leipzig, Kinder und Jugendsportschule Leipzig, Geräteturner beim SC DHfK Leipzig, Leistungsbereich/Jugendnationalmannschaft, Berufsartist Genre "Fliegendes Trapez", Arrangement bei den Glorias Gastspiele im Berliner Friedrichstadtpalast, Tourneen im In u. Ausland, Trainer im Kinder und Jugendbereich in Schulen in und um Leipzig Bereich: Trapez , Turnen , Bodenakrobatik,
Mitglied und Vorstand im Verein Zirkus Kuss e.V.

Dietmar Voigt: Schauspieler, Jg. 1953; Philosoph a.D.; seit 35 Jahren mit 180 cm und schlanken 67 kg deutscher Theatermacher, Regisseur, Schauspieler, Trainer und
Sprecher zur „Verteidigung der Poesie“; Profi seit 1984; davor und zwischendurch Lehrer, Klubleiter, Kulturverwalter, PR­Beauftragter, Barkeeper und Postbote; zwei Intendanzen, 47 Regiearbeiten und über 145 Schauspielrollen in und mit 20 Off­Theatern sowie ca. 25 Film­,
Funk­ und Fernsehproduktionen; zwei Dutzend literarisch­musikalische Programme; 15 Jahre Jugendtheaterleiter in Leipzig; Gewinner des
Leipziger REGIEDUELL 2004 und 2006; 30 Monate künstlerisches "Exil" in Wien; jetzt wieder als KLEINE.WELT.BÜHNE.LEIPZIG unterwegs

Johannes Gabriel: Schauspieler, Produzent, Abitur­ und Facharbeiterausbildung als Maschinen­ und Anlagenmonteur, Abschluß 1989. Ab 1991 Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Studioausbildung am Staatsschauspiel Dresden, Diplomabschluß 1995
1995 ­ 2005 Engagement am Neuen Theater Halle, Intendant Peter Sodann ab 2005 freiberufliche Tätigkeit als Schauspieler/Sprecher das neu gegründete "MonophonStudio" realisiert die Produktion von Hörbüchern, Audioguides und Werbung, ab 2008 Mitarbeit bei der Theaterturbine ­ Improvisationstheater, diverse freie Produktionen: u.a. "Mutterland" Lofft Theater Leipzig (Regie: Alexander Schilling) "Schneller. Höher. Weiter. Schwimm­Stadion" (Regie: Ulrich Hüni) Festival THEATER DER WELT 2008 in Halle
"STADT(VER)FÜHRUNGEN­Trabbis Welt" (Regie: Jos Houben)
"Merlin oder das wüste Land" Schaustelle Halle (Regie: Stefan Ebeling)
"Ein neunundzwanzigster Februar" Schaubühne Lindenfels (Regie: Frank Heuel)
"Treibsand" Lofft Theater Leipzig/Nato (Regie: Raschid D. Sidgi)
ab 2009 Dozent der Akademie der darstellenden Künste ­ Künstlerisches Wort / Mikrofonsprechen

Viktor Kalinke: geb. 1970 in Jena, Studium der Psychologie und Mathematik in Dresden, Leipzig und Beijing, Kreativitäts-Preis der Hans-Sauer-Stiftung, Mitbegründer der Edition + Galerie Erata, Promotion, Professur, lebt in Leipzig

Eintritt 10 €

Freitag, 14.11.2014 - 19 Uhr, SERBISCH-ORTHODOXE KIRCHE, Schellingstraße 7, 22089 Hamburg

VON LEIPZIG BIS HAMBURG

Gäste: Prof. Dr. Robert Hodel mit „Sind Flügel wohl“ von M. Nastasijević und Verica Tricković mit „Als rettete mich das Wort“ und „Im Steinwald“, Gedichte

Organisation: Serbisch-Orth. Kirchengemeinde Hlg. Erzengel Michael und D&S BOOKS, Jelena Dakić

5.12.2014, 18 Uhr, LLV

Verletzte Worte , Grenlo ZenseihAusstellung kuratiert von Sebastian Sell, Zeichnungen von Patrick Zehrer sowie Lesung mit Sascha Heße und Peter Gehrischeit, Der glimmende Ring meiner Lichtwissenschaft

 

Mit dem Textprojekt Verletzte Worte führt Sebastian Sell eine Auseinandersetzung, einen ganz konkreten Schlagabtausch mit der Lyrik der DDR. Die ausgestellten Texte schrieb er nicht, sie sind fremde Texte, geschrieben von Dichtern, welche gleichzeitig Spitzel waren. Und er schrieb sie doch, er attackiert sie mit dem Schwarzstift, überschreibt und überwältigt sie, bringt ihre Sprache ins Stottern und Stocken, blockiert Gedanken, zieht sie in Zweifel und konfrontiert ihren Sinn mit Fragen zur Schuld, Glaubwürdigkeit und Erinnerung. Was aus all dem bleibt, ist konkrete Poesie.

Sebastian Sell hat Texte von Sascha Anderson, Hildegard Maria Rauchfuß, Heinz Kahlau, Helga M. Nowak, Gerhard Gundermann mit den Schwarzstift „bearbeitet“ und begehbar quer durch die Verlagsräume aufgehangen. Von vorn lesen Sie die geschwärzte Fassung, von hinten den ursprünglichen Text.

Passend dazu liest Sascha Heße gegenwärtige Aphorismen, die dem Motto „Grenlofrei Zenseheit“ folgen – ein Graffitispruch, der einst eine Häuserwand im Leipziger Viertel Plagwitz zierte, nun aber der Sanierung zum Opfer gefallen ist. Die Tatsache der Bespitzelung ist derweil zum grenzüberschreitenden Bestseller geworden, dem alternativen Nobelpreis zum Trotz.

In seinem neuen Buch verübt Sascha Heße Denkanschläge am laufenden Band und verführt seine Leser, wie gewohnt, an der Nase herum.

„Denkanschläge“ sind auch die Zeichnungen von Patrick Zehrer, die für Sascha Heßes neues Buch angefertigt wurden und ab Freitag im Original zu sehen sind.

Peter Gehrisch entführt uns schließlich aus der Zone dichterischer Geheimdienstleistungen in die geheimnisvolle Sphäre der Dichtung mit einer kurzweiligen Lesung aus seinem neuen Band „Der glimmende Ring meiner Lichtwissenschaft“.

Im Aufruf früher Kindheitserfahrung erscheinen hier Spiegel eines Erinnerungs-Repertoires: das Bombardement auf die Heimatstadt Dresden, die Trümmer- und Ruinenkulisse, die dem Autor für Jahrzehnte präsent ist, zugleich auch der Eindruck einer geistigen Tabula rasa trotz und infolge der stalinistischen Irrsinns-Ideologie.

6.12.2015, 18 Uhr

Weihnachtssingen mit Iris Donner & Band

 

14. Januar 2015, 20:00 Uhr, im Dresdner Stadtmuseum, (Landhaus)
Wilsdruffer Straße 2

Doppelbuchpremiere des Leipziger Literaturverlags

Peter Gehrisch - Der glimm ende Ring meiner Lichtwissenschaft - Gedichte

und

Axel Helbig - Der eigene Ton 2 - Gespräche mit Dichtern

Peter Gehrisch entführt aus der Zone dichterischer Geheimdienstleistungen in die geheimnisvolle Sphäre der Dichtung mit einer kurzweiligen Lesung aus seinem neuen Band „Der glimmende Ring meiner Lichtwissenschaft“.

Im Aufruf früher Kindheitserfahrung erscheinen hier Spiegel eines Erinnerungs-Repertoires: das Bombardement auf die Heimatstadt Dresden, die Trümmer- und Ruinenkulisse, die dem Autor für Jahrzehnte präsent ist, zugleich auch der Eindruck einer geistigen Tabula rasa trotz und infolge der stalinistischen Irrsinns-Ideologie.

Die von Axel Helbig geführten Gespräche mit Autorinnen, Autoren, Verlegern und Künstlern verführen zu einem vertieften Zugang zur Literatur. Die Gespräche ergründen Geheimnisse und Privates, das unsichtbar hinter den Werken steht, mitunter geradezu verdeckt werden soll. Axel Helbig gelingt es, das Span­nungsverhältnis, den Fluß und die Freude, in die sich Autor und Werk begeben, für den Leser einzufangen.

Beteiligte Autoren, Verleger und Künstler:
Wulf Kirsten, Zsuzsanna Gahse, Dorothea Grünzweig, Brigitte Oleschinski, Olga Martynova, Oleg und Daniel Jurjew, Jens Wonneberger, Hans Joachim Schädlich, Ulrike Draesner, Catalin Dorian Florescu, Artur Becker, Jan Wagner, Peter Moses-Krause, Andreas Hegewald, Hermann Naumann

 

 

Schwärzer als Weiß

Veranstaltungen zur Leipziger Buchmesse 2015

Sie finden uns in Halle 5, Stand D223

Donnerstag, 12. März 2015, 20:15 Uhr, Kulturgenussladen (im Verlag)

Der eigene Ton trifft krautbuch - Leipziger Literatursalon

Ein üppiges Programm erwartet den Besucher des Leipziger Literatursalons am Abend des Buchmessedonnerstags. Anekdoten- und kenntnisreich plaudert Axel Helbig (Dresden) über seine Begegnungen mit Dichtern, Künstlern und Verlegern, die er für die Zeitschrift OSTRAGEHEGE interviewt hat. Ein ganz besonderes „krautbuch“-Projekt zaubert Jürgen Muck (Tübingen) aus der Tasche: sein Theaterstück über Aufstieg und Fall des Leipzigers Daniel Paul Schreber, der es erst zum Direktor des sächsischen Oberlandesgerichts schaffte und dann im Irrenhaus landete. Den Bezug zum „tausendjährigen“ Leipzig greift schließlich der Philosoph und Spokenword-Poet Kurt Mondaugen (Leipzig) mit seinem vorläufigen Opus magnum auf: „Leipzig // Nirwana“ – er ist als Performer zu erleben. Schließlich freuen wir uns auf drei Künstler: Hermann Naumann (Dresden), Mariana Rosa und Siegfried Kuntzig (Lissabon). Ihre Bilder sind an diesem Abend erstmals zu sehen.

Axel Helbig: Der eigene Ton

„Der eigene Ton ist alles“; sagt Loris, „wer den nicht hält, begibt sich der inneren Freiheit, die erst das Werk möglich machen kann.“ Die von Axel Helbig geführten Gespräche mit Autorinnen, Autoren, Verlegern und Künstlern verführen zu einem vertieften Zugang zur Literatur. Die Gespräche ergründen Geheimnisse und Privates, das unsichtbar hinter den Werken steht. Beteiligte Autoren, Verleger und Künstler: Wulf Kirsten, Zsuzsanna Gahse, Dorothea Grünzweig, Brigitte Oleschinski, Olga Martynova, Oleg und Daniel Jurjew, Jens Wonneberger, Hans Joachim Schädlich, Ulrike Draesner, Catalin Dorian Florescu, Artur Becker, Jan Wagner, Peter Moses-Krause, Andreas Hegewald, Hermann Naumann

krautbuch-Projekt: Jürgen Muck „Die Seele ist hin oder Der ewige Schreber“

Daniel Paul Schreber (1842–1911), Sohn des renommierten Arztes Gottlob Moritz Schreber, Erfinder der Schrebergärten, war Doktor der Jurisprudenz und wurde 1892 zum Senatspräsidenten am Oberlandesgericht in Dresden ernannt. Kurz darauf erkrankte er an einer paranoiden Psychose. Er gilt als der berühmteste Patient der Psychiatriegeschichte, nicht zuletzt dank der Fallgeschichte, die Sigmund Freud über ihn verfaßt hat. Im Zentrum des Theaterstücks steht die Innenwelt des tragischen Helden, insbesondere sein ›Stimmenhören‹. Einmal im höchsten Amt angekommen, sitzt er fortan einsam in seinem Anstaltszimmer und wird ganz Ohr! Die permanente Überwachung der vermeintlich oder wirklich bösen, seelenmörderischen Absichten der anderen hält ihn in Wachheit und Schlaflosigkeit gefangen, einer Art permanenter Wachnarkose!

Kurt Mondaugen: LEIPZIG // NIRWANA

LEIPZIG // NIRWANA ist ein Traumbuch über die ganze Welt, ein Liebesroman und ein seelischer Untergrund-Reiseführer für 1000 Jahre Leipzig. In 16 miteinander verwobenen Geschichten – die den verschiedenen Stadtteilen und dem Nirwana eben zugeordnet sind – sowie einer Vielzahl begleitender Gedichte, Lieder, Filme, Fotos und Traumsequenzen verschränkt das Buch die Sehnsüchte und Erinnerungsschichten dieser Stadt mit denen seiner beiden Hauptfiguren Kurt Mondaugen und Natascha-Lou Salomé. Eine Tour de Force durch alle Aggregatszustände von Liebe, Kunst und Erleuchtung – Kurt Mondaugens OPUS MAGNUM – entstanden von 2008 bis 2015!www.kurt-mondaugen.de

Ausstellungseröffnung

mit Arbeiten von Hermann Naumann (Dresden), Laudatio: Gerda Luzenz, sowie Mariana Rosa und Siegfried Kuntzig (Lissabon)Die Aquarelle von Hermann Naumann sind abstrakte Darstellungen geometrischer Figuren und dennoch voll tropischer Sinnlichkeit und Fülle.Die Fotos von Siegfried Kuntzig sollten ursprünglich ein Tagebuch begleiten sollten. Täglich ist er mit der Kamera durch die Straßen von Salvador de Bahia und die umliegenden Orte gezogen, um kleine Begebenheiten auch in Bildern zu dokumentieren. In Portugal lebt er seit 32 Jahren. Es ist so wichtig, unsere Erinnerungen, sei es mittels Lieder, Malereien, Kritzeleien oder Kinderreimen zu erhalten. Aus der Vergangenheit immer wieder hervorgeholt, helfen sie uns, so zu bleiben, die wir wirklich sind: frei und herzlich. Die ca. 15 Bilder in Öl der Ausstellung „Memórias“ (Erinnerungen) von Mariana Rosa sind ein Abriss meiner Kindheitserinnerungen und damit der Gewohnheiten und Lebensweisen meiner Leute. Es war mir wichtig, Alltagsszenen der Menschen, die ihr Leben Tag für Tag sehr mühsam bestritten, wieder ins Leben zu rufen und auf diese Weise die Erinnerungen wiederzuerwecken, die mich auch heute noch durch mein Leben führen.

Freitag, 13. März 2015, 13.30 Uhr, Halle 5, Leseinsel Junge Verlage

Axel Helbig: Der eigene Ton

Anekdoten- und kenntnisreich plaudert Axel Helbig (Dresden) über seine Begegnungen mit Dichtern, Künstlern und Verlegern, die er für die Zeitschrift OSTRAGEHEGE interviewt hat. Auf der Messe führt Axel Helbig ein kurzweiliges Gespräch mit Jan Wagner, dem ersten Lyriker, der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde.

Freitag, 13. März 2015, 19:30 Uhr, Buchhandlung Hugendubel

Leipziger Verlage stellen sich vor

Christine Pfammatter liest aus ihrem Buch „Schnee im März”, in dem sie die Absurdität einer literarischen Weltaneignung hinterfragt. In hybrider Form beschäftigt sie sich mit Politik, Kunst, Magie, Apokalypse, Freiheit, Liebe, Vergänglichkeit, Technologie, Evolution oder Märtyrertum im Wechselspiel von Fiktion und Realität.


Sonnabend, 14. März 2015, 11:00 Uhr, Forum International mit Übersetzerzentrum: Halle 4, Stand C503

Robert Hodel: Vor dem Fenster unten sind Volk und Macht. Russische Poesie der Generationen 1940-60

Die von Robert Hodel herausgegebene zweisprachige Anthologie vereint Texte russischer Dichterinnen und Dichter, die zwischen 1940 und 1960 geboren sind. Jedes lyrische Werk ist mit sechs Gedichten aus unterschiedlichen Schaffensphasen vertreten. Die ältesten Gedichte stammen aus den frühen Sechzigern, die jüngsten aus dem 21. Jahrhundert. Damit gewährt die Anthologie einen repräsentativen Einblick in fünf Jahrzehnte russischer Poesie.

 

Sonnabend, 14. März 2015, 20:15 Uhr, Kulturgenussladen (im Verlag)

Schwärzer als Weiß – Leipziger Übersetzerabend: Originale, Übersetzungen, Kommentare

mit Erich Ahrndt, Angelina Polonskaja, Robert Hodel, Elvira Veselinović, Will Firth, Jordan Plevneš, Gianna Frölicher, Bernard Noel und Margret Millischer

Der diesjährige Leipziger Übersetzerabend ist ein Streifzug durch die slawische Literatur. Der erste Teil öffnet den Blick für ideengeschichtliche Wandlungen des heutigen Russlands. Die von Robert Hodel herausgegebene Anthologie spiegelt russische Innenansichten aus der Ära Breschnews bis in die zweite Amtszeit Putins. Sylvia Sasse und Gianna Frölicher erschließen dem deutschsprachigen Leser ein höchst ungewohntes Genre aus den 1920er Jahren: die Inszenierung von Gerichtsverhandlungen als Bühnenstück – ein Omen für die späteren Schauprozesse Stalins. Die Texte von Angelina Polonskaja analysieren ernüchtert die russische Gegenwart.Mit Slobodan Tišma und Jordan Plevneš führt die literarische Reise weiter ins ehemalige Jugoslawien. Die grotesken Romane dieser beiden beiden Autoren schildern exemplarisch die hochfliegenden Träume und den kalten Absturz des Einzelnen in Transformationsgesellschaften, in der die Menschen mit der Frage beschäftigt sind: Was bleibt?Den Gegenpol dazu bildet „Das Buch vom Vergessen“ des französischen Autors Bernard Noel – es ist ein verborgener Schatz, den Margret Millischer hier erstmals für deutschsprachige Leser zugänglich macht.

Vor dem Fenster unten sind Volk und Macht. Russische Poesie der Generation 1940-60. Aus dem Russischen von Robert Hodel

Die von Robert Hodel, Professor für Slavistik an der Universität Hamburg, herausgegebene zweisprachige Anthologie vereint Texte russischer Dichterinnen und Dichter, die zwischen 1940 und 1960 geboren sind. Jeder Autor ist mit sechs Gedichten aus unterschiedlichen Schaffensphasen vertreten. Die ältesten Gedichte stammen aus den frühen Sechzigern, die jüngsten aus dem 21. Jahrhundert. Damit gewährt die Anthologie einen repräsentativen Einblick in fünf Jahrzehnte russischer Poesie.

Sylvia Sasse & Gianna Frölicher: Gerichtstheater. Drei sowjetische AgitgerichteGericht über eine Kurpfuscherin (1925), Gericht über Gott (1924), Gericht über einen Bücherschänder (1932)

„Gerichtstheater“ war in der jungen Sowjetunion eines der populärsten Unterhaltungsgenres. Die Stücke gehören in den Bereich der Agitation, sind aber zum Teil auch sehr komisch, geradezu karnevalesk, wenn zum Beispiel Gott oder eine Mücke vor Gericht gestellt werden. Die drei hier ausgesuchten Agitgerichte stehen für unterschiedliche Phasen des Genres und zeigen, dass sich Theater und Gericht immer weniger voneinander unterscheiden lassen. Als das Genre in den 1930er Jahren verschwindet, wird es von einer theatralen Justiz, Laiengerichten und Schauprozessen regelrecht abgelöst.

Angelina Polonskaja: Schwärzer als Weiß. Aus dem Russischen von Erich Ahrndt

Angelina Polonskaja hat sieben Gedichtbände veröffentlicht, von denen zwei, ins Englische übersetzt, in den USA erschienen. Für die Mächtigen im Kreml ist sie eine Dissidentin. Schnee und Kälte sind ihre Metaphern für soziale und menschliche Kälte, auch für das Leiden daran. Den Wunsch nach Harmonie versagt sich Angelina Polonskaja, sie will sich der nüchternen Analyse und dem Widerstehen-Müssen stellen. Es ist an der Zeit, diese Lyrikerin, zweifellos eine der bedeutenden Dichterinnen der Gegenwart, im deutschsprachigen Raum vorzustellen.

Slobodan Tišma, Das Bernardi-Zimmer, aus dem Serbischen von Elvira Veselinović

Slobodan Tišma beschäftigt sich mit Poesie und Konzeptkunst, spielte in den in den Kult-Bands Luna und La Strada und zählt zu den wichtigsten Vertretern der Avantgarde-Literatur in Novi Sad. Der Protagonist in diesem Roman, Pišta Petrović, ist Hermaphrodit: die sekundären Merkmale seiner Männlichkeit sind verkümmert und er fühlt weiblich. Doch sein Antrag auf Geschlechtsumwandlung wird abgelehnt ...

Jordan Plevneš: Das Achte Weltwunder. Aus dem Mazedonischen von Will Firth

Der mazedonische Dramatiker und Regisseur Jordan Plevneš hat einen Roman vorgelegt, der in der Tradition des magischen Realismus, der die Ebenen von Wirklichkeit und Traum miteinander verwebt. Ende 1989, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer. Alexander Simsar überlebt einen Sturz aus über 50 Metern Höhe auf einer Berliner Baustelle und kehrt zurück in seine mazedonische Heimat, um seinem Traum von der Errichtung eines Bauwerks, das die Menschheit mit sich versöhnen soll, zur Erfüllung zu verhelfen ...

Bernard Noel, Das Buch vom Vergessen. Aus dem Französischen von Margret Millischer

Bernard Noel, Jahrgang 1930, ist Lyriker, Romancier, Essayist, Historiker und Kunstkritiker. Seine Bedeutung in Frankreich als wichtiger und vielseitiger Autor ist unbestritten, manche bezeichnen ihn sogar als „einen der großen lebenden französischen Schriftsteller“, dem nur ein Buchstabe für den No(b)el-Preis fehlt. Das „Buch vom Vergessen“ ist eine Sammlung von Fragmenten, Aphorismen, Beobachtungen, poetischen Anmerkungen, die alle um das Thema Vergessen, Erinnerung und Gedächtnis kreisen: Das Vergessen als Quelle, als Raum, aus dem der Dichter seine Inspiration schöpft. Für Bernard Noel ist das Vergessen gleichzeitig ein Bereich, der das Individuum übersteigt und es in einen größeren Kontext stellt, es ist das Bindeglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er erinnert an die wichtige Rolle, die die Ars memoriae in Antike und Mittelalter gespielt hat und stellt diese Gedächtniskunst der Kunst des Vergessens gegenüber.


Sonntag, 15. März 2015, 12:30 Uhr, Literaturforum Halle 4: Stand E101

Angelina Polonskaja: Schwärzer als Weiß. Aus dem Russischen von Erich Ahrndt

Angelina Polonskaja hat sieben Gedichtbände veröffentlicht, von denen zwei, ins Englische übersetzt, in den USA erschienen. Für die Mächtigen im Kreml ist sie eine Dissidentin. Schnee und Kälte sind ihre Metaphern für soziale und menschliche Kälte, auch für das Leiden daran. Den Wunsch nach Harmonie versagt sich Angelina Polonskaja, sie will sich der nüchternen Analyse und dem Widerstehen-Müssen stellen. Es ist an der Zeit, diese Lyrikerin, zweifellos eine der bedeutenden Dichterinnen der Gegenwart, im deutschsprachigen Raum vorzustellen.

 

15. April 2015 um 19:00 Uhr im Café Karl, Walter-Heinze-Str. 1/Ecke Karl-Heine-Str.

Gesche Blume: Lesung aus "Lilith im blauen Kleid" und "Untemperiert"

Freitag, 24.04.2015, 19.45 Uhr und 20.45 Uhr, , Zwickau, Hölderlinstraße 4

Zwickauer Literaturfrühling

Lesungen:

- Laozi, Daodejing: Nichtstun als Handlungsmaxime
- Milos Crnjanski, Ithaka und Iris Berlina
- Viktor Kalinke, Welcher König hat hier gehaust (mit Zeichnungen von Hubertus Giebe)

- 11. Juni 2015 -
09.00-13.00 / Wiss. Symposion "Europa im slavischen Prisma" - Festsaal Humboldt

9.00 - Eröffnung
9.15 - Christian Voss: "Alte und neue Grenzziehungen im deutschen und südosteuropäischen Raum"
9.50 - Gabriella Schubert: "Serben und Deutsche im Auf und Ab historischer Ereignisse"
10.25 - Vesna Cidilko: "Rezeption südslawischer Literaturen im deutschen Sprachraum"
11.00 - Kaffeepause
11.15 - Georgi Stardelov: "Das makedonische Weltwunder"
11.50 - Maja Jakimovska Tošić: "Das Achte Weltwunder»: das internationale Echo"
12.25 - Will Firth: "Das Achte Weltwunder": aus der Werkstatt des Literaturübersetzers"
13.00 - Mittagspause

- 12. Juni 2015 - Prima Center
21:30 / Jordan Plevneš: "Das Achte Weltwunder" (2015)
Lesung und Gespräch, in Anwesenheit des Autors
Musikalischer Abschluss: Predrag Marić: "Guitar Stories“

 

Donnerstag, 17. September 2015, 20.00 Uhr, Veranstaltungsraum der Kurt-Tucholsky-Bibliothek,
Esmarchstraße 18, Berlin

Katja Winkler liest - begleitet von Michael Cunath auf dem Kontrabass

8. Oktober um 20 Uhr in der LIteraturwerkstatt Berlin (Kulturbrauerei)

Sprachfeuer. Lyrik aus Indonesien und Deutschland

In Lesung und Gespräch Agus R. Sarjono Autor, Indonesien und Martin Jankowski Autor, Berlin
Moderation: Claudia Kramatschek Literaturkritikerin, Berlin

Indonesien hat mehr als 700 Sprachen, und seine Gegenwartskultur vereint Strömungen aller Himmelsrichtungen mit der Rasanz des asiatischen Aufstiegs seit der Jahrtausendwende. Einer der führenden indonesischen Dichter ist Agus R. Sarjono (*1962 Bandung). Mit genau beobachtender, sinnlicher Lyrik kreist er stets um die Frage nach Menschlichkeit, der Bedeutung von Gefühlen und gemeinsamen Werten, ohne den Sinn für Absurdität und Ironie zu verlieren. Sein neuer Band, von Berthold Damshäuser übersetzt, erscheint jetzt im regiospectra Verlag. Sarjono liest gemeinsam mit dem Berliner Lyriker Martin Jankowski (*1965 Greifswald) Texte, die zu einer Entdeckungsreise in die Poesielandschaften des Landes einladen. Jankowski stellt an diesem Abend erstmals seinen Gedichtband »sasakananas INDONESIEN MATERIAL« (Leipziger Literaturverlag 2015) vor.

Agus R. Sarjono ist Herausgeber des indonesischen Lyrikmagazins »Jurnal Sajak«. Er ist der deutschen Poesie seit langem verbunden: Zu seinen Nachdichtungen gehören Werke von Brecht, Goethe und Rilke. Kürzlich wurde der Band »Sprachfeuer. Eine Anthologie moderner indonesischer Lyrik« (regiospectra Verlag 2015) veröffentlicht, den er gemeinsam mit dem Übersetzer Berthold Damshäuser herausgegeben hat.

Martin Jankowski realisiert seit 2002 zahlreiche deutsch-indonesische Literaturprojekte und publiziert Lyrikbände sowie Sachbücher zu Indonesien. Jüngst erschien sein Essayband »Indonesien lesen, Notizen zu Literatur und Gesellschaft« (regiospectra Verlag 2014).

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Republik Indonesien.
Literaturwerkstatt Berlin, Knaackstraße 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin
Eintritt € 6/4

Martin Jankowski im Radio:

Mittwoch 14.10.
13-14 Uhr Radio HR2 „Doppelkopf“
19:30 Uhr Kulturradio SR2 „Bücherlesen“

Martin Jankowski live in Frankfurt am Main

Freitag, 16.10.
14:00 – 15:00 Buchmesse/Stand des Bundespresseamtes
19:30 – 21:00 Buchhandlung Weltenleser – mit A.S. Laksana und Gunawan Maryanto, Ulla Lenze und Andreas Stichmann

Sa, 17.10.
12:00-16:00 Zentrale Stadtbücherei Frankfurt - mit Intan Paramaditha, Iksaka Banu, Abidah El Khalieqy, A.S. Laksana, Cok Sawitri, Gunawan Maryanto, Zen Hae.

Weltempfang – Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung Halle 3.1 L 25 Freitag, 16. Oktober 2015, 11.30 – 12.30

Poesie in die Stadt Lesung und Gespräch Deutsch/Englisch

An Bemühungen, Poesie in die Stadt zu bringen, fehlt es wahrlich nicht: Lyrikfestivals allerorten, Plakate an öffentlichen Plätzen, mitunter sogar Gedichte in U-Bahnen. Doch wie geht es Poetinnen, deren Werke hierzulande nur in Übersetzung zugänglich sind? Welche Besonderheiten stellen sich, wenn möglichst viel Publikum erreicht werden soll? Zwei Poetinnen, die in Frankfurt am Main als Stadt der Zuflucht lebten bzw. leben, sprechen über ihre Hoffnungen und Erfahrungen und lesen ihre Gedichte in Russisch und Farsi (die Übersetzungen werden in Deutsch gelesen).

Anzhelina Polonskaya (Russland), Lyrikerin, Journalistin; bisher 7 Gedichtbände, übersetzt in mehrere Sprachen; letzte Publikation Schwärzer als Weiß, Leipzig 2015. In Moskau letzthin wegen ihrer kritischen Haltung zu Putin bedroht. Seit Sommer 2015 ICORN-Autorin in Frankfurt am Main.

Pegah Ahmadi (Iran/Deutschland), Lyrikerin, Literaturkritikerin; hat mehrere Gedichtbände publiziert und Anthologien herausgegeben; mehrere Übersetzungen in fremde Sprachen. Von 2009 bis 2011 ICORN-Autorin in Frankfurt am Main. 2011-2012 Fellow Brown University/USA. Lebt in Köln-Porz.

Moderation: Peter Ripken, International Network of Cities of Refuge ICORN

21.10.2015 19.30 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum - Leipzig

"wie jene taube in der bahnhofshalle"
Lesung und Gespräch

Die Bekenntnishaltung der versammelten Autoren ist eindeutig: bei allen Achtungszeichen ist die Zuneigung und Sympathiebekundung zu ihrer wunderbaren Stadt Leipzig nicht zu übersehen. Ihre Stimmen sind Echo. Sie sind Liebeserklärung. Sie sind uns nahe; wert, ihnen zu lauschen.
Neben gestandenen Autoren wie Andreas Reimann, Hans Ulrich Treichel, Adel Karasholi oder Jan Kuhlbrodt melden sich auch jüngere Lyriker zu Wort: Kerstin Preiwuß, Sascha Heße, Undine Materni, Volly Tanner, Maren Uhlig, Hannelore Crostewitz, Grit Kurth, Bettine Reichelt, Jayne Ann Igel. Nicht zu vergessen sind Lyriker, die nicht mehr unter uns weilen: Helmut Bartuschek, Friedemann Berger, Wolfgang Hilbig und Georg Maurer.
Im Gespräch über den 2015 entstandenen Band werden Elia von Scirouvsky und Dr. Jutta Pillat sein.
Aus den Texten lesen: Kerstin Preiwuß und Elmar Schenkel. Musikalisch begleiten wird Reiko Brockelt mit dem Saxophon.

 

Sonntag, den 25. Oktober 2015; 17.00 Uhr

LINZER SALON: mit Margit Schreiner und Till Mairhofer

Moderation: Bettine Reichelt, Leipzig

Der Linzer Salon engagiert sich seit einigen Jahren für einen Literaturaustausch zwischen Österreich, insbesondere der Region um Linz, und Sachsen. Auch in diesem Jahr freuen wir uns, wieder zwei Autoren aus Oberösterreich in Leipzig begrüßen zu dürfen: Margit Schreiner und Till Mairhofer. Es erwartet uns an diesem Nachmittag eine abwechslungsreiche Mischung aus Prosa und Lyrik. Margit Schreiner liest aus ihrem neuen Roman „Das menschliche Gleichgewicht“. Till Mairhofer stellt nach einer kurzen essayistische Einleitung zu seiner Verbindung mit Leipzig neue Lyrik vor.

12.11.2015, Goethe-Institut in Belgrad, 20 Uhr, Adresse: Knez Mihailova 50, 11000 Beograd

Ana Djokic und Anke Ludewig lesen aus dem Roman „Rezepte fürs Glück“

Lesung und ein Gespräch über die Entstehung des Buches, das Kennenlernen der Autorin und der Übersetzerin und die Herausforderungen an die Übersetzung.

www.goethe.de/belgrad

14.11.2015, 20 Uhr in Rangsdorf, in der Galerie Kunstflügel

Lesung mit Katja Winker im Rahmen der GEDOK-Literaturtage

9. Dezember, 19 Uhr, Hermann-Ehlers-Akademie in Kiel, Niemannsweg 78

Dr. Jürgen Strasser liest Paul Tillard

„Eine Gurgel voller Luft reicht aus, um einem das Leben wieder zurückzugeben”, meint Paul Tillard, und seine Auffassung wirkt beinahe provokant, wenn man weiß, was er als KZ-Häftling durchgemacht hat. Als eines der ersten Mitglieder der Résistance wurde er 1942 in Paris gefangen genommen und deportiert. Seine Haft
überlebte er nur knapp. Er erfuhr aber auch, was Zusammenhalt und Solidarität unter Häftlingen zu bewirken vermochten. Und so liest sich der Roman trotz allen Leids als ein packendes Zeugnis von Zuversicht, Hoffnung und menschlicher Größe. Die Begegnung mit Deutschen zeigt auf bewegende Weise, wie Hass in zuversichtlichere Töne umschlagen kann, wenn Menschen aufeinander zugehen: „So schwach es auch sein mag, ein Licht bringt immer noch seine Helligkeit sogar in die tiefste Finsternis”.

Dr. Jürgen Strasser ist Romanist, Historiker und Mitglied des Österreichischen PEN Clubs. Er hat den Roman Paul Tillards übersetzt und wissenschaftlich kommentiert.

 

Schönheit und Schrecken

Veranstaltungen zur Leipziger Buchmesse 2016

Sie finden uns in Halle 5, Stand G223

Donnerstag, 17. März 2016, 20:15 Uhr, Kulturgenussladen (im Verlag)

Literatursalon

Ein üppiges Programm erwartet den Besucher des Leipziger Literatursalons am Abend des Buchmessedonnerstags:

- Hubert Witt: Ackermann und der Tod – eine fulminante Neuübersetzung

- Mayjia Gille: SEIT TAGEN WARTE ICH IN DEN SAROTTIHÖFEN – das Debüt

- Uwe Nösner: Gescheiterte Reformation – eine Stimme aus Dresden

- Wolfgang Eschker: Blitze und Blitzableiter - Geistreiches zum guten Schluß.

Außerdem eröffnen wir eine Ausstellung mit Arbeiten von Rolf Münzner und Mayjia Gille.

Freitag18. März 2016, 19:30, Buchhandlung Hugendubel

Leipziger Verlage stellen sich vor - Mayjia Gille: SEIT TAGEN WARTE ICH IN DEN SAROTTIHÖFEN – das Debüt

Ein Labyrinth aus Schönheit und Schrecken, Schmerz und Glück. Dort finden wir, was wir lange vermissten: Liebe.

 

Samstag, 19. März 2016, Halle 5, 11:30 – 12:00, Stand G200 (Lesebühne Junge Verlage)

Martin Jankowski: sasakananas -INDONESIEN MATERIAL - gedichte & notate

Seit 2002 reiste Martin Jankowski immer wieder nach Indonesien, um den tropischen Archipel der 17 000 Inseln am Äquator zu erkunden: Nicht als Abenteuerer, Tourist oder Handlungsreisender, sondern als Lyriker. Von Sumatra bis Papua haben ihn seine poetischen Expeditionen geführt und es sind Hunderte Texte über Begegnungen mit Land, Leuten und Poesie entstanden. Erste Gedichte aus diesem Material erschienen in Magazinen und Anthologien, einige wurden in Indonesien, aber auch international rasch bekannt; bereits vor Jahren wurde in Indonesien selbst ein Buch veröffentlicht, das sehr erfolgreich war. Jetzt, da Indonesien auch von der deutschen Literaturszene stärker wahrgenommen wird, ist es an der Zeit, dieses ungewöhnliche poetische Material auch deutschen Lesern zugänglich zu machen, mit dem sich erstmals ein deutscher Autor intensiv und mit verschiedensten lyrischen Mitteln diesem faszinierenden Thema nähert. Erstmals werden diese Gedichte, die zunächst in Indonesien und anderen Ländern erschienen und wahrgenommen wurde, nun als Buch auch im deutschen Sprachraum zugänglich gemacht. Bei der Auswahl für den vorliegenden Band werden neben den bislang bekanntesten Texten auch etliche unveröffentlichte sowie einige bewusst in der Urform der lyrischen Reisetagebücher präsentierte Fassungen berücksichtigt. Die Texte bieten sowohl für Indonesienkenner als auch für Neueinsteiger in das Thema eine repräsentative Übersicht über das atemberaubend vielfältige Phänomen Indonesien. Ein kurzer Essay des Autors erläutert die Hintergründe an ausgewählten Beispielen. Von Martin Jankowski ist bereits im Leipziger Literaturverlag erschienen: "sekundenbuch".

 

Samstag, 19. März 2016 | 20:15, Kulturgenussladen (im Verlag)

Leipziger Übersetzernacht - Originale, Übersetzungen, Kommentare

Mitwirkende: Wolfgang Eschker, Martin Jankowski, Udo Kawasser, Desanka Maksimović, Margret Millischer,
Victor Rodríguez Núñez, Isabel Stümpel, Dana Todorovic, Verica Tričković, Elvira Veselinović

Moderation: Viktor Kalinke

Mit freundlicher Unterstützung von litprom – Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e. V., Französische Botschaft , Ministerium für Kultur der Republik Serbien

Beobachtungen, poetische Anmerkungen, Werkstatt – woher schöpft der Autor seine Inspiration? Wie gelingt es dem Übersetzer, dem Original gerecht zu werden und zugleich Wirkung in der eigenen Sprache zu erzielen?

Musikalische Begleitung: Das Trio "Die Lyrischen Saiten" bezieht sich in seinen Klängen auf poetische Hörerlebnisse. Die drei Instrumentalisten treten mit Cello, Gitarre und Percussion auf. Zu hören sind musikalische Fragmente aus Klassik und Rock, aus Streichern und dezentem Schlagzeug. Viele der Miniaturen tragen einen phantastischen oder meditativen Charakter und bereichern das gelesene Wort zurückhaltend, aber stimmig.

 

Sonntag, 20. März 2016 | 10:00 – 11:00 Uhr, Café Europa, Halle 4, Stand E401

Mit einem seltsamen Geruch nach Welt & Das Buch vom Vergessen - Lesung und Gespräch

Mitwirkende: Udo Kawasser, Margret Millischer, Victor Rodríguez Núñez

Moderation: Nikola Deschauer

Mit freundlicher Unterstützung von litprom – Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e. V., Französische Botschaft Art der Veranstaltung

Nur wenige können so nett, alltäglich, wunderbar seltsam und Gewinner der Geschichte zugleich sein. Das Vergessen als Quelle, als Raum, aus dem der Dichter seine Inspiration schöpft

Víctor Rodríguez Núnez ist für mich ein einzigartiger Dichter. Man kann ihn mit niemandem, der heute in irgendeiner anderen Sprache schreibt, die ich lesen kann, vergleichen. Es scheint, als wäre sein Leben von Anfang an von einem Schicksal bestimmt worden, dem er hellsichtig und ehrgeizig mit großer Genauigkeit folgte. Einem Plan, der ihm zeigte, worauf er schauen musste und wie er den Menschen in sich freilegen konnte, damit er sich in einen Zeugen und Schöpfer verwandelt. Die Macht seines Erbes, die Intensität seiner Einfühlung und sein Sinn für die Erweiterung des Lebensraums sind gewaltig. Nur wenige haben die Gabe, so viele Saiten anzuschlagen, mit Vallejo in einen Zwiegespräch zu treten und gleichzeitig so frei und einzigartig zu sein. Nur wenige können so nett, alltäglich, wunderbar seltsam und Gewinner der Geschichte zugleich sein. Und seine Zweige und Wurzeln sprießen weiter. (Tomaš Šalamun, Slowenien)

Bernard Noel, Das Buch vom Vergessen. Aus dem Französischen von Margret Millischer Bernard Noel, Jahrgang 1930, ist Lyriker, Romancier, Essayist, Historiker und Kunstkritiker. Seine Bedeutung in Frankreich als wichtiger und vielseitiger Autor ist unbestritten, manche bezeichnen ihn sogar als „einen der großen lebenden französischen Schriftsteller“, dem nur ein Buchstabe für den No(b)el-Preis fehlt. Das „Buch vom Vergessen“ ist eine Sammlung von Fragmenten, Aphorismen, Beobachtungen, poetischen Anmerkungen, die alle um das Thema Vergessen, Erinnerung und Gedächtnis kreisen: Das Vergessen als Quelle, als Raum, aus dem der Dichter seine Inspiration schöpft. Für Bernard Noel ist das Vergessen gleichzeitig ein Bereich, der das Individuum übersteigt und es in einen größeren Kontext stellt, es ist das Bindeglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er erinnert an die wichtige Rolle, die die Ars memoriae in Antike und Mittelalter gespielt hat und stellt diese Gedächtniskunst der Kunst des Vergessens gegenüber.


Sonntag, 20. März 2016 | 11:00 – 11:30 Uhr, Forum OstSüdOst, Halle 4, Stand E505

Ich bitte um Erbarmen - Lyrische Diskussionen mit dem Gesetzbuch des Zaren Dušan

Mitwirkende: Wolfgang Eschker, Desanka Maksimović

Moderation: Viktor Kalinke

Stefan Dušan der Große (um 1308 – 20.12.1355) herrschte in Serbien von 1331 – 1346 als König sowie von 1346 – 1355 als Zar. Unter seiner Herrschaft erlebte der serbische Staat seine Blütezeit. Zugleich sollten durch ein einheitliches Recht die neu eroberten Gebiete fest an das Reich gebunden werden. Diese Gründe waren es hauptsächlich, die zur Entstehung des berühmten „Dušanov zakonik“ (Gesetzbuch des Zaren Dušan) führten, des wichtigsten Gesetzbuches im mittelalterlichen Serbien. Mit diesem Gesetzbuch nun tritt Desanka Maksimović rund sechshundert Jahre später in eine „lyrische Diskussion“, wie es im Untertitel ihrer Gedichtsammlung „Ich bitte um Erbarmen“ heißt. Es ist die Auseinandersetzung zwischen dem, der sich berechtigt glaubt, eine Position über Menschen und Dingen einzunehmen und demjenigen, der sich mit ihnen eins weiß und unermüdlich für sie eintritt – eine Auseinandersetzung, die Jahrhunderte alt ist und bis in die Gegenwart andauert.

Desanka Maksimović: geb. 1898 in Rabrovica bei Valjevo in Serbien. Studium in Belgrad (1919 – 1923) und Paris (1924/25). Zahlreiche Reisen im In- und Ausland. Von 1926 bis 1953 Gymnasiallehrerin in Belgrad. Gestorben 1993 in Belgrad. Debütierte 1920 in der Zeitschrift „Misao“ (Der Gedanke) mit den Gedichten „Jedna smrt“ (Ein Tod) und „Pitanje“ (Frage). Veröffentlichte neben Romanen, Erzählungen und Kurzgeschichten, Reisebeschreibungen und vielen Kinderbüchern vor allem Gedichte und Poeme, u.a. die Lyrik­sammlungen „Pesme“ (Gedichte, 1924), „Miris zemlje“ (Duft der Erde, 1955), „Zarobljenik snova“ (Gefangener der Träume, 1960), „Tražim pomilovanje“ (Ich bitte um Erbarmen, 1964), „Nemam više vremena“ (Ich habe keine Zeit mehr, 1973), „Nebeski razboj“ (Himmlischer Webstuhl, 1991), „Ozon zavičaja“ (Ozon der Heimat, 1991). Zahlreiche Ehrungen und Preise im In- und Ausland, u.a. Zmaj-Preis (1959), Vuk-Preis (1974), Njegoš-Preis (1984) sowie „Goldener Kranz“ der Stadt Struga (1988).

Sonntag, 20. März um 19:30 Uhr im Theater o.N. (Kollwitzstr. 53, Berlin Prenzlauer Berg)

WELTLITERATURSALON EXTRA - Buchpremiere mit dem Dichter Victor Rodriguez Nunez (Kuba) und seinem Übersetzer, dem Autor Udo Kawasser (Wien)! Moderation Timo Berger.

Eintritt 5/3,- €, präsentiert von der Berliner Literarischen Aktion in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Literaturverlag und dem Theater o.N.

22.3.2016, 19 Uhr, Inselgalerie Berlin-Mitte, Torstr. 207, Berlin

Katja Winkler und Gerd Adloff lesen Gedichte

Platz 1 der LITPROM-Bestenliste im Sommer 2016:

Granaz Moussavi: Gesänge einer verbotenen Frau
Gedichte, zweisprachig

Ausgewählt und aus dem Farsi
übertragen von Isabel Stümpel

Der zweisprachig in Deutsch und Farsi vorliegende Band bietet einen Querschnitt durch Granaz Moussavis Schaffen und damit durch die Träume, Enttäuschungen und Zufluchten der nach-
revolutionären Generation Irans, namentlich der Frauen, deren Stimme vor dem islamischen Gesetz nur die Hälfte zählt und deren
Kreativität und Mobilität allenthalben beschnitten werden.

„...Wände, Wände
zum Wahnsinnigwerden ...”

Platz 1 der LITPROM-Bestenliste im Sommer 2016

 

 

Donnerstag, 9. Juni 2016, Lissabon

Portugiesische Ausgabe der Tagebücher von Hein Semke: Die innere Stimme, hrsg. von Teresa Balté

Freitag, 10. Juni 2016, 19.30 Uhr, Galerie Forum Amalienpark (13187 Berlin-Pankow, Breite Straße 2a)

Katja Winkler liest Lyrik aus »Die besten Jahre«
begleitet von Michael Cunert auf dem Kontrabass.

23.6.2016,19 Uhr Alte Schmiede (Wien), 4. Internationalen Wiener Lyrik-Fests POLIVERSALE

Bernard Noel liest aus dem Buch vom Vergessen

Bernard Noël, *1930 in Sainte-Geneviève-sur-Argence, Aveyron, Dichter, Essayist, Kunst-Kritiker, Romancier mit einem vielgestaltigen Werk von über 60 Büchern, lebt im nordfranzösischen Maurigny. Fulminant und aktuell wie 1958 sind die »Extraits du corps« Bernard Noëls, in denen der Körper aus dem binären Denken befreit und in eine empfindungsgenaue Halluzinatorik übersetzt wird, die auch fürs Schreiben eine Art Gründungsakt(e) darstellt. »Das Buch vom Vergessen«, 2012 auf Französisch erschienen, nimmt das Schreiben und Denken des Unmöglichen beim »Vergessen« auf und variiert es in der Art einer Beobachtungsexerzitie. Bücher (Auswahl): Anna – nicht die, die ihr denkt. Prosa (2008); Un temps sans lieu. Poèmes (2013); Monologue du nous. Prose (2015); Oeuvres I-IV (P.O.L., 2010–2015).

Weitere Informationen:

http://www.alte-schmiede.at/programm/poliversale-2016-14-abend-zeitvermessung-und-koerperempfindung/

1. Juli.2016, ab 18 Uhr, bei schönem Wetter draußen vorm Verlag

Inskriptionen No. 8: denkspurrillen

Zwei Jahre sind vergangen, in denen keine gedruckte Ausgabe der Inskriptionen erschien. Eine neue Herzfrequenz? Der gelungene Ausgleich zwischen Abstand und Nähe? Oder herrschte einfach nur Flaute, fühlten sich die Textschreiber gelangweilt? Sind sie – zeitweilig – in den Streik getreten? Nichts von alldem. Und dennoch hielt sich in der zweiten Jahreshälfte 2014 der Eindruck, die Inskriptionen als Projekt hätten sich erschöpft. Das zaghaft, zarte Motto „Überglaste Stunden“, nach einer Zeile von Christine Lavant, dräute selten über das Lienzer Becken hinaus. Auch wenn manch einer Gedichte als „verglaste Gebete, Präparate auf dem Objektträger“ betrachtet, entschieden wir uns dagegen, die Verglasung im Untertitel zu verwenden.

Nach der Flaute kam die Wiederbelebung. Entgegen der Beschwerde einer Kommentatorin, die Autoren würden sich in den Solipsismus verabschieden, sich selbst genügen und um sich selbst kreisen, sind wir auf substanzielle Bezugnahmen gestoßen. Rätselhafter noch als in früheren Ausgaben erschienen uns die Identitäten der Schreibenden: CatherinaSforza wirkt verwandt oder bekannt mit Farob Bebt. Ist N=yx eine Zweite Ableitung aus der mathematischen Unvernunft, die der Tastatur von J. W. Rosch entspringt? Sind rapunzel und Frau Kleist Schwestern?

Was nun also folgt, ist die Einladung zur Party: Am 1. Juli ab 18 Uhr laden wir zum ersten Inskriptionen-Wettlesen ein: Bei Bier und Kuchen hinter einem Vorhang vor aufdringlichen Blicken des Publikums geschützt, darf jeder Autor entsprechend der Anzahl seiner Heteronyme jeweils wahlweise drei Gedichte oder einen Prosatext zu Gehör bringen. Die Zuhörer können entspannen, den Stimmen lauschen und mit ihrem Votum den Gewinner des Großen I-Pokals bestimmen. Im Anschluß an die Preisverleihung wird der Grill angeheizt.

Kommt und hört!

6.10. 2016, 19 Uhr

Doppellesung im Rahmen des Leipziger Literarischen Herbstes

Dordshdsowdyn Enchbold: Paanan

Die Geschichte von Zermaa, Zeweg und einer Hündin, die ein Geschenk des Himmels war. Aus dem Mongolischen von Renate Bauwe. Mit Zeichnungen von Erschüügijn Otgonbajar

Buchpremiere mit der Übersetzerin Renate Bauwe und dem Künstler OTGO, der Illustrationen für dieses Buch beigesteuert hat.

Diese Erzählung handelt von Zermaa und Zeweg, deren Liebe auf tragische Weise scheiterte, und ihrer Hündin Paanan. Die Zeit scheint stillzustehen in Zermaas Heimat, einem einsamen Steppental im Süden der Mongolei. Eine Zeitlang leben Zeweg und Zermaa wie im Rausch; alles, was sie anfassen, gelingt ihnen – ihr Glück scheint vollkommen. Da zieht eines Tages ein Fremder bei ihnen ein, Bawuu, ein LKW-Fahrer aus Ulaanbaatar, der wegen eines Schadens an seinem Wagen eine Zeitlang die Gastfreundschaft des jungen Paars in Anspruch nehmen muss. Doch der „gute Onkel“ aus der Stadt ist nicht so selbstlos, wie er sich den Anschein gibt. Während Zewegs Abwesenheit vergewaltigt er Zermaa. Weil sie ihrem Mann nicht wehtun möchte, verschweigt sie diesem das Vorgefallene, und ergibt sich schließlich Bawuus Verführungskünsten. Aus Scham und Verzweiflung verlässt sie schließlich ihren Mann und folgt Bawuu nach Ulaanbaatar. Zeweg betäubt sich mit Alkohol. Nach und nach vertrinkt er seinen ganzen Besitz und findet genug falsche Freunde...

Uwe Nösner: Geschichte der theosophischen Ideen. Wege zu den Quellen schöpferischer Religiosität

Buchpremiere mit dem Autor und neun farbigen Wortbildern von Jürgen Dreißig

In den acht Kapiteln seines religionsgeschichtlichen Werkes schlägt Uwe Nösner einen Bogen von der Mystik der Upanishaden bis hin zu Rudolf Steiners Anthroposophie. Am Anfang ordnet er theosophisches Denken in die Geschichte der religiösen Ideen ein, wo es in allen Weltreligionen seinen Ursprung besitzt. Er charakterisiert die neue spirituelle Dimension, die seit dem 7. vorchristlichen Jahrhundert in Erscheinung tritt und in der bereits alle Grundsätze theosophischen Denkens und Seins wie die Lehren von der Wiederverkörperung des Geistes und den Ebenen der Welt und des Menschen formuliert worden sind. Der östlichen Mystik und griechischen Mysterienweisheit als den ältesten Quellen theosophischen Denkens folgen Kapitel über die christliche Gnosis und den Neuplatonismus sowie die spirituellen Bewegungen des Mittelalters, wobei der Kabbala besondere Beachtung geschenkt wurde. Einen zentralen Stellenwert nimmt dann die Systematik der frühen Bezüge zwischen Theosophie und Naturwissenschaft ein, ehe die neuzeitlichen Entwicklungen von Paracelsus bis Emanuel Swedenborg und von Goethe bis zur theosophischen Bewegung des 19. Jahrhunderts nachvollzogen werden.

6. Dezember, Hilbert-Raum in Berlin, Reuterstraße 31, um 19 Uhr

Walter Thümler stellt seinen neuen Lyrikband vor: "Immer geschieht etwas"

„Immer geschieht etwas“ ist Walter Thümlers sechster Gedichtband. Seine Gedichte thematisieren unsere Angst vorm Leben, unser Eingesperrtsein in die eigene Vorstellungswelt und die unausweichliche Tatsache von Krankheit und Tod. Angesichts dessen ist Wehmut die kontrapunktierende Stimmung einer grundsätzlichen Bejahung allen Daseins und Feier der Schönheit der Erde. Auffälliges Merkmal ist das Ausbleiben der Ironie. In Walter Thümlers Bestandsaufnahme der conditio humana klingt immer Hoffnung mit, Ausblicke ins Lachen und Lächeln.

Link zur Veranstaltung

 

 

FRISCH ERSCHIENEN. Inskriptionen No. 8: denkspurrillen

Zwei Jahre sind vergangen, in denen keine gedruckte Ausgabe der Inskriptionen erschien. Eine neue Herzfrequenz? Der gelungene Ausgleich zwischen Abstand und Nähe? Oder herrschte einfach nur Flaute, fühlten sich die Textschreiber gelangweilt? Sind sie – zeitweilig – in den Streik getreten? Nichts von alldem.

Nach der Flaute kam die Wiederbelebung. Entgegen der Beschwerde einer Kommentatorin, die Autoren würden sich in den Solipsismus verabschieden, sich selbst genügen und um sich selbst kreisen, sind wir auf substanzielle Bezugnahmen gestoßen...

Die neue gedruckte Ausgabe trägt "denkspurrillen" schon auf dem Umschlag. Die Auflage ist wie immer auf 100 Exemplare limitiert. Am besten jetzt zugreifen und dann den alten Plattenspieler anwerfen...

30. Januar 2017, 19 Uhr, Flandernbunker, Kiellinie 249, 24106 Kiel

Jürgen Strasser liest Paul Tillard: Das Brot der verfluchten Zeiten

Anlässlich des Internationalen Gedenktages an die Opfer des Holocausts. Zweisprachige Lesung Deutsch und Französisch. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut Français Kiel. Eintritt: 4€ / 3€ (ermäßigt)

„Zu einem Deutschen ‚Monsieur’ zu sagen und ihm auch noch zu danken, war etwas, das ich für undenkbar gehalten hatte. Das war eine große Lektion für mich, ermutigend und nützlich, falls der Zufall mich eines Tages da herauskommen lassen sollte.“

Kann man in einem Konzentrationslager einen Ansatz von Hoffnung und Lebensmut bewahren? Paul Tillard bejaht diese Frage auf eindrucksvolle Weise. Ein gleichermaßen erschütternder wie ermutigender Text über Zivilcourage und Solidarität in finsterster Zeit.

Dr. Jürgen Strasser: Studium der Romanistik in Salzburg und an der Sorbonne, Mitglied des deutschen und österreichischen P.E.N., bis 2015 wissenschaftlicher Leiter im Zukunftsfonds der Republik Österreich, lebt und arbeitet seither als Koordinator für Integrationskurse in Kiel. Zahlreiche Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen. Widmet sich mit seinem Projekt „Lebenskontexte“ der Biographiearbeit.

 

 

Steck dir dein Scheiß Rosa sonstwohin

Veranstaltungen zur Leipziger Buchmesse 2017

Sie finden uns in Halle 5, Stand G223

 

Donnerstag, 23. März 2017, 12:30, LVZ-Autorenarena (Halle 5, C100)

Laurynas Katkus: Moskauer Pelmeni

Donnerstag, 23. März 2017, 20:15 Uhr, Kulturgenußladen (im Verlag)

Literatursalon

Ein üppiges Programm erwartet den Besucher des Leipziger Literatursalons am Abend des Buchmessedonnerstags:

Außerdem eröffnen wir die Ausstellung „Zeit.Fenster“ mit Arbeiten von Marion Quitz.

Freitag, 24. März 2017, 10:30 Uhr, Halle 5, Leseinsel Junge Verlage, Halle 5, Stand G200

Myron Hurna: Erlkönigs Erlösung & Gregor Mirwa: Eine Sekunde vor dem Erwachen

Myron Hurnas Gedichte horchen die Sprache ab nach semantischen und lautlichen Eigentümlichkeiten, graben nach etymologischen Wurzeln und bergen vergessene Worte.

Gregor Mirwas Texte entstanden allesamt („ich schwöre es!“) eine Sekunde vor dem Erwachen. Gregor Mirwa treibt die Vorstellung um, dass die Gedichte Dinge sind, die einen anschauen. Oder Tiere. Oder Blätter.

Freitag, 24. März 2017, 15:00 Uhr, Buchhandlung Hugendubel

Leipziger Verlage stellen sich vor: Walter Thümler: Immer geschieht etwas

Walter Thümlers Gedichte thematisieren unser Eingesperrtsein in die eigene Vorstellungswelt und die unausweichliche Tatsache von Krankheit und Tod. Angesichts dessen erscheint ihm Wehmut als kontrapunktierende Stimmung einer grundsätzlichen Bejahung allen Daseins und Feier der Schönheit der Erde.

Freitag, 24. März 2017, 19:00 & 21:00, Schauspielhaus (Bosestr. 1)

Laurynas Katkus: Moskauer Pelmeni

 

Samstag, 25. März 2017, 18:00 Uhr, NaTo (Karl-Liebknecht-Str. 46)

Jörg Bernig im Gespräch mit Laurynas Katkus: Moskauer Pelmeni

Moderation: Silke Brohm

Aus dem Litauischen von Claudia Sinnig

Dieser autobiographische Essay erkundet die geschichtlich motivierte Hassliebe zwischen Litauern (stellvertretend für Ostmitteleuropäer) und Russen. Aufgewachsen in einer zweisprachigen Umgebung im sowjetischen Vilnius, schildert der Autor Einflüsse der russischen Denkweise, Reisen durch Russland, die Auseinandersetzung mit der russischen Literatur und Kunst sowie die Jahre der Perestroika, die Unabhängigkeitsbewegung und schließlich persönliche Bekanntschaften mit russischen Schriftstellern und Intelektuellen. In Litauen wurde der Essay noch vor der Ukraine-Krise veröffentlicht und löste ein weites Echo aus. Die gegenwärtigen Schwierigkeiten des Westens, Russlands Mentalität zu verstehen, verleihen ihm erneut Aktualität.

Samstag, 25. März 2017, 20:15 Uhr im Leipziger Literaturverlag

Salon International: Originale & Übersetzungen

mit:

- Cornelia Sieber, Yvonne Hendrich, Ângela Nunes, Markus Sahr, Timur Stein, Hanka Scholze, Kristin Kächele

Beobachtungen, poetische Anmerkungen, Werkstatt – woher schöpft der Autor seine Inspiration? Wie gelingt es dem Übersetzer, dem Original gerecht zu werden und zugleich Wirkung in der Zielsprache zu erlangen?

Mit freundlicher Unterstützung des Litauischen Kulturinstituts, des Buchinstituts Krakow, der Französischen Botschaft Berlin sowie der Alzheimer-Stiftung Portugal.

 

Sonntag, 26. März 2017, 11:30 Uhr, Halle 5, H309, Forum die Unabhängigen

Maurice Genevoix: "Nahaufnahme des Todes"

Aus dem Französischen von Jürgen Strasser

Aus der Distanz von 60 Jahren setzt sich Genevoix mit den Geschehnissen auf den Schlachtfeldern um Verdun auseinander, als stünde der alte Mann nocheinmal dem jungen Soldaten gegenüber mit dem Ziel, „daß er und ich unsere Zeugenberichte gegenüberstellen, sie vereinen können und damit ihre Kraft verstärken und ihr Echo verlängern.“ Nahaufnahme des Todes ist das erste in deutscher Sprache erschienene Werk des französischen Erfolgsautors.Todeserfahrungen reichen bis in seine Kindheit zurück: Erkrankung an Diphterie, im Alter von 12 verliert er seine Mutter. Im Ersten Weltkrieg nimmt er an der Marne-Schlacht und an den Kämpfen um Verdun teil, wird auf einem Hügel bei Les Éparges lebensgefährlich verletzt. Nach Kriegsende erkrankt er an der spanischen Grippe. Jürgen Strasser stellt die erste Übersetzung ins Deutsche des französischen Erfolgsautors Maurice Genevoix vor.


Sonntag, 26. März 2017, 12:00, Forum Ostsüdost (Halle 4, E505)

Laurynas Katkus: Moskauer Pelmeni


Sonntag, 26. März 2017, 26.3., 13:00, Forum International (Halle 4, C500)

Laurynas Katkus: Moskauer Pelmeni

 

Sonntag, 26. März 2017, 15:00 Uhr, Halle 4, C500, Forum International und Übersetzerzentrum

Von Weiß bis Schwarz. Erzählungen portugiesischer Erzählerinnen der Gegenwart

Hg. von Ângela Nunes, Cornelia Sieber & Yvonne Hendrich

Die zwölf Erzählungen dieser Anthologie reflektieren ein vielfarbiges Spektrum weiblicher Denk- und Schreibtraditionen. Die teils feministischen, teils postfeministischen Stimmen unterschiedlicher Generationen skizzieren aus verschiedenen Perspektiven ein Bild des Wandels der portugiesischen Gesellschaft. Hinterfragt wird die Bedeutung der Nelkenrevolution von 1974, aber auch die teilsweise Zurücknahme der Errungenschaften im Zuge der Finanzkrise ab 2008, in Portugal verstärkt ab 2011. Nicht nur Weiblichkeit wird thematisiert, sondern auch die klassischen Männerrollen werden als ebenso einengend geschildert. Damit knüpft die Anthologie an das bedeutendste feministische portugiesische Werk, die „Neuen Portugiesischen Briefe“ an, die sich mit ihrem weiblichen Schreiben direkt gegen die Diktatur des Estado Novo auflehnten. In den Geschichten geht es weiterhin um das sich verändernde Verhältnis zwischen Eltern und Kindern und auch um eine neue Art der Beziehungen zu anderen Lebewesen aus ökofeministischer Perspektive, hinzu kommen Fragen der Sicht auf nicht der geltenden Norm entsprechende sexuelle Orientierungen und nicht zuletzt des Umgangs mit dem Altern.

Die Anthologie wird vorgestellt von Yvonne Hendrich, Cornelia Sieber, Angela Nunes, Markus Sahr, Timur Stein, Hanka Scholze & Kristin Kächele.

13. Juli 2017 / 19.30 Uhr / Literaturcafé (Haus des Buches, Leipzig)

Wolfgang Kubin: Übersetzung und Öffentlichkeit in China

Moderation: Viktor Kalinke

Was geschieht, wenn jemand aus dem Chinesischen ins Deutsche übersetzt? Was geht verloren, was kommt hinzu? Wie lang ist der Schatten, den das chinesische Zeichen wirft? Wolfgang Kubin überträgt seit vielen Jahren klassische wie moderne chinesische Dichtung, auch die Dichter im Exil wie die für den Nobelpreis gehandelten Bei Dao oder Yang Lian. Wie blickt er selbst auf sein Handwerk, seine Kunst? Akzeptabel erscheint ihm eine Äußerung des in der Schweiz geborenen Lyrikers Yang Lian: »Wer ein chinesisches Gedicht in seiner deutschen Übersetzung liest, der sollte ihm einen Platz in der deutschen Literatur geben und dann entscheiden, ob es gut oder schlecht ist.« Die Dichter also im Exil, in Neuseeland, den USA, in London, Berlin - und ihr Übersetzer? »Warum fährt ein Mensch nach Peking?«, fragt der Essayist Wolfgang Kubin Mitte der 90er Jahre unter der Maske des »Fremden« sich selbst. »Künden nicht Tag für Tag die Nachrichten von den überholtesten und abscheulichsten Dingen?« Doch, einmal vor Ort: »Sehr schnell ist er, was er immer sein wollte, ein Mensch unter Menschen.«

Wolfgang Kubin: 1945 in Celle geboren, studierte Evangelische Theologie, Japanologie, Germanistik, Philosophie und Sinologie in Münster, Wien und Bochum. Er ist Lyriker, Essayist, emeritierter Hochschullehrer und Übersetzer moderner chinesischer Lyrik.

Eintritt: 3,- / 2,- EUR

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e.V., gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig